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Regional Bislang keine Besucher im Zeltlager Stolle bei Dahlenrode
Sportbuzzer Sportmix Regional Bislang keine Besucher im Zeltlager Stolle bei Dahlenrode
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17:00 15.05.2020
Handball auf unebenem Rasen gehört bald der Vergangenheit an: Auf der Stolle entsteht ein Multifunktionsplatz. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Kinderlachen, Bewegung und ein ganz besonderes Gruppengefühl kennzeichnen die Freizeiten auf der Stolle. Das Zeltlager des Kreissportbundes (KSB) Göttingen-Osterode ist nicht nur in den Ferien ein begehrtes Ziel, auch Vereine, Schulklassen und Kindergartengruppen nutzen die Anlage nahe Dahlenrode für Auszeiten. Bis zum vergangenen Jahr war das so, 2020 ist alles anders. Das Corona-Virus hat dafür gesorgt, dass auf dem Areal mit Zelten, Gemeinschaftsanlagen, Schwimmbad und Freiflächen zum Sporttreiben bislang gähnende Leere geherrscht hat.

„Bis zu den Sommerferien werden wir keine Belegung haben. Alle Buchungen wurden storniert“, sagt Klaus Dreßler, Vorstandssprecher des KSB. „Unsere Zelte sind in diesem Fall wie das Hotelgewerbe. Alles unterliegt strengen Regeln. Wenn Kinder in den Zelten übernachten, sind das Menschen aus verschiedenen Familien – und das ist im Moment nun einmal verboten“, schiebt er nach.

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Eine Familie pro Zelt

Eine Idee ist in den Köpfen der Verantwortlichen inzwischen gereift: Für die erste Woche in den Ferien könnte es eine Familienfreizeit auf der Stolle geben. „Die Zelte könnten wie Einfamilienhäuser betrachtet werden und deshalb von Mitgliedern eines Haushaltes bewohnt werden. Dann wären wir wie ein Campingplatz zu bewerten. Eine Hygienekonzept haben wir schon erarbeitet, das muss nur noch detailliert niedergeschrieben werden“, sagt Dreßler, der hofft, damit das „Geschäft Stolle“ zunächst für sechs Tage zu beleben.

Noch keine Absagen gibt es für die beiden Ferienfreizeiten, da wartet der KSB die nächsten Beschlüsse der Landesregierung ab, um dann zu sehen, ob sich Vorgaben lockern oder diese sich zu Gunsten der Kinder und Verantwortlichen gravierend ändern. „Der späte Ferientermin macht mir ein bisschen Hoffnung“, setzt der KSB-Sprecher auf den Faktor „Zeit“. Den Eltern der Kinder, für die schon gebucht wurde, rät er zu Geduld. „Viele haben ja sowieso keine konkreten Urlaubsplanungen und eher die Motivation, ihren Kindern etwas zu bieten als so schnell wie möglich abzumelden. Wir würden auch keine Stornogebühren erheben, falls es uns verboten wird, die Freizeit auszurichten.“

Multifunktionsanlage wird gebaut

Dreßler beziffert den bisher entstandenen Schaden auf etwa 30000 Euro, der den KSB „nicht in eine Krise stürzt, der aber auch nicht mehr aufzuholen ist“. Sollten weitere Einnahmen ausbleiben, bestehe die Gefahr, zwei Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit schicken zu müssen. „Natürlich fehlt Geld im KSB-Haushalt. Mitarbeiter müssen bezahlt werden. Im Moment drehen wir jeden Cent zweimal um.“

Der Status der Gemeinnützigkeit verbiete es dem KSB Rücklagen zu bilden, was der KSB-Vorstandssprecher kritisiert und auch schon beim Landessportbund zur Sprache gebracht hat. „Für Institutionen, die Eigentum besitzen, ist das eine schlechte Regelung. Wir investieren immer wieder in die Anlage, haben deshalb keine Rücklagen.“ Gerade wird auf der Stolle eine Multifunktionsanlage gebaut, für die die Fördermittel bereits 2018 beantragt wurden. „Wir werden da oben erstmals eine wirklich ebene Spielfläche haben“, sagt Dreßler. Der Bau sei nur möglich geworden, weil ein privater Förderer einen zinslosen Kredit von 20000 Euro zur Verfügung gestellt habe. Diese Summe werde zurückgezahlt, wenn die zugesagten Zuschüsse geflossen sind.

Ende Mai soll die Multifunktionsanlage fertig werden. Kinder, die in den Ferien auf die Stolle kommen möchten, hätten dann – neben dem Freibad – einen weiteren Anziehungspunkt mehr. Sie alle hoffen auf einen unbeschwerten Zeltlager-Urlaub mit den entsprechenden Einschränkungen, die die Hygienevorschriften vorgeben. Und bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt...

Kreissporttag wird noch einmal verschoben

Der Kreissportbund (KSB) Göttingen-Osterode wird seinen schon einmal verschobenen Kreissporttag ein weiteres Mal neu terminieren. Das für den 7. Juli anberaumte Treffen aller Vereine aus dem Landkreis soll nun frühestens im September stattfinden. „Unter den bestehenden Vorgaben ist eine Versammlung dieser Größenordnung nicht möglich, zumal viele ehrenamtliche Delegierte, die kommen würden, altersmäßig schon zur Risikogruppe zählen. Einen genauen Termin geben wir aber erst bekannt, wenn wir sicher sind, dass der Kreissporttag dann auch tatsächlich stattfinden kann“, sagt Vorstandssprecher Klaus Dreßler.

Die Kassenprüfung der KSB-Finanzen werde im Juni gemacht, anschließend sollen auch die Bilanzen erstellt und an die Vereine geschickt werden. „Dann gibt es zumindest einen Haushaltsplan, alles ist geprüft und clean“, sagt er zu der unüblichen Vorgehensweise. Die Finanzen seien in diesem Jahr eine Herausforderung. „Sonst läuft das eigentlich wie geschnitten Brot.“

Von Kathrin Lienig

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