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David Storl hat für Leichtathletik-Meeting in Osterode bereits zugesagt

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12:52 27.04.2021
Kugelstoßer David Storl verbindet mit dem Jahnstadion in Osterode gute Erinnerungen.
Kugelstoßer David Storl verbindet mit dem Jahnstadion in Osterode gute Erinnerungen. Quelle: imago-images
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Osterode

Rainer Behrens ist als Organisator und Motor des Sparkassenmeetings der LG Osterode weit über die Grenzen des Altkreises hinaus bekannt und in der Leichtathletik-Szene bestens vernetzt. In einem Interview berichtet er über den aktuellen Stand der Planungen für die diesjährige Auflage, die allen Problemen und Sorgen aufgrund der Corona-Pandemie zum Trotz am Sonnabend, 12. Juni, im Osteroder Jahnstadion stattfinden soll.

+Auch wenn die Corona-Pandemie derzeit vieles lähmt, die Hände können Sie nicht in den Schoß legen. Was steht im Mittelpunkt Ihrer Aktivitäten?

Im sportlichen Mittelpunkt steht die LG Osterode und die Organisation des Trainingsbetriebs. Mit Blick auf den Sommer: Wir haben ja nicht nur das Sparkassenmeeting, sondern eine ganze Veranstaltungsserie, wo wir immer gucken müssen, wie sich das umsetzen lässt.

Ist angesichts der sich ständig ändernden Voraussetzungen eine echte Planung überhaupt möglich?

Das ist schon ein bisschen Blindflug, immer mit Blick darauf, was machbar ist. Den Werfertag mussten wir bereits absagen, weil es unter den Umständen schlicht nicht realisierbar war. Jetzt stehen wir vor der nächsten Entscheidung bei der Bahneröffnung. Auf der andere Seite muss man den Sportlern und gerade dem Nachwuchs auch Signale senden, wie es überhaupt weiter geht. Bei der Bahneröffnung möchten wir zumindest für unserem eigenen Nachwuchs eine Möglichkeit geben, sich zu zeigen.

Der Wettkampf ist da wahrscheinlich auch ein ganz anderes Gefühl für die Kinder als nur zu trainieren, oder?

Das ist so! Und in einer kleineren, begrenzten Gruppe lässt sich so etwas vielleicht machen. Ziel ist es, die Bahneröffnung im Kleinen und gegebenenfalls eine Woche später die Kreismeisterschaften im Kleinen stattfinden lassen zu können, wenn wir das verantworten können. Danach richtet sich der Blick dann schon auf das Sparkassenmeeting am 12. Juni.

Wie sieht es hier denn mit dem Stand der Planungen aus?

Grundsätzlich gibt es drei Szenarien. Das erste Szenario ist die komplette Absage – das wäre sicher die schlechteste Alternative. Die zweite Variante wäre – wie im vergangenen Jahr bei „Help at Corona“ – ein Meeting ohne Zuschauer, nur mit Sportlern und Betreuern. Die dritte Variante wäre ein Meeting mit einer begrenzten Zuschauerzahl.

Die Erfahrungen von „Help at Corona“ sind da sicher ein Pluspunkt, wenn es darum geht, ein Meeting in Corona-Zeiten auszurichten?

Jeder hat nach einem Jahr Corona dazugelernt. Inzwischen weiß man noch besser, wie Covid-19 sich verhält und verbreitet. Unter den heutigen Gegebenheiten würde ich zudem nur Sportler zulassen, die einen aktuellen PCR-Test beziehungsweise bescheinigten Selbsttest vorweisen können – oder die sich vor Ort einem Schnelltest unterziehen. Das hat natürlich auch mit Kosten und Logistik zu tun. Letztlich müsste jeder, ob Sportler, Betreuer, Kampfrichter oder möglicherweise auch Zuschauer, einen aktuellen Test vorweisen können. Es geht auch darum, ein Worst-Case-Szenario verantworten zu können, also wenn an dem Tag jemand positiv auf Corona getestet wird. Vor dem Stadion wäre das noch harmlos, sollte es im Nachgang passieren, wird es schwieriger. Als Veranstaltungsleiter hat man da eine große Verantwortung.

Gibt es eine Deadline, bis wann die Entscheidung zum Sparkassenmeeting fällt?

Zunächst hofft ja jeder, dass es durch das Impfen etwas steuerbarer wird. Meine Deadline liegt Anfang bis Mitte Mai – um spätestens vier Wochen vorher zu sagen können: Ja, wir machen es. Wenn letztlich eine Woche vor dem Meeting durch die Politik ein Riegel vorgeschoben wird, kann man das eh nicht ändern. Die Planung ist daher natürlich auf ein Stattfinden ausgerichtet, auch was die sportliche Akquise der Athleten betrifft.

Ich möchte den Sportlern etwas bieten, aber auch Osterode – ich sehe das Internationale Sparkassenmeeting als ein Aushängeschild der Stadt. Den Sportlern, die die Leichtathletik als halben Beruf ausüben, möchte ich eine gewisse Planungssicherheit geben. Natürlich könnte man auf die Idee kommen: Es gibt doch wichtigeres als jetzt Sport zu treiben. Auf der anderen Seite muss man sagen, wenn sich jeder nur noch zu Hause aufhält, ist es auch schwierig. Die Menschen und auch die Sportler brauchen einen Horizont, einen Hoffnungsschimmer, wie es überhaupt weitergeht.

