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Regional Deutschen Meisterschaften im Sportschießen: Dreimal Gold für Eichsfelder
Sportbuzzer Sportmix Regional Deutschen Meisterschaften im Sportschießen: Dreimal Gold für Eichsfelder
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21:34 27.08.2013
Von Vicki Schwarze
Platz zwei für den WTV Nesselröden: Stefan Rüttgeroth, Florian Otto und Erik Lattowski (v. l.). Quelle: EF
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Eichsfeld

Die 17-jährige Rüdershäuserin konnte es gar nicht fassen. Mit drei Titelgewinnen hatte sie nie im Leben gerechnet. Einzelsiegerin im Kleinkaliber Dreistellungskampf mit überragenden 583 von 600 möglichen Ringen für den SV Lochtum, Mannschaftsgold in der gleichen Disziplin mit dem SVL.

Darüber hinaus kletterte sie mit dem Team des SV Freiheit im Luftgewehr-Wettbewerb ebenfalls ganz oben aufs Siegerpodest. „Ich starte für unterschiedliche Vereine, um bei Meisterschaften in starken Mannschaften zu schießen“, erläutert Desiree, deren Heimatverein aber nach wie vor Rüdershausen ist, für den sie ebenfalls aktiv ist.

Zu Hause erwartete die dreifache Deutsche Meisterin sowie ihren Trainer und Vater in einer Person, Martin und  Schwester Theresa, die im Luftgewehr-Wettbewerb dabei war und bei den Junioren A 23. wurde, eine große Überraschung. Ihre jüngste Schwester Sophia, die jetzt am Wochenende in München mit dem Luftgewehr und im Kleinkaliber-Dreistellungskampf dabei ist, hatte Freunde und Bekannte mobilisiert, die dem Trio einen herzlichen Empfang bereiteten. 

Allzu lange durfte die spontane Feier allerdings nicht dauern, denn schließlich musste die Deutsche Meisterin am nächsten Tag wieder zur Schule. Nach einem Jahr auf dem Sportinternat in Hannover zog es die Gymnasiastin wieder in die Heimat zurück. „Ich habe es lieber ländlich“, gibt Degenhard freimütig zu, bereut das eine Jahr allerdings keineswegs. „Es waren wertvolle Erfahrungen.

Ich habe fast jeden Tag trainiert.“ Wobei jeden Tag trainieren kann sie in Rüdershausen auch, unter den wachsamen Augen ihres Vaters und Trainers Martin Degenhard. „Für mich hat sich gar nicht so viel geändert, denn ich fahre nach wie vor zum Bundesstützpunkt nach Hannover“, verdeutlicht die erfolgreiche Schützin, die sogar noch die Chance gehabt hätte, ihrer Medaillensammlung eine weitere hinzuzufügen.

Gemeldet war sie nämlich in München auch noch über die 10-Meter-Armbrust. „Diese Disziplin habe ich noch gar nicht so häufig geschossen, betreibe es eher hobbymäßig. Und der Wettbewerb lag auch unglücklich, denn dann hätte ich zu viel Schule versäumt“, ist ihr ihr schulisches Fortkommen extrem wichtig.

Trio in Top-Form

Auf den Punkt topfit präsentierten sich Erik Lattowski, Stefan Rüttgeroth und Florian Otto vom Wurftauben-Verein (WTV) Nesselröden. Das Trio ging in der Disziplin Wurfscheiben Trap an den Start. Am ersten Wettkampftag galt es 3x25 Scheiben zu beschießen. Rüttgeroth schoss 24, 23 und 25 Scheiben und konnte sich mit getroffenen 72 von 75 Scheiben einen guten vierten Platz nach dem ersten Tag sichern. Otto kam auf 71 (23, 24, 24) von 75 geworfenen Scheiben und Lattowski auf 70. Dies bedeutete für das niedersächsische Team Rang zwei nach dem ersten Tag.

Auch einen Tag später bestätigten die Nesselröder, die in der Schützenklasse an den Start gingen, ihre gute Form. Am besten gelang dies Stefan Rüttgeroth, der seine ganze Wettkampferfahrung in die Waagschale legte und mit zweimal 24 Scheiben und einem Gesamtergebnis von 120 den Einzug ins Finale schaffte. Diesen verpasste Florian Otto nur ganz knapp mit 118 Scheiben.

Lattowski traf 22 und 25 Scheiben (gesamt 117) und landete auf Platz zwölf. Diese Platzierungen reichten aber, um am Ende die Silbermedaille zu gewinnen, die entsprechend bejubelt wurde.

Die wäre für den letztjährigen Deutschen Meister Stefan Rüttgeroth auch im Einzelwettbewerb möglich gewesen. Im Finale bewies Rüttgeroth Nerven, so schoss sich der Niedersachse um zwei Ränge nach vorn auf Platz drei und musste nach Gesamtergebnis-Gleichheit von insgesamt 144 Treffern mit seinem langjährigen Kontrahenten Karsten Bindrich um die Silbermedaille fighten.

Letztlich triumphierte allerdings Bindrich, wobei Rüttgeroth mit seiner Bronzemedaille hochzufrieden war.

Bömeke in Bestform

Mit Jan-Ole Jena ging ein weiterer Nesselröder Schütze ins Rennen. In der Seniorenklasse blieb er allerdings weit hinter den Erwartungen zurück. Nach einer 23 und 21 in den ersten beiden Durchgängen folgte dann ein Einbruch. Hier traf Jena nur 14 von möglichen 25 Scheiben und hatte somit keine Chance mehr auf einen Treppchenplatz.

In München ebenfalls dabei waren in der Juniorenklasse Marc Bömeke und Steven Länge. Hier überraschten die Nesselröder Jungtalente mit ihrer Beständigkeit und schafften den Anschluss an die nationalen Mitstreiter.

Bömeke präsentierte sich nach der ersten Runde in Bestform und stand mit überragend getroffenen 23 Wurfscheiben gemeinsam mit einem hessischen Vertreter auf Platz eins der Wertung, konnte dieses Ergebnis allerdings nicht wiederholen und fiel nach zwei weiteren Runden (17/18) auf Rang 14 zurück.

Steven Lange traf 20,20 und 17 Scheiben und belegte mit 57 von 75 möglichen Scheiben den 17. Rang. Beide Nesselröder Schützen sicherten durch ihre Leistungen zwei weitere Jahre die Zugehörigkeit zum Landeskader.