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Regional Fans elektrisiert vom Duell der Göttinger Rivalen
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18:40 11.11.2010
Von Michael Geisendorf
Die Seiten gewechselt: Max Rosenberg (rechts), in der vorigen Saison noch Kapitän der BG 74, tritt beim morgigen Lokalderby im ASC-Dress gegen seine ehemaligen Teamkameraden an.
Die Seiten gewechselt: Max Rosenberg (rechts), in der vorigen Saison noch Kapitän der BG 74, tritt beim morgigen Lokalderby im ASC-Dress gegen seine ehemaligen Teamkameraden an. Quelle: Theodoro da Silva
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Für sie spielt es eine untergeordnete Rolle, dass beim Aufeinandertreffen des ungeschlagenen Spitzenreiters und Meisterschaftsfavoriten BG mit den elftplatzierten Königsblauen die Kräfteverhältnisse so klar verteilt zu sein scheinen wie selten zuvor. Die Anhänger beider Klubs freuen sich vor allem auf die unvergleichliche Derby-Atmosphäre und den direkten Vergleich der Akteure, die schon im Dress des anderen Lokalrivalen gespielt haben. Die ASC-Fans hoffen zudem auf eine Überraschung. „Wir werden der BG die Punkte nicht auf dem Silbertablett servieren“, verspricht ASC-Team-Manager Daniel Endres, „und Derbys haben ja bekanntlich ihre eigenen Gesetze.“

Trainer und Spieler beider Mannschaft bemühen sich im Vorfeld, die Brisanz aus der Begegnung zu nehmen und sie als normales Ligamatch zu klassifizieren. „Wir gehen nach den klaren Siegen gegen Bramsche und in Itzehoe selbstbewusst in das Spiel, dem wir außer der Tatsache, dass es sich um ein Lokalderby handelt, bei dem wir viele Zuschauer erwarten, keinen besonderen Wert beimessen“, versichert Veilchen-Coach Hans-Werner Schmidt und warnt nachdrücklich davor, den Gegner zu unterschätzen. „Der ASC verfügt mit den Ex-BGern Selim Mulic und Max Rosenberg über zwei erfahrene Mitglieder des BG-Aufsteigerteams in die Bundesliga. Dazu kommen mit Gökhan Özbas, Andreas Willing und Johannes Sandloff ehemalige BG-Spieler, die mit mir als Trainer Deutscher Universitätsmeister 2008 wurden“, führt Schmidt aus.

Auf BG-Seite sind Trainersohn und Kapitän Julian Schmidt sowie Center Jan Both früher einmal für die Königsblauen aufgelaufen. „Natürlich freuen sich alle auf das Wiedersehen auf dem Parkett, man sollte jedoch dem Aufeinandertreffen nicht mehr Bedeutung beimessen als nötig. Letztlich ist es nur eins von 24 Saisonspielen“, erläutert ASC-Kapitän Mulic, welchen Stellenwert er der Partie beimisst und wird dabei von BG-Topscorer Marco Grimaldi unterstützt, der – ebenso wie seine Teamkameraden Robert Dill und Michael Schröder – mit Mulic in John Patricks Bundesliga-Team gespielt hat. „Wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Dafür trainieren wir hart“, sagt Grimaldi.

Der BG-Spielmacher, der in den vergangenen Wochen zu Hochform aufgelaufen ist, kann nun auch unbelastet von Querelen mit seinem früheren Arbeitgeber, dem Pro-A-Zweitligisten BG Karlsruhe, dem weiteren Saisonverlauf entgegen blicken. Vor dem Arbeitsgericht Karlsruhe haben Grimaldi und sein Anwalt Sebastian Melz ausstehende Gehaltszahlungen erstritten, die sein ehemaliger Verein ihm vorenthalten hatte.

ASC-Trainer Marjo Heinemann fühlt sich in der Außenseiterrolle sichtlich wohl – gemäß dem Motto: Wir haben keine Chance, lasst sie uns nutzen. „Die BG 74 ist haushoher Favorit, wir kämpfen in jedem Spiel für den Klassenerhalt – da muss man schon realistisch an das Aufeinandertreffen herangehen“, sagt er. Heinemann setzt gegen den Lokalrivalen auf den Zusammenhalt und Kampfgeist seiner jungen Mannschaft sowie auf die wieder genesenen Özbas und Rosenberg und den jugendlichen Elan von Malte Herwig, Maximilian Kuhle und Johannes Köhler, die im BG-Bundesliga-Team mittrainieren. Allerdings ist Kuhles Einsatz ebenso gefährdet wie der von Timo Bode. Beide sind angeschlagen.