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Regional „Es macht Spaß zu sehen, wie glücklich sie sind“
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18:56 27.07.2011
In seinem Element: Kanupolo-Trainer und Spieler Moritz Stüber.
In seinem Element: Kanupolo-Trainer und Spieler Moritz Stüber. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Infiziert wurde Moritz Stüber vor zehn Jahren bei einem Ausflug an den Edersee. „Wir haben da mit Bekannten gezeltet und sind gepaddelt. Ich war total begeistert und habe dann einen Freund, der schon beim GPC war und auf dem Edersee mitgepaddelt ist, zum Training begleitet“, erzählt der 19-jährige Göttinger. Fortan war Kanupolo Stübers große Leidenschaft und das Domizil des Göttinger Paddler-Clubs am Kiessee sein zweites Zuhause.

Er spielte in den jeweiligen Alters- und Leistungsklassen – zuletzt mit dem 2. Herrenteam des GPC in der 3. Bundesliga –, ließ sich aber schon im Alter von 15 Jahren überreden, zusätzlich selbst Kinder und Jugendliche auszubilden und zu trainieren. „Ich habe schnell gemerkt, dass das viel schwieriger ist als gedacht. Die waren aufmüpfiger, als wir es waren, und dachten gar nicht daran, den Anweisungen des Trainers sofort zu folgen“, berichtet Stüber. „Man muss sie an die Sportart heranführen, sie motivieren und intensiv auf sie eingehen, um ein Vertrauenverhältnis aufzubauen. Vor allem die Turniere sind stressig. Du musst alles organisieren, den Überblick behalten, die Kinder zusammenhalten und sogar dafür sorgen, dass sie rechtzeitig ins Bett gehen. Aber es lohnt sich und macht unglaublich viel Spaß zu sehen, wie stolz und glücklich sie sind, wenn sie ein richtig gutes Spiel abgeliefert haben – egal ob sie es gewonnen oder verloren haben.“

Vier Jahre lang trainierte Stüber zweimal pro Woche den GPC-Nachwuchs, gemeinsam mit Johannes Frey, Sohn seines ersten Trainers Alexander Frey, sowie ein Jahr lang alleine, als Johannes Frey im Ausland war. Zunächst betreuten die beiden die bis zu 14 Jahre alten Schüler und anschließend die 15- und 16-jährigen Jugendlichen. Darüber hinaus gehörte Stüber ein Jahr lang als Jugendwart dem GPC-Vorstand an.

Seine Tage bei den Göttinger Paddlern sind allerdings gezählt. In diesem Frühjahr hat der 19-Jährige an der Waldorfschule in Weende sein Abitur bestanden und wird am 1. Oktober ein Bachelor-Studium der Mechatronic an der Fachhochschule im österreichischen Dornbirn, 20 Kilometer vom Bodensee entfernt, beginnen. „Mit Kanupolo ist dann erst mal Schluss, das gibt es dort nicht“, bedauert Stüber. Dafür freut er sich auf das Wildwasser-Paddeln im Gebirgsfluss Salza. „Außerdem klettere ich gerne und fahre Ski. Beides müsste in Österreich ja drin sein“, sagt er schmunzelnd. „Komplett an den Nagel gehängt habe ich Kanupolo allerdings nicht. Vielleicht gibt es das ja dort, wo ich nach dem Bachelor mein Masterstudium mache“, hofft der Göttinger.
In der nächsten Folge stellt das Tageblatt Inga Großkopf vom Tuspo Weende vor.

Von Michael Geisendorf