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Regional Stadtsportbund gibt Tipps für erfolgreiche Vereinsarbeit
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18:00 23.11.2019
Göttinger Pilotprojekt: Der Stadtsportbund organisiert die erste Sportvereinsmesse. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

„Wenn es uns Idioten nicht geben würde, könnte Vereinsarbeit nicht funktionieren.“ Jörg Lohse, Vorsitzender des SC Hainberg, sagte diesen Satz vor mehr als 100 Funktionären und Trainern südniedersächsischer Sportvereine, die am Sonnabend in seinem Vereinsheim zusammengekommen waren. Der Göttinger Stadtsportbund (SSB) und der Landessportbund (LSB) hatten zur ersten Sportvereinsmesse geladen.

Tatsächlich sollte die Veranstaltung dazu dienen, die Arbeit der mehrheitlich ehrenamtlichen „Idioten“ zu professionalisieren, zu inspirieren oder auch schlicht einfacher zu machen. Vorträge, Workshops und Expertengespräche deckten dabei nahezu alle Themenbereiche ab, die im Vereinsalltag eine Rolle spielen könnten oder sollten: Wie lassen sich Integration, Jugendarbeit oder Gesundheitsförderung intensivieren? Welche Wege der Finanzierung gibt es? Wie kann moderne Vereinsverwaltung und -Kommunikation aussehen?

Messe soll landesweit kopiert werden

Die Idee zu dem Projekt, das im Falle eines Erfolgs landesweit in anderen Städten kopiert werden soll, hatte eine Gruppe von Menschen um Klaus Brüggemeyer, Referent für Vereins- und Organisationsentwicklung beim SSB. Er wollte den Verantwortlichen vorrangig aus kleinen und mittelgroßen Vereinen ein Forum bieten, um sich auszutauschen und neue Ideen zu sammeln. Um den Mehrwert möglichst konkret zu gestalten, hatte sich der SSB weitere Akteure ins Boot geholt: Neben dem LSB waren das unter anderem die Sportregion Südniedersachsen, die Freiwilligenagentur und das Entwicklungspolitische Informationszentrum (Epiz).

Mehr als 40 Vereine nahmen das Informationsangebot gerne an. Die neun Kurzworkshops waren ebenso gut besucht wie die einleitenden Vorträge von drei Vereinsvertretern. So berichtete Thomas Kossert vom Mündener Ruderverein über dessen kleine Erfolgsgeschichte. Dem Spartenvereins sei es geglückt, aus einem witterungsbedingt saisonalen Sport ein ganzjähriges Angebot zu stricken. Ein Blick auf die Belegungszeiten im Mündener Bootshaus bestätigt: Hier ist immer was los. Geglückt sei das laut Kossert durch einen kreativen Umgang mit den eigenen Möglichkeiten.

Moderne Vereinsarbeit

So wurde beispielweise aus den ursprünglich nicht sonderlich beliebten Ergometern ein Publikumsmagnet. Der Verein organisiert Challenges für Läufer oder Trockenruderer und verzeichnet dadurch wachsende Mitgliederzahlen. Zudem wandte man sich neuen Themenfeldern wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Qualifizierung zu, was ebenfalls für gute Resonanz gesorgt habe. „Dabei haben wird unseren Markenkern – das Rudern – keinesfalls aus den Augen verloren. Die vergangene Saison war ein der erfolgreichsten der Vereinsgeschichte“, schloss Trainer Kossert stolz.

Auch der Dransfelder SC ließ sich am Sonnabendvormittag ein wenig in die Karten schauen. Vorstandsmitglied Friedrich-Georg Rohkop erklärte, was sich in den vergangenen Jahren in der Vereinsarbeit verändert habe. So habe der siebenköpfige Vorstand beispielsweise an der internen Kommunikation und der Danke-Schön-Kultur gearbeitet. Statt Urkunden und Anstecknadeln gebe es heute individuelle Schreiben und kleine Geschenke. Auch die Anwerbung von Mitarbeitern, der Umgang mit Sponsoren oder die Offenheit gegenüber neuen Themen sei moderner geworden. Man habe früher gedacht, so ein Verein laufe schon irgendwie von allein. „Das stimmt so nicht mehr.“

Sport und Integration

Für Hausherr Lohse war die Sportvereinsmesse schließlich eine willkommene Gelegenheit für ein wenig Werbung in eigener Sache. Er erinnerte nicht nur an die gelungene Rolle seines SC Hainberg bei der Integration der Geflüchteten, die 2015 auf dem Vereinsgelände untergebracht waren. Er erzählte auch von der Renovierung des Vereinsheims, in dem Messe stattfand, und deren Finanzierung. Viele Vereine hätten schon genug damit zu tun, sich selbst zu verwalten. Es sei allerdings weitaus befriedigender, immer etwas Neues zu schaffen. Sein abschließender Appell an die Kollegen könnte glatt als Motto der ersten Sportvereinsmesse durchgehen: „Seid kreativ.“

Ehrenamt überrascht

Die Aktion „Ehrenamt überrascht“ wurde 2018 vom Landessportbund Niedersachsen ins Leben gerufen. Mit der Auszeichnung können Vereine das Engagement von Personen jenseits der Ehrungsordnung würdigen. „Dabei sollten vor allem Helfer aus der zweiten Reihe bedacht werden, die sonst nicht im Rampenlicht stehen“, heißt es auf der Seite des LSB. „Beispielsweise können Trikotwäscher, Platzwarte, Kuchenbäcker und Hausmeister, aber auch Übungsleiter und Vorstands­mitglieder geehrt werden.“ Ein solches zeichnete der LSB am Sonnabend im Rahmen der Göttinger Sportvereinsmesse aus. Der SC Hainberg hatte – zu dessen großer Überraschung – seinen langjährigen Geschäftsführer Gustav Bode nominiert. „Ohne ihn würde der Verein nicht funktionieren“, lobte der Ehrenvorsitzende Richard Jankowiak. Bodes knappe Reaktion: „Es macht Spaß – fast immer.“

Von Markus Scharf

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