Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Bettenröder Dressurtage: Worauf es im Dressursport ankommt
Sportbuzzer Sportmix Regional Bettenröder Dressurtage: Worauf es im Dressursport ankommt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 09.07.2019
„Der Profi-Reiter muss für seinen Beruf ,brennen’“: Christoph Hess im Gespräch. Quelle: Hinzmann
Anzeige
Bettenrode

Bei den 15. Bettenröder Dressurtagen vom 10. bis 14. Juli moderiert der internationale Richter Christoph Hess die Dressurprüfungen. Damit wird sowohl den Reitern ein Feedback gegeben, als auch den Zuschauern ein Überblick verschafft, was die Richter wie bewertet haben.

In diesem Jahr bietet die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) während der Dressurtage sogar ein Seminar mit dem Titel „Was der Richter sehen will“ an. Dabei können die Seminarteilnehmer über Kopfhörer mithören, was im Richterhäuschen besprochen wird. Ziel ist eine größere Transparenz im Dressursport.

Woran erkennen Fachleute schon beim jungen Pferd, ob es sich für den Dressursport eignet?

Fachleute achten darauf, wie der Typ eines Pferdes ist – groß, hübsch, langbeinig – , wie es sich im Schritt, Trab und Galopp bewegt – im Takt, elastisch ausdrucksstark – und wie es sich reiten lässt: motiviert, eifrig, lernwillig. Problemlos zu beurteilen sind die äußeren Merkmale eines Pferdes. Schwieriger zu beurteilen sind die „inneren“ Merkmale, wie zum Beispiel die Leistungsbereitschaft und die „Freude“ am Training und am Wettbewerb. Ob sich ein Pferd gut ausbilden und trainieren lässt, das merken die Reiter erst, wenn sie es für längere Zeit unter dem Sattel haben.

Wie lange dauert die Ausbildung, um mit einem Dressurpferd in den hohen Klassen zu starten?

Die Ausbildung eines Pferdes, um dieses im Grand Prix, das ist das Niveau der Olympischen Spiele, zu starten, dauert wenigstens fünf Jahre. Die Ausbildung des Pferdes beginnt, wenn es mindestens drei Jahre alt ist. Das heißt, frühestens mit acht Jahren, im Schnitt aber erst mit neun oder zehn Jahren wird ein Pferd dieses Niveau erreichen. Das tägliche Training ist in ein 24-stündiges rundum „Wohlfühl-Programm“ eingebettet. Dazu zählen täglicher Auslauf im Paddock oder auf der Weide, regelmäßiges Führen und Grasen lassen sowie eine intensive Pflege. Nur wenn all’ das gewährleistet ist, wird man in hohen beziehungsweise höchsten Klassen starten können.

Welche charakterlichen und sportlichen Eigenschaften muss ein Profi-Reiter in der Dressur mitbringen?

Der Profi-Reiter muss für seinen Beruf „brennen“ und muss ihn mit Leidenschaft ausüben. Er muss Pferde lieben, seine eigenen Emotionen kontrollieren und muss geduldig sein. Er muss sportlich und körperlich fit sowie hervorragend durchtrainiert sein.

Worauf achten die Richter in der Prüfung, um einen Ritt gut zu bewerten? Was kann dabei auch der Laie beobachten?

Das oberste Ziel ist die Harmonie von Reiter und Pferd. Der Richter beurteilt, ob Pferd und Reiter zufrieden sind und ob sie gemeinsam die geforderten Aufgaben mit Freude erfüllen und dabei entspannt und im guten Gleichgewicht sind. Ein Laie wird erkennen, ob sich Pferd und Reiter verstehen, ja, ob sie miteinander harmonieren. Der Laie sollte sich selbst fragen: Hat das Pferd Freude, in der Prüfung geritten zu werden? Beantwortet er diese Frage mit einem klaren „Ja“, dann werden die Richter hohe Noten geben und wird sich der Laie an der Harmonie von Reiter und Pferd erfreuen.

Nach all’ der Kritik an Rollkur und verspannten Pferden auch in den hohen Klassen – auf welchem Weg befindet sich der Dressursport heute? Hat die Kritik etwas verändert?

Der Dressursport hat sich in letzter Zeit in eine gute Richtung entwickelt. Die Grundsätze der klassischen Ausbildung werden weltweit – wieder – anerkannt. Die Themen „Rollkur“ und verspannte Pferde spielen keine beziehungsweise eine nur noch untergeordnete Rolle. Die Kritik war hilfreich. Allen Verantwortlichen wurde auf internationaler Ebene verdeutlicht, wie wichtig die seit Jahrhunderten gelehrte Theorie ist und dass es zu dieser keinen zweiten Weg gibt und auch nicht in Zukunft geben wird.

Von Claudia Nachtwey

Die Kanuten des TWG 1861 Göttingen haben bei den norddeutschen Meisterschaften der Rennkanuten auf der Regattastrecke in Hamburg-Allermöhe gute Ergebnisse erzielt. Max Staats holte viermal Silber.

09.07.2019

Gold für den MGC Göttingen bei den Deutschen Meisterschaften im Minigolf im nordrhein-westfälischen Witten-Herbede. Auf der Anlage des MGC ASS Witten sicherte sich Bianca Zodrow-Wenke den Titel im Matchplay.

09.07.2019

Der Fußball-Regionalligist FSV Wacker Nordhausen hat sich im thüringischen Heilbad Heiligenstadt eine Woche lang auf dem Punktspielbetrieb Ende Juli vorbereitet.

08.07.2019