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Regional Dethlefs: „Vereine haben kein Verständnis dafür“
Sportbuzzer Sportmix Regional Dethlefs: „Vereine haben kein Verständnis dafür“
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21:05 14.11.2010
Schlechte Platzverhältnisse: Auch in Obernfeld bleiben die Torwarthandschuhe vorerst im Tornetz hängen.
Schlechte Platzverhältnisse: Auch in Obernfeld bleiben die Torwarthandschuhe vorerst im Tornetz hängen. Quelle: Blank
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Für alle drei Entscheidungen erntete der Kreisspielausschuss Kritik: „Die Vereine haben kein Verständnis dafür“, berichtete Hans-Dieter Dethlefs aus Desingerode, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfachverbandes Göttingen.

„Es war doch schon vorher klar, dass es nichts werden würde“, meinte Coach Michael Holzapfel, dessen SG Rollshausen/Obernfeld gestern Hertha Hilkerode zum Kreisliga-Derby empfangen sollte: „Ich habe am Samstagmittag mit Hilkerodes Co-Trainer Frank Hundeshagen telefoniert, und wir wollten versuchen, schon da abzusagen, denn es hat volle Kanne geregnet.“ Daraufhin bemühte sich SG-Obmann Martin Wüstefeld um die frühzeitige Absage – und erfuhr von der späten Generalabsage. Alfred Bonenberger, Vorsitzender des Kreisspielausschusses, hatte sich dazu nach aktuellen Wasserstandsmeldungen entschlossen. Gegen eine frühere Absage hätten die ablehnende Haltung des Bezirks und die Wetterprognose gesprochen, erklärte Bonenberger: „Das war so nicht vorhergesagt – wir hatten für das ganze Wochenende so sonniges Wetter erwartet wie am Sonntag.“

Zuvor sei Südniedersachsen jedoch unerwartet stark vom Sturmtief betroffen gewesen, bedauerte er.
In Gieboldehausen, wo gestern ebenfalls gespielt werden sollte, freute sich Eintracht-Trainer Daniel Otto, dass die Absage wenigstens am Vortrag erfolgte. „Ich habe an alle Spieler noch rechtzeitig eine Rund-SMS schicken können“, berichtete er. Der Spielausschuss wolle die Saison natürlich termingerecht „durchkriegen“, zeigte Otto grundsätzlich Verständnis, doch jetzt gelte es, Rücksicht auf die Plätze zu nehmen: „Wenn auch noch der Frost dazu kommt, wird es auch für die Knöchel gefährlich.“

„Bei uns kann jetzt schon keiner mehr Fußball spielen“, griff Seeburgs Trainer André Stelter diese Vorlage auf. Eine Hälfte des Spielfeldes sei bereits abgesackt, Training nur noch auf der anderen Hälfte möglich. „Die sollen die Serie jetzt beenden und nicht die Plätze kaputt treten lassen“, forderte der Seeburger Obmann Dietmar Logies.

„Wir werden die Informationen der Vereine und die herrschende Stimmung weitergeben“, versprach Dethlefs derweil. Der Kreisvorstand dürfe eine Entscheidung des Spielausschusses nicht korrigieren, wohl aber Bedenken äußern – mit einer pünktlichen Generalabsage hätten unnötige Kosten für die Klubs verhindert werden können. „Wir werden bei der nächsten Vorstandssitzung darüber reden“, kündigte Dethlefs an.

Von Michael Bohl