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Regional Dies Academicus: 10 000 Studenten trotzen Hitzerekord
Sportbuzzer Sportmix Regional Dies Academicus: 10 000 Studenten trotzen Hitzerekord
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11:45 27.02.2018
Dies Academicus 2013: Bis zu 10000 Studenten kämpfen beim Hochschulsporttag gegen die brutale Hitze.
Dies Academicus 2013: Bis zu 10000 Studenten kämpfen beim Hochschulsporttag gegen die brutale Hitze. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Rekorde werden beim Dies Academicus beinahe jährlich gebrochen. Meistens wird beim Hochschulsporttag der Universität Göttingen die Teilnehmerzahl des Vorjahrs überboten. Am gestrigen Mittwoch ist der Hitzerekord gefallen: In einem Ausmaß, das die bis zu 10 000 Aktiven an und teilweise über ihre Grenzen hinausgeführt hat.

Bei Temperaturen von bis zu 33 Grad Celsius im Schatten und weit über 40 Grad in der prallen Sonne glich das Gelände des Sportzentrums der Universität einem Brutkasten.

10000 Studenten haben in diesem Jahr am Dies Academicus teilgenommen. © Hinzmann

Den Spaß nicht verderben lassen

Den Spaß lassen sich die Studenten davon aber nicht verderben. Ohnehin: „Jetzt erst recht“ heißt das Motto des Dies 2013, dessen ursprünglicher Termin vor drei Wochen schon einmal dem Wetter zum Opfer gefallen war – damals den sintflutartigen Regenfällen. 140 Mannschaften treten beim riesigen Fußball-Turnier gegeneinander an (Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest).

Der Ehrgeiz hält sich allerdings in Grenzen. „Wenn du irgendeine Ambition zeigst, fliegst du raus“, warnt Patrick Regin, Mitarbeiter des Instituts für Mikrobiologie und Genetik, seinen Mitspieler Sam Kroll, der dort studiert. Der Dies sei immer ein Riesenspaß, betont Regin. Und danach wird gefeiert und getrunken? „Danach?“, fragt Kroll augenzwinkernd, und öffnet sein erstes Bier.

Alkohol aus meterhohen Gläsern

Alkohol, teils aus meterhohen Gläsern kredenzt, gepaart mit sportlicher Betätigung in brütender Hitze: Das kann ein gefährlicher Mix werden. Da helfen die provisorisch aufgebauten Zelte und aufblasbaren Planschbecken nichts, die einige Teilnehmer mitbringen. „Wir haben im Vorfeld an die Vernunft aller Sportler appelliert“, sagt Dies-Organisator Mischa Lumme. Marc Wiehl glaubt nicht an derartige Räson. Der einstige Zehnkämpfer und jetzige Sportlehrer am THG, der beim Hochschulsporttag einen Kletterkurs anbietet, tippt auf „83 Kreislauf-Kollapse“. Gegen 16 Uhr sollten es erst zwei sein.

Weitaus verbissener als beim Fußball ist die Konkurrenz im Streetball. Mit Enosch Wolf vom US-College UConn und Tobias Welzel von den Hannover Tigers aus der 2. Bundesliga Pro B sind zwei waschechte Profis am Start. Da lässt sich Lokalmatador Marco Grimaldi von der BG nicht zweimal bitten, und tritt verstärkt von seinen Brüdern mit einem eigenen Team an. Entspannter geht es beim Beachvolleyball, Dodgeball, ähnlich Völkerball, und dem Anmalen mit dem indischen Farbpulver Holi zu.

Herren ziehen blank

Obwohl einige Herren blankziehen und die Sonnenbrille sowieso festes Accessoire ist: Für Machos ist kein Platz beim Dies. Sexistische und frauenverunglimpfende Teamnamen gibt es beim Fußball – im Gegensatz zum Vorjahr – nicht. „Es gab nur einige wenige Teams, deren Namen wir entschärfen mussten“, erklärt Lumme. Stattdessen laufen diesmal das „Harald-Juhnke-Internat“ oder als Frauen verkleidete Kicker mit absurden Schnauzbärten auf.

Von Rupert Fabig