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Regional EM-Silbermedaille für Svenja Reinhardt
Sportbuzzer Sportmix Regional EM-Silbermedaille für Svenja Reinhardt
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20:36 30.07.2017
Von Kathrin Lienig
Teil einer großen deutschen Delegation: Svenja Reinhardt, Laura Fahrenstück, Pauline Penz, Annika Reinhardt und Astrid Reinhardt (v.l.) als Team TV Roringen in Braga.
Teil einer großen deutschen Delegation: Svenja Reinhardt, Laura Fahrenstück, Pauline Penz, Annika Reinhardt und Astrid Reinhardt (v.l.) als Team TV Roringen in Braga. Quelle: r
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Roringen

Mit einem neuen niedersächsischen Landesrekord von 148 Sprüngen hatte sich die 20-Jährige beim Deutschen Turnfest in Berlin für die kontinentalen Meisterschaften qualifiziert. Als letzter Wettkampf der Titelkämpfe stand „Triple Under“ auf dem Programm. Hierbei muss das Seil während eines Sprungs dreimal unter den Füßen durchgezogen werden.

Svenja Reinhardt war im letzten Startblock an der Reihe, gemeinsam mit der zweiten deutschen Springerin, Olivia Gessner aus Neutraubling. „Eigentlich wäre ich lieber gleich zu Anfang gesprungen, dann wäre der Druck nicht so groß gewesen. Ich habe mich in meinem Durchgang bewusst von der Anzeige weggedreht, um die Anzahl der Sprünge nicht zu sehen“, erzählt sie.

Ihre Mutter Astrid, die als Trainerin direkt an der Wettkampffläche stehen durfte, war dazu verdonnert worden, während des Springens kein Wort zu sagen. „Ich habe mit den Fingern heimlich mitgezählt und diese vor Aufregung in meine Oberschenkel gebohrt. Bei 60, 65 Sprüngen hatte Svenja mal eine kleine Unwucht, hat sich dann aber wieder gefangen“, erzählt die Mutter.

Bei 141 Sprüngen war Schluss für Svenja Reinhardt

Bei 141 Sprüngen war dann Schluss, Gessner kam am Ende auf 176, die beiden anderen Konkurrentinnen waren bei 88 und 103 bereits ausgestiegen. Danach begann die Zeit des Wartens, weil natürlich niemand die exakten Zahlen der vorangegangenen vier Vierergruppen im Kopf hatte. „Irgendwann kam dann unser Delegationsleiter und hat zu mir gesagt, dass er gerade die Silbermedaille unterschrieben habe. Aber so glauben konnten wir das erst, als Svenja mit der Silbermedaille auf dem Podest stand“, erzählt Astrid Reinhardt. Für die junge Sportlerin war der Erfolg an diesem Abend noch gar nicht greifbar. „Sie hat immer nur fassungslos den Kopf geschüttelt.“

Für die Teams der 150 Mitglieder zählenden deutschen Delegation lief es am ersten Wettkampftag dagegen nicht rund. Ausnahmslos alle Mannschaften hatten einen Seilverlust zu beklagen, der international mit gravierenden Abzügen in den Kategorien „Kreativität“ und „Schwierigkeit“ bestraft wird.

„Am Ende sind wir - wie 2016 - wieder auf dem 18. Platz gelandet“, sagt Astrid Reinhardt. Vorgenommen hatten sich Laura Fahrenstück, Pauline Penz, Annika und Svenja Reinhardt natürlich ein besseres Abschneiden. Eine Erklärung dafür, dass es nicht geklappt hat, fand ihre Trainerin in den äußeren Umständen. „Draußen war es schon über 30 Grad warm, aber in der Halle waren es bestimmt mehr als 40 Grad. Alle Springer haben Handtücher mit an die Wettkampffläche genommen, um sich ständig die feuchten Hände abzutrocknen. Wir haben den Teamwettbewerb dann auch schnell abgehakt.“

Die Silbermedaille ist inzwischen in Roringen angekommen, die erfolgreiche Sportlerin noch nicht. Während Annika Reinhardt schon in der Nacht nach dem Teamwettbewerb von Braga über Zürich nach München geflogen ist, um in St. Wolfgang als Übungsleiterin an einem Rope-Skipping-Camp des Bayerischen Turnerbundes teilzunehmen, flog ihre Zwillingsschwester noch in der Nacht nach Siegerehrung und Abschlussfeier hinterher. Am Dienstag werden beide zurück in Roringen sein.

Das dritte Jahr international am Start

„Wir sind jetzt im dritten Jahr international dabei. Es macht sehr viel Spaß, weil man sich inzwischen untereinander kennt und viel zu erzählen hat“, sagt Astrid Reinhardt. Eine schöne Begegnung hatte die Roringer Gruppe gleich bei der Ankunft am Flughafen in Porto. Dort wurde sie am Shuttle in Richtung Braga von der gleichen Frau in Empfang genommen wie schon im vergangenen Jahr beim World Jump Rope. „Viele haben uns wiedererkannt - auch in der Halle.“ Ob es an ihren Zwillingstöchtern liegt, vermag sie nicht zu sagen. „Wir haben jedenfalls festgestellt, dass im deutschen Team sechs Zwillingspaare waren. Das haben wir auch fotografisch festgehalten.“