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Regional Eichsfelder steigt mit Lüneburg in Oberliga auf
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18:45 26.08.2011
Von Michael Bohl
Eichsfeldderby vor rund 20 Jahren: Nesselrödens Matthias Hellmold befördert den Ball im Bezirksoberliga-Gastspiel beim TV Bilshausen an seinem Gegenspieler Torsten Doenst vorbei.
Eichsfeldderby vor rund 20 Jahren: Nesselrödens Matthias Hellmold befördert den Ball im Bezirksoberliga-Gastspiel beim TV Bilshausen an seinem Gegenspieler Torsten Doenst vorbei. Quelle: Bohl
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Nesselröden

46 Jahre ist der Ur-Nesselröder inzwischen alt. Er arbeitet direkt am Hamburger Flughafen in der EDV-Abteilung eines Dialogmarketingunternehmens, er wohnt in Bardowick vor den Toren Lüneburgs, hat Frau und Kind und spielt immer noch Volleyball – und das sogar nach wie vor ziemlich hochklassig. Seine Fußballer-Laufbahn hat Hellmold dagegen mit seinem Fortzug beendet: Heute jagt er nur noch sonntags für jeweils zwei Stunden in einer Hobbytruppe in seinem Wohnort dem runden Leder nach.

In seinem Heimatort wohnte Hellmold in unmittelbarer Nachbarschaft des Sportplatzes und der Schulturnhalle. Als der Nesselröder Hauptschullehrer Jürgen Klann dann mit seinen Schülern, zu denen Hellmold als Eichsfeldgymnasiast nicht gehörte, eine Volleyball-Vereinsmannschaft aufbaute, war „Matze“ quasi als Quereinsteiger dabei. Der erste Erfolg, erinnert sich der Steller, sei die Qualifikation für die Niedersachsenmeisterschaft der A-Jugend gewesen. „Wir sind von acht Mannschaften zwar nur Siebter geworden, aber das hat uns geprägt“, erzählt er. Im Herrenbereich spielte das Sextett später mit noch mehr Erfolg auf. „Wir haben uns heiße Gefechte mit der SG Echte/Kalefeld geliefert, und natürlich waren die Derbys gegen den TV Bilshausen etwas Besonderes“, schmunzelt Hellmold rückblickend. Als die Herren-Bezirksoberliga im Zuge einer Spielklassenreform aufgelöst wurde, gewann der TSV den letzten Titel in dieser Liga.

Für Hellmold, der ab 1990 als Student und Volleyballer zwischen Lüneburg und Nesselröden hin- und herpendelte, ging es mit seinem nächsten Klub noch weiter nach oben. Er schloss sich dem MTV Treubund an, für den er in der Landesliga spielte und mit dem er zweimal den Oberliga-Aufstieg schaffte. Mittlerweile zum Routinier geworden, wechselte der Eichsfelder zuerst in die Reserve und schließlich in die 3. Mannschaft des Vereins.

In der dritten Garnitur spielte Hellmold mit etlichen Jungspunden zusammen. „Es hat Spaß gemacht, denen etwas beizubringen, aber zuweilen waren die Jungs als Mannschaftssportler ein wenig unzuverlässig“, erklärt er, wieso er sich 2008 zum Vereinswechsel entschloss. Seitdem spielt „Matze“ für den TSV Adendorf, mit dem er in der vergangenen Saison Meister der Bezirksliga wurde, so dass er mit diesem nun wiederum in die Landesliga aufsteigt. Das TSV-Team besteht aus erfahrenen Akteuren im Alter zwischen 37 und 56 Jahren.

Zu seinen alten Nesselröder Teamkollegen hat Hellmold kaum noch Kontakt. An die damalige Zeit denkt er aber gern zurück, zumal er seinerzeit im „Ambiente“ in Duderstadt auch seine spätere Ehefrau Bettina Wucherpfennig aus Esplingerode kennenlernte. Als diese nach ihrem Studium in Holzminden eine Arbeitsstelle in Lüneburg fand, entschied sich Hellmold mit ihr, den gemeinsamen Lebensmittelpunkt dorthin zu verlegen. Die gemeinsam Tochter Annika ist jetzt sieben Jahre alt – und hat mit Volleyball (noch) nichts am Hut.