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Regional Gismos Schlusspurt distanziert die Konkurrenz
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22:36 05.07.2009
Siegerritt: Jörg Michael Eicke und Gismo distanzieren die Konkurrenz um fast drei Sekunden.
Siegerritt: Jörg Michael Eicke und Gismo distanzieren die Konkurrenz um fast drei Sekunden. Quelle: Swen Pförtner
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Adelebsen. „Ich bin superglücklich hier in Adelebsen gesiegt und diese tolle Trophäe geholt zu haben. Ich habe ja noch nicht so viele S-Springen gewonnen“, sagte – übers ganze Gesicht strahlend und den von Simeon Graf Wolff von Meternich überreichten Silbernen Steigbügel fest im Griff – Jörg Michael Eicke nach der Siegerehrung. Die Komplimente für den Überraschungserfolg gab der 25-jährige Amateurreiter von der RG St. Georg Einbeck, der in Marburg Jura studiert, aber sogleich an seinen Partner weiter: „Gismo ist das perfekte Pferd. So kurz und leicht wie er ist, wirkt er fast wie eine Stute, er ist aber sprung- und willensstark und unheimlich schnell“, zählte Eicke die Qualitäten seines Fuchswallachs auf.

Als letzter Starter des von Herbert Hausknecht ausgetüftelten Normalparcours hatte Gismo die 14 Hindernisse eher vorsichtig in der langsamsten Zeit (74,97 Sekunden) der zehn fehlerfreien Reiter überwunden. Doch im verkürzten, sehr engen Stechparcours entwickelte der grazile Wallach trotz brütender Hitze ungeheure Dynamik. Eicke und er fanden als einzige die Ideallinie und distanzierten den zweitplatzierten Kreienser Olaf Herold auf Gio Gitano (43,11) fast um drei Sekunden. Dritter wurde Publikumsliebling Uwe Lechte vom RC Billingshausen auf Roy Flash (44,82) vor dem letzten fehlerfreien Gespann, Annkathrin Heydenreich vom RFV Isernhagen (47,01).

Schneller als Eicke und Gismo war nur der fünftplatzierte Daniel Oppermann, Mitglied des deutschen Perspektiv-Kaders vom RFV Hofgeismar, auf Grace Kairo. Ihr Parforceritt dauerte nur 36,41 Sekunden, doch nachdem Grace Kairo die Stange des letzten Hindernisses  mit dem Hinterhuf gestreift hatte, polterte sie – begleitet vom kollektiven Aufstöhnen Hunderter Zuschauer – zu Boden. 

Vorjahressieger Gerald Nothdurft schaffte es zwar mit zwei Pferden ins Stechen, zeigte sich aber als erster Starter mit Crazy Story deutlich desorientiert und leistete sich vier Abwürfe. Auf Armani musste er sich mit vier Fehlerpunkten mit Rang sechs begnügen. Für die in Adelebsen so erfolgreiche Bormann-Dynastie setzte Friso Bormann ein Ausrufezeichen. Der 16-Jährige wurde nach null Fehlern im Normalparcours auf A Crazy Story mit zwei Abwürfen im Stechen immerhin Neunter. Schwester Finja belegte als schnellste Vier-Fehler-Reiterin (67,72 Sekunden im Normalparcours) Rang elf.

Dass es nach vielen Jahren im Jahr des 40. Geburtstags des ausrichtenden RTV Adelebsen wieder einmal zehn von 31 Startern mit fehlerfreien Ritten in ein dramatisch verlaufenes Stechen geschafft hatten, war für die Vorsitzende Sybille Klaaßen-Lotz sowie Simeon Wolff Graf von Metternich, der seinen Vater, den RTV-Präsidenten Peter Graf Wolff Metternich, vertrat, krönender Abschluss einer rundum gelungenen Veranstaltung. „Wir sind hoch zufrieden“, versicherte Graf Metternich, und Klaaßen-Lotz, die sich bei den vielen freiwilligen Helfern für unzählige Arbeitsstunden bedankte, schwärmte von „Top-Rahmenbedingungen“ und einem hervorragenden Zuschauerzuspruch. Hausknecht, der das Adelebser Turnier als „Klein Hardenberg“ auszeichnete, hob die Qualität der Prüfungen und Starter hervor. Er  fühlt sich voll und ganz bestätigt, die Bezirksmeisterschaften, über die das Tageblatt in seiner morgigen Ausgabe berichtet, im Rahmen des Adelebser Turniers ausgetragen zu haben.

Von Michael Geisendorf