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Regional Gescheiterter Retter wird zum Langzeit-Trainer
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19:03 12.11.2010
Von Michael Bohl
Temperamentvoll: Frank Lorenzet ist engagierter Trainer des Leichlinger SV – ebenso lautstark kennen ihn auch die Jahn-Fans.
Temperamentvoll: Frank Lorenzet ist engagierter Trainer des Leichlinger SV – ebenso lautstark kennen ihn auch die Jahn-Fans. Quelle: EF
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Und nach dem Abstieg in die Regionalliga wurde der Coach nach nur einem halben Jahr Amtszeit durch einen Spielertrainer (Frederik Simonson) ersetzt. Inzwischen ist Lorenzet Langzeit-Trainer beim Drittligisten Leichlinger TV und steht heute in unserer Serie „Was ist aus ihnen geworden?“ im Blickpunkt.

Aus Wermelskirchen gekommen, war der neue Duderstädter Teamchef mit 33 Jahren seinerzeit der jüngste Bundesliga-Trainer. Trotz des gelungenen Einstandes mit einem 21:21 gegen den späteren Aufsteiger Wilhelmshavener HV hatte der lautstark coachende Lorenzet mit dem TV Jahn keinen Erfolg. So zog es den Diplom-Sportlehrer zurück in den Westen. Zwei Jahre betreute er den abstiegsgefährdeten Regionalligisten Longericher SC. „Anders als Duderstadt habe ich die sportlich gerettet“, erinnert er sich an die Zeit mit den Handballern aus dem Norden Kölns.

2003 wechselte Lorenzet zum Leichlinger TV. Aus der Oberliga führte er die Mannschaft aus dem rheinisch-bergischen Kreis auf Anhieb in die Regionalliga. Dort wurde er mit seiner Sieben dreimal Vizemeister, ehe 2008 der Aufstieg in die 2. Liga glückte. 2009 schaffte seine Mannschaft den Klassenverbleib, doch 2010, so Lorenzet, „sind wir unglücklich abgestiegen“. Vor allem über die Begleitumstände ärgert sich der 42-jährige Coach, der zudem Manager und Geschäftsführer ist: Sein Klub stand als Ersatz für den insolventen SV Concordia Delitzsch bereit, der seine Zweitliga-Lizenz dann so spät zurückgab, dass der LTV nicht mehr nachrücken durfte.

„Wir sind von dieser Geschichte in unserem Rechtsempfinden erschüttert“, betont Lorenzet, der die Wut mit seiner neuformierten Crew in positive Energie umwandeln will. Saisonziel ist der neunte Platz in der 3. Liga West, der die weitere Klassenzugehörigkeit sichern soll – derzeit mischt das Team als Tabellendritter sogar oben mit: „Einem Aufstieg würde ich mich nie verweigern“, bleibt Lorenzet ehrgeizig.

Sein Vertrag mit dem LTV läuft noch ein Jahr. Trotz verschiedener Angebote anderer Vereine geht Lorenzet, der telefonisch noch immer regelmäßig mit Jahn-Abteilungsleiter Ekkehard Loest in Kontakt steht, aber davon aus, dass er in Leichlingen bleibt: „Das ist mein Kind, ich wohne hier – da müsste was viel Besseres kommen.“