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Regional Beyazits Maradona-Plagiat verhindert Pleite nicht
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22:30 28.08.2011
Die Hand Gottes: Özkan Beyazit (l.) befördert den Ball regelwidrig ins gegnerische Tor.
Die Hand Gottes: Özkan Beyazit (l.) befördert den Ball regelwidrig ins gegnerische Tor. Quelle: Theodoro da Silva
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Lukas Zekas, dessen Vertragssituation laut Trainer Jozo Brinkwerth „bis zum 31. August geklärt sein wird“, wirbelte anfangs auf der rechten Außenbahn und wurde oft angespielt, seine Pässe fanden jedoch zu selten einen Abnehmer. Rotenburgs Viererkette stand sicher, für die Angreifer gab es kein Durchkommen. Gefahr strahlte die RSV-Offensive zu keiner Zeit aus: Zu behäbig verlief der Spielaufbau, im Zweikampf ließen sich die Spieler zu leicht abkochen.

In der 15. Minute wurde es dann doch brenzlig für die Gäste, als Robert Huck eine Flanke von der Torauslinie verunglückte: Der Ball strich nur knapp am Kasten vorbei. Im Gegenzug hatte 05-Keeper Dennis Koch Glück, dass der völlig freistehende Sebastian Harth den Ball nach einer Ecke vorbei köpfte.
Pech hatten die Göttinger, als Özkan Beyazit nach einem schnell ausgeführten Freistoß das Spielgerät an den Pfosten spitzelte (23.). Nur zwei Minuten später schockte jedoch Morad Bounoua die 430 Fans, die ihr Team über das gesamte Spiel frenetisch anfeuerten. Nach einem Heber über die 05-Abwehr schoss er den Ball trotz starker Bedrängnis aus 14 Metern ins rechte untere Eck.

Nun übernahmen die Gäste immer mehr die Initiative und hätten kurze Zeit später beinahe alles klar gemacht, den Volleyschuss aus kurzer Distanz konnte Koch aber zur Ecke abwehren (32.). Der RSV spielte weiterhin planlos und unglücklich, kein Pass in die Spitze erreichte einen Mannschaftskollegen, während Rotenburg ruhig und abgeklärt agierte.

Auch in Hälfte zwei änderte sich das Bild kaum. Die Gäste-Abwehr war kaum zu überwinden, und wenn Beyazit doch einmal zum Schuss kam, ging der Ball weit über das Tor (50.). Ein Geistesblitz von Zekas führte trotz der meist planlos wirkenden Spielweise der Heimmannschaft fast zum Ausgleich: Er hob den Ball über den Torwart und Beyazit schob aus einem Meter ein, stand dabei jedoch mindestens ebenso weit im Abseits. Zekas‘ Lupfer wäre aber am Pfosten vorbeigegangen. 05 drückte nun vermehrt auf den Ausgleich, konnte sich aber keine zwingenden Torchancen erspielen. Doch auch die Gäste hätten die Partie früher entscheiden können, in der 58. und 75. Minute zielten die Stürmer aber zu ungenau. Zwei Freistöße in aussichtsreicher Position setzte Beyazit noch weit über den Kasten (68., 89.). Einen Höhepunkt hatte die Begegnung dann doch noch zu bieten: Beyazit boxte den Ball nach einem langen Abschlag in bester Diego-Maradona-Manier mit der Hand über den verdutzten Torwart ins Netz (76.). Für diese „Hand-Gottes“-Einlage sah er zu Recht die gelbe Karte, der Treffer zählte natürlich nicht.

„Wenn wir so weiter spielen, stehen wir in ein, zwei Wochen am Tabellenende“, resümierte ein sichtlich angefressener Jozo Brinkwerth. „Wir haben es dem Gegner hinten zu einfach gemacht und vorne beste Möglichkeiten vergeben. Wie erwartet hat die Mannschaft, die den ersten Fehler macht, verloren.“
RSV 05: Koch – Keseling, Washausen, Horst, Huck – Hossmang (72. Kazan), Saciri, Kaplan (79. Dogan), Förtsch, Zekas – Beyazit. – Tor: 0:1 Bounoua (25.).

Von Tobias Christ