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16:54 29.05.2017
Von Rupert Fabig
Ein letztes Mal: Jan Steiger versammelt seine Mannschaft um sich. Der Ex-Trainer der Landesliga-Fußballer hat alles für den 1. SC 05 gegeben. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

„Ich werde künftig die U13 trainieren“, sagt der umtriebige 36-Jährige. 05 zu verlassen, sei nie ein Thema gewesen. „Das ist mein Klub“, stellt Steiger klar. Gespräche über eine Mitarbeit im Verein über die Arbeit im Juniorenbereich hinaus laufen.

Steiger als D-Junioren-Coach in der Kreisliga: Hat er den Herrenbereich nach zehn Jahren in unterschiedlichen Tätigkeiten satt? „Das nicht, ich hatte aller Höhen und Tiefen zum Trotz auch in dieser Saison viel Spaß als Trainer. In den vergangenen Jahren ist mir aufgefallen, was vielen erwachsenen Spielern fehlt. Das würde ich gerne an junge Fußballer im besten Lernalter weitergeben.“ Fertigkeiten mit dem schwachen Fuß, Schusstechnik, koordinative Defizite zählt Steiger als Beispiele auf, auch die Vermittlung von Werten. „Identifikation mit dem Verein, Fairness, Respekt und Teamgeist.“

Ausfälle auf Dauer nicht zu kompensieren

Steiger ist mit sich im Reinen, wenngleich der Abstieg an ihm nagt. „Ich kann in den Spiegel schauen, weil ich alles versucht habe“, betont der Göttinger. Immerhin hatten die Schwarz-Gelben die drittbeste Verteidigung der Landesliga. Doch die Ausfälle zu vieler Spieler, sei es aus privaten, beruflichen oder gesundheitlichen Gründen, waren auf Dauer nicht zu kompensieren. Hinzu kommen Nackenschläge wie der Ausgleich in der sechsten Minute der Nachspielzeit beim FC Grone und zahllose Aluminiumtreffer. Sicher, er habe auch Fehler gemacht, gesteht sich Steiger ein. „Thorsten Burkhardt hat mich zu Saisonbeginn als Co- und Torwarttrainer unterstützt, was dann zeitlich nicht mehr möglich war. Danach als Einzelkämpfer weiter zu arbeiten, würde ich nicht erneut machen. Gerade im Abstiegskampf ist der Stress enorm, du machst dir viel zu viele Gedanken.“

Verlässliche, ehrgeizige Spieler

Gedanken macht er sich nach wie vor: über 05. Vier sportliche Abstiege in vier Jahren, in denen knapp 57 Prozent der Partien verloren gingen. „Jeder muss sich hinterfragen“, fordert Steiger. Die Rahmenbedingungen seien verbesserungswürdig, die Kaderplanung lasse sich optimieren: „Die Charaktere müssen passen. Wir brauchen verlässliche, ehrgeizige Spieler.“ Isoliert betrachtet wird in der Junioren-Abteilung gute Arbeit geleistet, A- und B-Jugend spielen solide bis gute Rollen in der Niedersachsenliga. Die Verzahnung mit dem Herren-Team funktioniere mitunter allerdings nicht blendend, so Steiger.

„Der Name 05 hat Strahlkraft, die Fans sind einzigartig, und wir haben Visionäre im Verein. Mit diesen Voraussetzungen muss es gelingen, auch die Gegenwart erfolgreich zu gestalten.“ Dafür stellt der Macher gerne sein Netzwerk zur Verfügung.

Fußball sei für ihn nicht mehr als ein Hobby.