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Regional Göttinger DFB-Stützpunkttrainer über Taktik-Trends bei der WM
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18:21 17.07.2014
Seit der WM für die Deutschen wieder ein Taktik-Guru: Joachim „Jogi“ Löw, Bundestrainer und seit dem Wochenende Weltmeister. Quelle: dpa
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Göttingen

Zwei Trainer des DFB-Stützpunktes Göttingen, Martin Wagenknecht und Thomas Hellmich, meinen, eine Tendenz zu erkennen.

„Das Guardiola-Spiel ist nicht der Weisheit letzter Schluss und war in der letzten Saison teilweise ermüdend“, stellt Hellmich klar. Der Trainer glaubt, dass im Profifußball ein höheres Offensivrisiko zwecks besserer Vermarktungsmöglichkeiten bewusst gefördert wird.

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„Es geht auch darum, wie man den Profibereich möglichst gut verkaufen kann. Es werden ja auch Dinge eingebaut, mit denen die Trainer zur Offensive gezwungen werden.“ Als Beispiel nennt Hellmich die Regel, dass gleiche Höhe kein Abseits ist. „Dadurch fallen mehr Tore. Man will, dass nach vorn die Post abgeht.“

Auch weil der Fußball athletischer geworden ist, werde er sich womöglich in Richtung schnelles Umschaltspiel bei Balleroberung entwickeln, glaubt Wagenknecht. „Das ist dann auch etwas schöner anzusehen als der Fußball bei Guardiola mit viel Ballbesitz.

Das war ja in der vergangenen Saison teilweise wie beim Handball.“ Bei 70 Minuten Ballbesitz könne der Gegner in dieser Zeit schon mal keinen Treffer erzielen – das sei der Vorteil. Auf der anderen Seite sei so eine Mannschaft, die gegen einen gut verteidigenden Gegner müde wird, umso anfälliger für Konter. Klassisches Beispiel dafür sei das Champions-League Halbfinale zwischen den Bayern und Real Madrid, in dem die Münchener eine 0:4-Klatsche kassierten.

„Gegen pfeilschnelle Spieler, die abgehen wie Schmidts Katze, ist es bei Kontern schwierig, mit sechs bis sieben Spielern hinter den Ball zu kommen“, so Wagenknecht. Umso wichtiger sei angesichts dieser Entwicklung, ergänzt Hellmich, dass in der deutschen Ausbildung in den vergangenen zehn Jahren viel Wert auf Technik gelegt wurde.

Natürlich sei die Taktik bei der WM auch der Hitze geschuldet gewesen. „Doch eine Tendenz war festzustellen“, sagt Wagenknecht. Vor allem auch von den südamerikanischen Teams sei etwas Neues praktiziert worden. „Die Bundesligatrainer werden aber nicht gleich ihre langfristig angelegten Systeme aufbrechen.“