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Duderstädter Servicetechniker schickt Imbusschlüssel auf die Reise nach Tokio

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17:00 25.02.2021
Johannes Floors möchte in Tokio zu Gold sprinten.
Johannes Floors möchte in Tokio zu Gold sprinten. Quelle: Ottobock
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Duderstadt

Der Countdown läuft: In knapp sechs Monaten sollen die Paralympischen Sommerspiele in Tokio beginnen. Die Sportler trainieren und hoffen darauf, dass es sportliche Wettkämpfe geben wir. Auch das Duderstädter Medizintechnik-Unternehmen Ottobock steckt mitten in den Vorbereitungen. Der Servicedienstleister aus dem Eichsfeld wird mit einem internationalen Team vor Ort in Japan arbeiten und die Sportler unterstützen.

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat den Termin für die paralympischen Sommerspiele bestätigt, allerdings mit hohen Auflagen für alle Beteiligten. Die Corona-Pandemie hat zur Verlegung der Paralympics Tokyo 2020 um ein ganzes Jahr geführt. Nie zuvor waren die Vorbereitungen auf das internationale Parasport-Event so herausfordernd – auch für die Ottobock-Mitarbeiter.

Organisationskomitee verteilt Playbooks

Damit die Paralympics vom 24. August bis 5. September 2021 stattfinden können, veröffentlichte das lokale Organisationskomitee Tokyo 2020 sogenannte „Playbooks“ für unterschiedliche Personengruppen. In ihnen werden Maßnahmen zum Schutz gegen die Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus beschrieben, die von allen Teilnehmenden sorgsam eingehalten werden müssen. Als offizieller Technischer Servicepartner hat auch Ottobock sein Playbook erhalten. Zum 16. Mal wird das Unternehmen mit seinen komplett ausgerüsteten Orthopädiewerkstätten bei den Paralympics dabei sein. Erfahrene Orthopädietechniker, Rollstuhlspezialisten und Schweißer reparieren die Hilfsmittel der Sportler fachgerecht.

Trotz der Einschränkungen für die Sommerspiele zeigt sich das Tokio-Team von Ottobock voller Vorfreude. „Wir freuen uns alle riesig auf die Spiele. Den Athleten mit unserem kostenlosen technischen Service die Gelegenheit zu geben, sich ganz auf ihre sportliche Performance zu konzentrieren, ist eine wichtige Aufgabe. Da ist jeder mit dem Herzen dabei – trotz der aktuellen Lage“, sagt Peter Franzel, Head of Global Events Exhibitions & Sports bei Ottobock. Die Rollstühle, Orthesen, Prothesen und andere Hilfsmittel der 4400 Athleten sind extremen Belastungen ausgesetzt. Ohne die für sie kostenfreien Reparaturen und Ersatzteile vom Ottobock Serviceteam könnte es das Aus für die weitere Teilnahme der Sportler bedeuten.

Ottobock Serviceteam geübt in hohen Hygienestandards

„Unsere Technikerinnen und Techniker sind bereits seit Beginn der Pandemie gut geschult im sicheren Umgang mit Anwendern und auch untereinander. Ihre Erfahrungen aus der Patientenversorgung nützen uns in den Ottobock Werkstätten in Tokio. Besondere Hygienemaßnahmen fanden schon vor Corona alltägliche Beachtung. Insofern sind die in den Playbooks beschriebenen Regelungen nicht neu für uns. Zusätzlich sorgen wir mit zehn Luftreinigungsgeräten des Typs Calistair C 300 für nahezu vollständig virenfreie Luft in den Werkstätten“, erklärt Franzel. „Die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler und unserer Teammitglieder hat höchste Priorität. Über die Regelungen der Anreise, des Transports innerhalb von Tokio und die Kontaktbeschränkungen vor Ort informieren wir das gesamte Ottobock Team kontinuierlich und tagesaktuell.“

Ein Inbusschlüssel auf Reise

Um der Welt zu zeigen, mit welcher Begeisterung die internationalen Servicetechniker in Tokio dabei sind, schicken sie einen extra angefertigten, übergroßen Inbusschlüssel quer über den Globus. Sechs Monate vor den Paralympics wird er vom Ottobock Headquarter in Duderstadt vom Tokio-Werkstattleiter Julian Napp nacheinander an weitere 13 Techniker in zwölf Ländern gesendet. Diese fotografieren den Inbus, berichten in Social-Media-Kanälen über ihre persönliche Leidenschaft für die Paralympics und senden ihn weiter. „Insgesamt vierzehn Stationen wird das Abbild des Lieblingswerkzeugs von uns Orthopädietechnikern durchlaufen. Die Aktion vertreibt die lange Wartezeit und soll die Vorfreude auf Tokio steigern“, freut sich Napp. „So können wir unsere Teammitglieder symbolisch abholen und dann in der Werkstatt in Tokio – auf der letzten Station des Inbus – endlich alle persönlich empfangen.“

Etwa hundert Ottobock-Techniker werden als technischer Support zu den Paralympics reisen. Erfahrene Frauen und Männer aus unterschiedlichen Ländern, die sich lange im Voraus für diese besondere Tätigkeit beworben haben. Neben der Techniker-Crew werden 30 weitere Ottobock-Mitarbeiter aus den Bereichen Kommunikation, Marketing, Eventorganisation und Administration nach Tokio fliegen.

Engagement für den Spitzensport

Das Duderstädter Unternehmen fördert Leistungssportler weltweit. Unter den knapp 40 internationalen Firmen-Botschaftern halten zahlreiche einen Weltrekord. Sie teilen die Leidenschaft des Unternehmens für den paralympischen Sport und engagieren sich gemeinsam mit Ottobock dafür, Menschen mit Handicaps zur Ausübung von Sport und einem aktiven Lebensstil zu bewegen. In ihren jeweiligen Ländern und darüber hinaus, sind sie Vorbilder für die Gesellschaft, nicht nur für Menschen mit Handicap.

Viele der Botschafter sind auch in Tokio dabei und können es kaum erwarten, endlich ihr persönliches Highlight wahr werden zu lassen. Unter ihnen ist der Sprinter Johannes Floors: „Unsere gesamte Planung der Trainings und Wettkämpfe war auf die Paralympischen Spiele 2020 ausgelegt, da war die Absage für uns natürlich sehr hart. Aber wir können die aktuelle Situation und die damit verbundenen Bedingungen nicht beeinflussen, daher versuche ich das Beste daraus zu machen. Wir haben alle Vorbereitungen entsprechend umgestellt und ein weiteres Jahr der Trainingsvorbereitung auf Tokio wird mich hoffentlich nur schneller machen“, schmunzelt der Para-Weltmeister und Weltrekordhalter über 100 und 400 Meter. „Ich kann es kaum erwarten, im Stadion endlich am Start für die 400 Meter zu stehen. Das Rennen und die Goldmedaille in Tokio sind das Ziel und mein großer Traum.“

Von kal/r