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Feuerwerk der Turnkunst: Robert Wicke wird zum roten Faden der Show

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17:00 11.11.2020
Robert Wicke hat sich seinen Humor bewahrt. Quelle: TSF GmbH
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Hannover/Göttingen

Humor allein reicht nicht, um kulturelle Großveranstaltungen in Deutschland wieder umsetzbar zu machen. 10000 Menschen in einer Halle, dicht an dicht – das wird diesen Winter angesichts der Corona-Pandemie nicht möglich sein. Die Verantwortlichen des „Feuerwerk der Turnkunst“ haben deshalb die „HARD BEAT Tournee 2021“ ins Frühjahr verschoben. Sie geht nun vom 26. März bis zum 21. April 2021 auf Deutschlandreise.

Einer, der vor dieser großen Herausforderung nicht klein beigibt und sich vor allem seine positive Einstellung und eben seinen Humor bewahrt, ist Robert Wicke. Er wird dem Feuerwerk der Turnkunst nun also in der Osterzeit seinen herzlich-lustigen Stempel aufdrücken. Zuletzt war Wicke in die Produktion des GOP-Varieté-Theaters eingebunden und stand während der Sommermonate in Hannover auf der kleinen Bühne. Weniger Zuschauer als gewöhnlich und ein ausgefeiltes Hygienekonzept erlaubten es, wieder Gäste zu unterhalten. „Das war natürlich großartig, dass wir überhaupt wieder spielen durften.“ Die Show war ein voller Erfolg, und nun möchte Wicke natürlich auch weitermachen. Der Sprung von der kleinen Bühne in die großen Arenen des „Feuerwerk“ stellt für ihn keine echte Herausforderung dar.

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Auf das Timing kommt es an

„Von meinen jahrelangen Straßenshows weiß ich, dass man mit der Energie der Leute spielen und das Publikum einbinden muss. Animation, Interaktion und Kommunikation sind die geeigneten Mittel. Und die ziehen sich schon durch mein ganzes Künstlerleben“, sagt Wicke. Einzig das Timing ist in großen Hallen anders als auf der Straße – „meine Sätze kommen in den oberen Rängen einfach später an“. Und so „verspätet“ sich auch die Reaktion der Zuschauer. Doch Robert Wicke rechnet das mit ein. „Ich möchte die Menschen zu einem großen Organismus machen. Hard Beat wird zu einem Erlebnis mit einer gigantischen Gruppendynamik.“ Eine bedeutende Rolle spielt dabei auch die große Leidenschaft, die bei allen „Feuerwerk“-Akteuren jedes Jahr aufs Neue spürbar ist.

Eine Sportart erfunden

„Mit der Regisseurin Heidi Aguilar bin ich schon vor einigen Wochen die Programmpunkte durchgegangen, um meine möglichen Einsatzstellen zu entwickeln.“ Der 44-Jährige fühlt sich geehrt, der rote Faden der Show zu sein und möchte vor allem seine Herzlichkeit und seinen Rhythmus mit dem Publikum teilen. Überhaupt gelinge seiner Meinung nach eine gute Show nicht ohne das emotionale Feuer, das Musik entfacht. Vielleicht ist das der Grund für Wickes Bühnenerfolg. „Ich habe schon immer eine Ader für Musik gehabt und mit 15 Jahren mit dem Beat boxing angefangen“, erzählt er.

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Während der vergangenen Monate hat er sich nun intensiver mit Musiktheorie beschäftigt. „Dabei ist mir der Wert der Musik für eine Show erst bewusst geworden.“ Ein weiterer Schritt in seiner beruflichen Entwicklung, wie er sagt. „Comedy, Jonglage, Musik – nach und nach kommen immer mehr Werkzeuge dazu und verstärken sich gegenseitig.“ Mit Freunden zusammen hat er die Sportart Fußballwandtennis erfunden und bei einem hannoverschen Verein etabliert. „Das ist mal als Aufwärmspiel für die Jonglage entstanden und könnte bei entsprechendem Engagement eine große Sportart werden.“ Doch dafür fehlt ihm aktuell die Zeit.

Mit Gelassenheit zurück auf die Bühne

Dass Europas erfolgreichste Turnshow nun erst im Frühjahr über die Bühne gehen wird, sieht Wicke gelassen. Auch wenn Corona das gewohnte Leben ordentlich durcheinandergewirbelt hat, bleibt er entspannt. „Schließlich erzeugt ein verkrampfter Umgang damit extreme Verhaltens- und Sichtweisen. Und die bringen uns kein Stück zurück in die Normalität“, sagt er. Und so laufen die Vorbereitungen für Europas erfolgreichste Turnshow bei allen Akteuren unbeirrt weiter – mit Vorsicht aber vor allem auch mit Spaß.

Lokhallen-Shows im April 2021

„Unter den gegebenen Voraussetzungen und zum Schutz der Gesundheit unserer Zuschauer, Künstler und aller an der Organisation beteiligten Mitarbeiter war diese Entscheidung leider unumgänglich und alternativlos. Wir sind darüber sehr traurig und bedauern diesen Schritt außerordentlich“, sagte Wolfram Wehr-Reinhold, Geschäftsführer der veranstaltenden Turn- und Sportfördergesellschaft mbH, nach dem Entschluss die Tournee des „Feuerwerk der Turnkunst“ auf das Frühjahr 2021 zu verschieben.

„Alle Künstler werden, wie angekündigt, dabei sein. Für uns und die gesamte Veranstaltungsbranche ist die Situation nicht einfach, aber wir sind guter Dinge, dass wir mit der Verschiebung endlich wieder Leben in unseren nahezu brachliegenden Veranstaltungs- und Kulturbetrieb bringen können“, sagte Wehr weiter.

Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit für die neuen Termine. Drei Shows an zwei Tagen soll es im April 2021 in der Göttinger Lokhalle geben. Die erste Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 14. April, um 17 Uhr. Einen Tag später, am Donnerstag, 15. April, sind zwei Shows um 15 Uhr und um 19.30 Uhr geplant.

Von Heike Werner, NTB