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Regional Füchse begeistern in Northeim mit Star Romero
Sportbuzzer Sportmix Regional Füchse begeistern in Northeim mit Star Romero
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21:02 24.07.2011
Intensives Testspiel: Gleich zwei Northeimer versuchen Evgeni Pevnov am Wurf zu hindern.
Intensives Testspiel: Gleich zwei Northeimer versuchen Evgeni Pevnov am Wurf zu hindern. Quelle: Theodoro da Silva
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Tim ist ganz stolz, endlich ein Foto von Nationaltorhüter Silvio Heinevetter zu besitzen – natürlich mit ihm Seite an Seite. Und Svenja findet es „richtig geil“, das der neue Füchse-Star Iker Romero vom FC Barcelona den Arm über ihre Schulter legt und sich gemeinsam mit der Nachwuchshandballerin ablichten lässt. Die Rosdorfer Ratsfrau Katja Ahlers-Hampe (SPD), selbst eingefleischter Handballfan, bringt es auf einen Nenner: „Es ist einfach toll, eine solche europäische Spitzenmannschaft wie die Berliner Füchse einmal live zu sehen.“

Klar, dass die Halle jedes Mal tobt, wenn die junge Northeimer Mannschaft ein paar gute Aktionen hat. Was besonders Jan Niklas Falkenhain im linken Rückraum auskostet: „Es macht schon einen Heidenspaß, dem Silvio einen einzuschenken.“ Vier Treffer in der zweiten Halbzeit gegen den Nationaltorhüter Silvio Heinevetter, vier im ersten Durchgang gegen den Tschechen Peter Stochl (35), der in Berlin fast einen Renten-Vertrag bis 2016 hat. Uwe Falkenhain, der Northeimer Kotrainer, sieht den erfolgreichen Auftritt seines Sohnes als „ein nettes Beiwerk.“ Vater und Sohn fühlen sich in Northeim wohl: „Wir sind bodenständig und bleiben hier. Wir haben hier beste Bedingungen“, so Falkenhain senior, nachdem Drittligist TV Jahn Duderstadt und der Oberliga-Konkurrent HG Rosdorf-Grone Interesse am Torschützenkönig (254/102) gezeigt haben.

Den Northeimern bescheinigt jedenfalls der von Autogrammjägern umringte Silvio Heinevetter eine „sehr gute Oberligamannschaft“, und auch Kapitän Torsten Laen lässt Komplimente zurück, bedankt sich bei „einem tollen Publikum“. Alexander Petersson (31), der Lette mit isländischer Staatsangehörigkeit, erzielt nach 58 Sekunden das erste Saisontor der Berliner. Auf Northeimer Seite zieht Kai Effler nach zwei Minuten zum 1:1 nach. 13:4 führen die Füchse nach 19 Minuten: Auszeit für Northeim: Torwart-Dino Marc-Oliver „Ollo“ Wode (38), der vor dem Spiel noch großes Kribbeln verspürte, fordert seine Mitspieler auf, „nicht in Ehrfurcht zu erstarren“, wenngleich sich die abwehrstarken Berliner phasenweise richtig austoben, auch der vom FC Barcelona gekommene Weltstar Iker Romero, der sich dreimal hastig bekreuzigt, um nach 14 Minuten erstmals für die Berliner aufläuft. Und auch der vom Erstliga-Absteiger TSG Ludwigshafen-Friesenheim zu den Füchsen gekommene gebürtige Usbeke Evgeni Pevnov (22) ist glücklich: Wir haben eine phantastische Truppe, es macht super viel Spaß.“ Den Northeimern sagt er „gute Aussichten in der Saison voraus“.

Sympathie versprühen die Berliner Füchse in Northeim, präsentieren sich als absolutes europäischen Topteam – ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Volksnah geben sie sich nach dem Spiel. Trainer Dagur Sigurdsson kommt der Aufgalopp gelegen. „Man sucht sich Gegner, „damit man sich einspielen kann und tut gleichzeitig etwas Gutes“ für die Gastgeber. So wie in Northeim. „Der ganze Tag war schön“, resümiert „Macher“ und Trainer Carsten Barnkothe glücklich. 30 Jahre HSG Northeim/Hammenstedt/Hillerse, die nun jüngste Übertragung der Spielklassenrechte auf den neuen Northeimer HC, das große Handball-Event mit dem Aufritt des Frauen-Zweitligisten VfL Wolfsburg, der den Oberligisten Northeimer HC 36:20 (21:4) schlägt, und eben der Hit gegen die Füchse Berlin, erweisen sich als eine gelungene Präsentation.

Löfler (6), Bult (6/1), Christopherson (5), Petersson, Jaszka, Pevnov (je 4), Richwien, Laen, Romero (je 3), Nincevic (3/1), Spoljaric, Stenbäcken (je 1) für die Berliner sowie die Northeimer Falkenhain (8/1), Effler (4), Kühn (2), Strupeit und Kreitz (je 1) sorgen für einen munteren Torreigen, den die dankbaren Fans am Ende mit langanhaltendem Applaus begleiten.

Von Ferdinand Jacksch