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Regional Das deutsche Sportabzeichen nach 100 Jahren grundlegend verändert
Sportbuzzer Sportmix Regional Das deutsche Sportabzeichen nach 100 Jahren grundlegend verändert
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19:15 31.05.2013
Von Mark Bambey
Sportabzeichen-Prüfung im Jahnstadion: Sportabzeichen-Abnehmer Klaus Bräuer hat die Leistung von Tim Bräuer beim Standweitsprung im Blick. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erhofft sich durch den modernen Anstrich ein deutlich attraktiveres Event und hofft darauf, die Million-Teilnehmer-Hürde deutlich zu überspringen.

Etwa eine Million Sportler legen jährlich das Deutsche Sportabzeichen ab. Die Zahl variierte in den vergangenen Jahren nur leicht. Der Kreissportbund Göttingen (KSB) weist in seiner Statistik von 2012 insgesamt 1752 Abzeichen aus, der Stadtsportbund Göttingen (SSB) 684. Der DOSB analysierte, dass mehr als 75 Prozent der abgelegten Sportabzeichen an Kinder und Jugendliche gehen, und die Prüfer ein hohes Durchschnittsalter haben.

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Die mangelnde Nachfrage im „Altersmittelbau“ habe die Frage aufgeworfen, wie das Deutsche Sportabzeichen für Erwachsene attraktiver gemacht werden kann.

„Es gibt eine sehr große Zahl von Wiederholungstätern“, sagt auch Reinhard Jung. Der 71-Jährige gehört selbst dazu. Er bekleidet nach einer längeren Pause schon seit zwölf Jahren wieder das Amt des Sportabzeichen-Obmanns beim Kreissportbund Göttingen. Seit Mitte Mai steht er donnerstags wieder als Prüfer in Bovenden auf der Sportanlage.

Neuerungen richtig

Die Neuerungen hält Jung für richtig. „Es geht darum, mehr Menschen dafür zu begeistern, dass Sportabzeichen zu erlangen“, betont der Reyershäuser: „Bronze zu machen, ist verhältnismäßig einfach geworden. Um Gold zu bekommen, muss man allerdings recht intensiv trainieren“, meint Jung.

Seit 2007 erarbeitete der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen, insbesondere den Landessportbünden und -verbänden und den Spitzenverbänden, eine umfassende Reform. Die Veränderungen sind in Abstimmung und auf Grundlage einer Beschlussfassung der DOSB-Mitgliederversammlung vorgenommen worden.

Für die Prüfer ist der Aufwand ein wenig gestiegen, sie haben einen Prüfungskatalog an die Hand gegeben bekommen. Mehr als 30 Sportarten werden für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in 22 Altersgruppen mit jeweils drei Leistungskategorien angeboten.

Beibehalten wurde, dass das Deutsche Sportabzeichen sich weiter durch die Dreistufigkeit Bronze, Silber und Gold auszeichnet. Für das Prüfen der motorischen Grundfähigkeiten stehen die vier Sportarten Leichtathletik, Gerätturnen, Schwimmen und Radfahren zur Verfügung. Die bisherigen Zusatzangebote wurden gestrichen.

Während das Sportabzeichen in Gold in der Vergangenheit allein durch die Anzahl der bisherigen Teilnahmen erreicht wurde  – ab der fünften Abnahme erhielten die Sportler immer Gold –, entscheidet sich ab 2013 jedes Jahr aufgrund der erzielten Leistungen von Neuem, welche Urkunde vergeben wird.

Die Gesamtanzahl der Verleihungen wird aber auch weiterhin mit einem zusätzlichen, leistungsunabhängigen „Abzeichen mit Zahl“ gekürt, das ab dem fünften Jahr immer in Fünferschritten vergeben wird. Dieses Abzeichen ist „Bi-Color“ – zweifarbig.

Anforderungen

Um das Deutsche Sportabzeichen zu erlangen, müssen die Teilnehmer in vier Prüfgruppen Leistung erbringen. In den Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination muss je eine Sportart absolviert werden. Je nach Alter sind die Anforderungen unterschiedlich. In jeder Sportart gibt es drei Leistungsvorgaben, so dass der Teilnehmer einen, zwei oder drei Punkte erreichen kann.

Die vier Ergebnisse aus den Prüfungsgruppen ergeben in Addition das Endergebnis. Bronze gibt es bei 4 bis 7 Punkten, Silber bei 8 bis 10 Zählern. Das Sportabzeichen in Gold wird bei 11 bis 12 Punkten verliehen. Das Sportabzeichen kann jeder ablegen, eine Klub-Mitgliedschaft ist nicht erforderlich.

Wesentliche Neuerungen

► Reduzierung auf vier Disziplingruppen, orientiert an den motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination.
► Schwimmen als eigenständige Leistungsgruppe entfällt. Der Nachweis der Schwimmfertigkeit bleibt jedoch obligatorische Voraussetzung für den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens.
► Die Altersgruppen 18 bis 29, 30 bis 39 und ab 80 Jahre umfassen jetzt jeweils drei Untergruppen.
► Kinder dürfen bereits ab sechs Jahren teilnehmen.
►  es gibt eine Leistungsgruppe für 90-Jährige und älter.

Hier wird geprüft

Göttingen: Jahnstadion, ab 6. Juni alle zwei Wochen donnerstags ab 17 Uhr.
Duderstadt: Sportanlage „Auf der Klappe“, dienstags ab 17 Uhr.
Bovenden: Sportanlage am Südring, donnerstags ab 18 Uhr.
► Hann. Münden: Sportanlage „Radwerder“, freitags ab 17 Uhr.
► Dransfeld: Sportanlage „Lange Trift“, mittwochs ab 17 Uhr.