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Regional Gespannfahren: Beim Fahrturnier in Holtensen wollen nicht alle Pferde durchs Wasser
Sportbuzzer Sportmix Regional Gespannfahren: Beim Fahrturnier in Holtensen wollen nicht alle Pferde durchs Wasser
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00:19 17.08.2013
Voll Karacho: Christine Müller von der Kutschergilde Fahrsportclub Göttingen lässt mit ihrem Gespann das Wasser spritzen. Quelle: CR
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Holtensen

Das möchte man auch bei dem Zweispänner von Rebecca Hölscher (Kutschenfahrverein Aerzen/Ahorn) denken. „Die fährt ja wie der Henker“, bemerkt einer der Zuschauer. Rund 200 waren allein zur Abschlussprüfung des Fahrturniers des Göttinger Pony-, Reit- und Fahrclubs Holtensen gekommen. Doch Hölscher umfährt das Wasser.

Niemand reicht an Grobers Tempo heran

An das Tempo von Grober reicht niemand heran beim Hindernisfahren mit Geländehindernissen. So siegt er mit seinen Classic-Ponys und in der kombinierten Prüfung mit Dressur, Hindernisfahren und eben dem Hindernisfahren mit Geländehindernissen mit 58,63 Strafpunkten vor Anabel Klöpper (Hohenfels-Bolzum) mit 80,30 und Jonas Bartels (Uelze) mit 85,31 Strafpunkten.

Sieben bewegliche und drei feste Hindernisse bilden den Parcours beim Hindernisfahren mit Geländehindernissen. Und die festen haben es in sich: die Scheune, die Brücke und der Wassergraben, realistisch nachgebaut. Für alle drei gibt es mehrere Wege: Der kürzeste ist auch der schwerste. Der Wassergraben hat in sich. Wegen der Spiegelung im Wasser an diesem schönen Turnier-Sommertag wollen auch Pferde nicht hindurchgehen, die sonst kaum Scheu vorm Wasser haben. Mit Karacho rast Luzi mit Pia Bernecker (Hohenfels-Bolzum) beim Einspännerfahren durch den Graben und erntet dafür einen kräftigen Applaus. Das nächste Pferd mag weder Brücke noch Wasser. Nach zu viel Zeitverlust verzichtet der Fahrer.

Brücke und Graben sind Herausforderungen

Während einige sich von vornherein das Umfahren des Grabens vorgenommen hatten, müssen andere sich spontan dafür entscheiden. Auch die Brücke ist für viele ein echtes Hindernis. Die Pferde scheuen nicht erst beim ungewohnten Geklapper auf dem festen Belag, sondern schon beim Anblick des Bauwerks. Spannend ist, wie die Beifahrer durch kräftiges Rucken und den Einsatz ihres Körpergewichts so manchen Fehler vermeiden können.

Wie beim Reiten steht bei der Dressur steht die Durchlässigkeit des Pferdes im Vordergrund. Allerdings sind die Einwirkungsmöglichkeiten anders. Nur mit Leine, Peitsche und Stimme muss ein Fahrer sein Pferd dirigieren, Bahnfiguren und Tempiwechsel mit ihm schaffen. Fast schon ideal für Kutschfahrer könnte man das Holtenser Dressurviereck mit seiner festen Oberfläche nennen.

Flächen für die Landwirtschaft zu klein

Vor vier Jahren hat der Club den Fahrplatz von der Stadt Göttingen gepachtet. Nach den Arbeiten an der Autobahn waren die Flächen für die Landwirtschaft zu klein geworden. In viel Eigenarbeit haben Fahrer und Freunde die Fläche in ihren Turnierplatz verwandelt. Die Mühe hat sich gelohnt, das zeigen die Zahlen: Zum fünften Fahrturnier in diesem Jahr waren mehr als 60 Gespanne gemeldet, 2011 waren es gerade einmal ein Drittel. Gelungen fanden viele Fahrer die Zeiteinteilung. An einem Tag konnten sie alle Aufgaben in ihrer Fahrklasse absolvieren.

Ergebnisse: Kombinierter Wettbewerb: Einspänner Kl. E: 1. Selina Prüße (Bad Gandersheim), Florja von Vlus; 30 Strafpunkte. – Zweispänner Kl. E: 1. Kevin Kambach (Bad Gandersheim), Jazz von Clus, Jazz II von Clus, 31,20. – Kreismeister Göttingen (Kl. E): Dirk Sauerland (FG Südniedersachsen). – Einspänner Kl. A: 1. Wilfried Hilse (RV Eicklingen), Bendavi ; 62,39. – Zweispänner Kl. A: 1.Tim Grober (Bad Gandersheim),  Jazz II von Clus, Jazz von Clus; 58,63.

Von Ute Lawrenz