Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Feuerwerk der Turnkunst in der Corona-Krise: Das sind die Pläne der Veranstalter
Sportbuzzer Sportmix Regional

Feuerwerk der Turnkunst in der Corona-Krise: Das sind die Pläne der Veranstalter

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:31 05.08.2020
Das Feuerwerk der Turnkunst wird 2021 nur stattfinden, wenn bis dahin wieder Großveranstaltungen in Hallen mit mehreren Tausend Besuchern erlaubt sind.
Das Feuerwerk der Turnkunst wird 2021 nur stattfinden, wenn bis dahin wieder Großveranstaltungen in Hallen mit mehreren Tausend Besuchern erlaubt sind. Quelle: minkusimages
Anzeige
Göttingen/Hannover

Das Feuerwerk der Turnkunst zwischen Hoffen und Bangen: Bis zu 10.000 Zuschauer in einer Veranstaltungs-Arena, tosender Beifall für Turner, Akrobaten und Artisten – aktuell ist ein solches Szenario aufgrund der Corona-Pandemie noch mindestens bis zum 31. Oktober unmöglich. Dennoch haben die Veranstalter ihre Pläne für die „Hard Beat“-Tournee, die im Januar auch in Göttingen Station machen soll, noch nicht aufgegeben.

„Wir werden all das wieder erleben, auch wenn uns die momentane Situation vor einige Herausforderungen stellt“, wird Wolfram Wehr-Reinhold, „Feuerwerk“-Produktionschef und Geschäftsleiter der Turn- und Sportfördergesellschaft mbH (TSF), in einer Pressemitteilung zitiert. Wir beantworten im Folgenden die wichtigsten Fragen zu dem Turn-Spektakel, das in Deutschland seit gut 30 Jahren mehr als zwei Millionen Menschen begeistert hat.

Was bedeutet das Verbot von Großveranstaltungen für das Feuerwerk der Turnkunst?

Die Veranstalter planen nach eigenen Angaben wie ursprünglich vorgesehen für die „Hard Beat“-Tournee, die am 18., 19. und 20. Januar auch in der Göttinger Lokhalle Station machen soll. „Wir beobachten aber mit großen Befürchtungen das aktuell bis zum 31. Oktober geltende Verbot von Großveranstaltungen“, sagt Produktionschef Wehr-Reinhold. Zudem wirke sich die Corona-Krise auf die wirtschaftliche Situation der Turn- und Sportfördergesellschaft aus. „Das schmerzt natürlich sehr und könnte uns zwingen, wie bei so viele andere Unternehmen aus der Event-Branche, in die Kurzarbeit zu gehen.“

Wie wirkt sich die Krise auf die Künstler und andere Beteiligte des Feuerwerks der Turnkunst aus?

„Unsere nationalen und internationalen Künstler wurden von heute auf morgen arbeitslos und haben in ihren Heimatländern gänzlich unterschiedliche Bedingungen, zum Beispiel was die finanzielle Unterstützung angeht“, sagt Wehr-Reinhold. Die Künstler verdienten zurzeit keinen einzigen Cent durch Auftritte. Das Gleiche gelte für Technikfirmen, selbstständige Veranstaltungstechniker, das Catering und auch die gesamte Logistik in und um die Veranstaltungs-Arenen. „Für viele von ihnen ist die Situation absolut existenzbedrohend.“

Steht das Feuerwerk der Turnkunst womöglich am Ende ohne Crew da?

„Ich befürchte, einige Mitarbeiter aus verschieden Gewerken der Veranstaltungsbranche werden sich umorientieren müssen. Das bedeutet unter anderem einen großen Verlust von Knowhow für die gesamte Event-Branche“, erklärt Wehr-Reinhold. Wahrscheinlich verschwänden viele Firmen vom Markt, und große Teile der Kleinkunst blieben auf der Strecke.

Was passiert, wenn Künstler wegen der Krise nicht mehr für die aktuelle Produktion zur Verfügung stehen?

„Ich denke, dass die meisten Künstler ihre Profession nach der Krise wieder ganz normal aufnehmen werden, das gilt auch für die für Hard Beat bereits engagierten Künstler“, sagte der Produktionschef. Das Engagement der deutschen Spitzenturner Andreas Toba und Marcel Nguyen habe man aber bereits um ein Jahr verschoben, weil auch die Olympischen Spiele auf 2021 verschoben wurden. „Die Athleten benötigen ihre volle Vorbereitungszeit für diesen Höhepunkt im Kalender eines jeden Spitzensportlers.“

Welche Auswirkungen könnten Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen auf die Tournee haben?

„Für uns gilt das Motto ganz oder gar nicht“, betont Wehr-Reinhold. Wenn Hallen wegen diverser Auflagen nur zu 50 Prozent ausgelastet werden dürften, sei das für das Feuerwerk der Turnkunst nicht wirtschaftlich und nicht finanzierbar. „Deshalb werden wir die Tournee nur in der gewohnten Form fahren. Sollte das im Dezember und Januar aufgrund von Auflagen noch nicht möglich sein, wird Hard Beat verschoben“ – im schlechtesten Fall auf das Jahr 2022.

Was bedeutet eine etwaige Verlegung für die Zuschauer, die bereits Karten gekauft haben?

„Wir lassen niemanden im Regen stehen“, sagt Wehr-Reinhold. Die Karten behielten ihre Gültigkeit. Sollte der neue Termin für betroffene Kunden nicht wahrnehmbar sein, erhielten diese natürlich ihr Geld zurück. Daher könne jeder schon jetzt ohne Bedenken seine bevorzugten Plätze buchen.

Hier gibt es Tickets

Die Shows in der Göttinger Lokhalle beginnen nach derzeitigen Stand am Montag, 18. Januar 2021, und Dienstag, 19. Januar 2021, jeweils um 19 Uhr. Eine familienfreundliche Anfangszeit hat die Veranstaltung am Mittwoch, 20. Januar 2021: Sie beginnt um 17 Uhr. Eintrittskarten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen in Göttingen (Wiesenstraße 1) und Duderstadt (Marktstraße 9) sowie im Internet unter www.gt-tickets.de. Abonnenten des Tageblatts erhalten einen Abo-Plus-Rabatt.

Von afu/r