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Regional Boxen: ASC-Kämpfer bereiten sich auf Mc.Clean-Boxnacht vor
Sportbuzzer Sportmix Regional Boxen: ASC-Kämpfer bereiten sich auf Mc.Clean-Boxnacht vor
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18:33 23.09.2014
Bruderduell: Lersan (l.) und Serdar Kurun kennen beim Sparringskampf keine Verwandten.
Bruderduell: Lersan (l.) und Serdar Kurun kennen beim Sparringskampf keine Verwandten. Quelle: Hinzmann
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Jeder hier hat ein Ziel: Sei es das Feilen an einer zukünftigen Profikarriere, einfach sportliche Ertüchtigung, oder die Vorbereitung auf die 6. Mc.Clean-Boxnacht am Sonnabend, 27. September, bei der zehn Kämpfer der Königsblauen in den Ring steigen werden. Ausgeruht wird sich kaum. Die Ausnahme bilde ich. Unter der Vorgabe, mir Notizen für diesen Artikel zu machen, gönne ich mir ausgiebige Pausen. Die sind nötig, denn bei meinem ersten Boxtraining wird mir klar, dass nicht ein durchtrainierter Bizeps, sondern vielmehr Kondition und Beinarbeit Grundvoraussetzungen sind.

Noch wichtiger ist Respekt. Wenn Trainer Gegham Hakobyan eine der täglich stattfindenden Übungsstunden eröffnet, herrscht Totenstille. Die Ausstrahlung des erfahrenen Armeniers ist schier unheimlich. „Wenn wir trainieren, ist Reden verboten“, sagt Hakobyan mit ruhiger Stimme. Teilnehmer, die nicht masochistisch veranlagt sind, sollten sich an diese Anweisung halten. Zumal untrainierte Masochisten schon bei der Erwärmung auf ihre Kosten kommen dürften. Während sich die Geschwindigkeit beim gut 20-minütigen Laufen im Kreis aufgrund der Enge der Halle noch in Grenzen hält, wird die Intensität beim anschließenden Seilspringen heftiger. Zwei Minuten springen, gefolgt von 15 Liegestützen und zehnsekündigem Schattenboxen – dreimal.

„Auf die Zehenspitzen, und die Knie immer gebeugt“, erklärt mir Eduard Homtschenko, Abteilungsleiter der ASC-Boxer, nachdem ich die ersten Luftlöcher schlage. Als Rechtshänder bin ich ein Linksausleger, also sind linkes Bein sowie linker Arm dem Gegner näher. Motiviert von den Tipps, will ich das Gelernte beim Schattenboxen gleich ausprobieren.

In einem Boxhandschuh ist es ungemein heiß.

Mein Aktionismus wird Sekunden später aber jäh gestoppt. Während ich mich durch die Halle schlage, steht mir plötzlich Serdar Kurun gegenüber: Hauptkämpfer bei der Boxnacht, mehrfacher Niedersachsenmeister, pfeilschneller Bilderbuch-Techniker. Da weiche ich lieber zwei große Schritte zurück, mit dem möchte ich mich nicht anlegen. Zu Recht, wie Trainer Ibrahim Öztürk verdeutlicht: „Vermutlich jeder, der ungebremst von solch einem Schlag getroffen wird, fällt um.“ Und Kurun ist im Vergleich zum 108 Kilogramm schweren Wladimir Steinbach, der ebenfalls einen der Hauptkämpfe bestreitet, ein Leichtgewicht...

In einem Boxhandschuh ist es ungemein heiß. Die Hände beginnen schon nach wenigen Sekunden, zu schwitzen. Doch der Schweiß ist seinen Preis wert. Mit voller Wucht auf einen Boxsack einzuprügeln, macht wahnsinnig viel Spaß. Zunächst war ich besorgt, denn meine letzte Begegnung mit einem Boxsack hatte ich in einem Göttinger Nachtclub und sie endete mit einer schmerzhaften Handgelenksstauchung. Doch Öztürk beruhigt mich.

„Das passiert nur, wenn das Handgelenk nach oben abknickt.“ Arm und Handgelenk sollen stattdessen eine Linie bilden. Der Schlag wird schnell ausgeführt, der Arm bleibt danach keinesfalls stehen. „Rein und wieder raus“, nennen das die Boxer. Die Energie wird aus einer zügigen Hüftdrehung generiert, der hintere Fuß sollte nie die Bodenhaftung verlieren. Zunächst werden vorgegebene Schlagkombinationen geübt. „Später wird man phantasievoll“, betont Hakobyan. Dabei gilt es immer, die Deckung oben zu halten, auch wenn die Arme nach über einer Stunde Training langsam schwer werden.

Die vermutlich wichtigste Lektion lehrt mich mein Sparringspartner, der 40-jährigen Hakan Bayburtlu: „Boxen ist wie Schach. Du musst immer die Bewegungen deines Gegners voraussehen.“ Ob die ASC-Boxer die Qualitäten eines guten Schachspielers besitzen, wird sich am Sonnabend vor gut 1000 erwarteten Zuschauern in der Sparkassen-Arena herausstellen.

Von Rupert Fabig

Karten für die Boxnacht gibt es in der Tageblatt-Geschäftsstelle an der Jüdenstraße 13c.