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Regional Generals Göttingen gewinnen Duell der Oberliga-Topteams mit 21:14
Sportbuzzer Sportmix Regional Generals Göttingen gewinnen Duell der Oberliga-Topteams mit 21:14
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13:23 22.07.2014
Versucht Meter um Meter gut zu machen: Lars Schwarz (rechts) von den BG 74 Generals. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Aber zu lang, Martin Steinbrink kann den Pass nicht mehr erlaufen. Das bedeutet Ballbesitz Göttingen, das Spiel ist entschieden.

21:14 (14:14) gewinnen die BG 74 Generals das Spitzenspiel der Football-Oberliga-Nord gegen den Tabellenzweiten Braunschweig Lions II, haben damit die Playoffs bereits erreicht und dürften keine Mühe haben, sich in den beiden noch ausstehenden Partien auch das Heimrecht zu sichern.

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Es war ein Sieg des Willens gegen einen Gegner, der den Leinestädtern unbedingt die erste Saisonniederlage beibringen wollte. Was die mit schwerer Montur angetanen Spieler bei Temperaturen von 30 Grad und vor allem extremer Luftfeuchtigkeit am Sonntag im Maschpark leisteten, war bewundernswert.

Kampf bis nichts mehr geht

Stellvertretend für alle stand Martin „Curry“ Grimm, der nach dem Ausfall von Tiziano Wille (bekam vom Arzt fürs erste Sportverbot) das Angriffsspiel seines Teams fast alleine bestreiten musste. Mit dem Ergebnis, dass er den zweiten Touchdown selbst markierte und zum ersten durch Christosch Grosch sowie zum dritten, den Lukas Helfrich eine Minute vorm Abpfiff erzielte, jeweils die Vorlagen gab.

Zwischendurch stand der 37-jährige Routinier mit hochrotem Kopf an der Seitenlinie und keuchte – ein Anblick, der das symbolisierte, wofür Football steht: Kampf bis nichts mehr geht.

Es war nicht unbedingt ein fehlerloses Spiel – Coach Matthias Schmücker war mehrmals kräftig am Schimpfen – aber doch ein sehr sehenswertes und spannendes. Vor allem deshalb, weil sich zwei Teams gegenüber standen, die einigermaßen gleichwertig sind, dabei jedoch einen völlig anderen Stil pflegen.

Die Generals verlassen sich fast ausschließlich aufs Laufspiel, das heißt, sie tragen den Ball Meter um Meter nach vorn. Die Lions – deren erste Mannschaft amtierender Deutscher Meister ist – praktizieren dagegen Passspiel, das heißt, ihr Quarterback versucht, mit weiten Würfen einen schnellen Receiver (Ballfänger) in Szene zu setzen.

„Uns standen gerade mal 27 Spieler zur Verfügung“

Ein äußerst anspruchsvolles Unterfangen, und so fanden die meisten Würfe von Esben Petersen – und später Patrick Karbowski, der nach Petersens Verletzung reinkam – auch nicht ihr Ziel. Aber wenn sie einmal gefangen wurden – meist vom athletischen und pfeilschnellen Martin Steinbrink, der beide Touchdown für die Lions erzielte – dann herrschte Alarm in der Generals-Hälfte.

Schmücker betonte nach dem Abpfiff, dass er stolz auf seine Mannschaft sei: „Uns standen gerade mal 27 Spieler zur Verfügung, der Gegner war mit 43 angereist – diese personelle Unterlegenheit haben wir mit großem Kampf wettgemacht.“

Schön zu sehen war, wie die Zuschauer bei den letzten Braunschweiger Angriffsversuchen die Defensive ihres Teams mit „let´s go, Generals, let´s go“ noch mal antrieben. Bleibt zu hoffen, dass die starken Jungs vom Maschpark siegreich aus den Playoffs hervorgehen und das daraus resultierende Aufstiegsrecht wahrnehmen.

Siege mit bis zu 56 Punkten Differenz werden auf die Dauer langweilig – die Regionalliga ist für die Zuschauer die interessantere Liga und für die Spieler eine Herausforderung, der sie sich stellen sollten.

Von Hauke Rudolph