Sie sind sonst im Winter viel auf Meetings unterwegs, um den Kontakt zu Sportlern und Trainern zu halten. Wie funktioniert das momentan?

Zum einen gucke ich mir schon aus Interesse die Hallenmeetings im Livestream an, zum Beispiel die Europameisterschaft in Torun oder die Deutsche Meisterschaft. Bei mir läuft viel über Telefon oder per E-Mail. Derzeit spreche ich viel mit den entsprechenden Bundestrainern, um zu erreichen, dass Osterode bei ihren Planungen des Wettkampfkalenders eine Rolle spielt.

Gibt es schon entsprechende Rückmeldungen vom DLV?

Ein Fokus liegt auf der Jugend. Die U18 und U20, das sind die Stars von Morgen! Wir hatten schon einige Sportler wie Konstanze Klosterhalfen oder Alina Reh, die in diesem Alter in Osterode gelaufen sind und ihre Visitenkarte abgegeben haben – und es teilweise noch immer tun. David Storl hat einst hier seinen Junioren-Weltrekord gestoßen, er möchte am 12. Juni auch wieder in den Ring steigen. Selbstverständlich müssen bei den Zusagen immer auch die Rahmenbedingungen bedacht werden. Sprich: Das Meeting muss stattfinden und es dürfen keine Verletzungen dazwischen kommen.

Wird es so wie in den vergangenen Jahren wieder Qualifikationswettkämpfe geben?

Normwettkämpfe sind für die U18 und U20 geplant, hier stehen Welt- und Europameisterschaften an, auch im Weitsprung und Kugelstoßen sind entsprechende Wettkämpfe vorgesehen. Ergänzend möchte ich dann entsprechende Erwachsenen-Wettkämpfe hinzunehmen, in einem Feld, das von vornherein begrenzt ist. Das geschieht auch mit Blick auf die Corona-Situation, um eben die Gesamtteilnehmerzahl im Rahmen zu halten. Im Moment stehe ich im Austausch mit Robert Harting, der Markus Rehm trainiert – Acht-Meter-Springer und Paralympics-Weltrekordler. Wenn der in Osterode springen würde, wäre das ein kleines Sahnehäubchen.

So laufen derzeit ganz viele Kontakte, bei denen geschaut wird, was machbar ist. Über 800 Meter soll auch angestoßen werden, dass eine Woche nach den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig noch einmal die Möglichkeit besteht, sich für Olympia zu qualifizieren. Auch da könnte es sein, dass die deutsche Elite in Osterode am Start ist.

Durchaus realistisch ist eine Teilnahme von Neele Eckhardt im Dreisprung. Sie hat zum Glück schon ihre Olympianorm erfüllt. Andere Athleten müssen hingegen über die Weltrangliste Punkte sammeln, um im Zweifel über eine gute Position dort zu den Olympischen Spielen zu fahren. Und das geht bei den großen Meetings in Paris oder Stockholm natürlich besser als bei einem kleinem Meeting wie bei uns in Osterode. Manchmal ist es aber auch besser, eine gute Leistung in einem kleineren Wettkampf vorweisen zu können, deshalb muss man bei der Planung immer schauen, wie sich die Wettkampfsaison ab Mai entwickelt. Sollte Olympia stattfinden, müssen die Athleten ihre Leistungen für eine Nominierung bis Mitte Juni erbrachten haben, daher ist der 12. Juni für das Sparkassenmeeting nicht der schlechteste Termin, um kurzfristig noch namhafte Athleten zu gewinnen.

Gibt es bei der Erfüllung der Normen gewisse Anforderungen, zum Beispiel an das Teilnehmerfeld?

Das ist tatsächlich so. Es gilt, dass drei Athleten aus dem A-Kader des DLV oder internationale Starter mit ähnlichem Niveau dabei sein müssen, damit eine Zeit oder Weite bei der Normerfüllung anerkannt wird. Es geht also nicht, dass ich als Athlet einfach irgendwo meine Norm laufe. Für uns als Veranstalter heißt das wiederum, dass wir bemüht sind, genau diese Rahmenbedingungen zu schaffen und eine entsprechende Konkurrenz zusammenzustellen – und das ist schwierig, zumal wir finanziell begrenzt agieren.

Wir haben viele tolle regionale Sponsoren, über die wir sehr glücklich sind. Aber andere, größere Meetings wie etwa in Regensburg sind hier doch noch einmal ganz anders aufgestellt. Dort sprechen wir von sechsstelligen Etats, da sind wir weit von entfernt. Wir können in Osterode vor allem mit unserer Verlässlichkeit punkten und den guten Bedingungen, die das Jahnstadion aufgrund der Lage am Ührder Berg bietet.

Das Sparkassenmeeting auf gesunde Füße zu stellen ist ein wichtiger Faktor. Wie sieht es da aus, gerade auch aufgrund der Corona-Auswirkungen?

Bislang hat noch kein Sponsor von sich aus abgesagt. Aus dem vergangenen Jahr stehen zudem noch Gelder zur Verfügung, da viele Sponsoren schon vor Beginn der Pandemie ihre Zahlungen für das dann ausgefallene Meeting 2020 getätigt hatten. Die Sparkasse als Hauptsponsor ist weiterhin dabei, auch die Lotto-Sportstiftung Niedersachsen hat ihre Zusage gegeben. Auch die Kindersportstiftung ist dabei, allerdings werden wir es aufgrund der Corona-Situation nicht hinbekommen, die traditionelle Staffel der Grundschulen in diesem Jahr auszurichten.

Von Robert Koch