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Göttinger Kiessee wird zum Trainingslager für Kanupolo-Nationalteams

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18:30 25.03.2021
Drei Wochenenden ist der Kiessee Trainingsrevier der Nationalteams.
Drei Wochenenden ist der Kiessee Trainingsrevier der Nationalteams. Quelle: Swen Pförtner (Archiv)
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Göttingen

Für Spaziergänger und Jogger am Göttinger Kiessees wird es an den kommenden Wochenenden ein ungewohnter Anblick sein: Auf dem See wird wieder Kanupolo gespielt. Der Göttinger Paddler-Club (GPC) hat Nationalteams zu Gast, die in Südniedersachsen zum Trainingslager zusammenkommen. Während sich der Vereinssport auf den Individualsport beschränken muss, ist es im Spitzensport nach den Beschlüssen der Bundesregierung gestattet, in Gruppen zu trainieren um die Konkurrenzfähigkeit besonders im Hinblick auf die Weltmeisterschaften und die damit verbundene World Games-Qualifikation zu erhalten.

Auftakt bildet am Wochenende 27. und 28.März die Auswahl der U21-Herren. Für sie ist es das erste Live-Training seit eineinhalb Jahren. Da es letztes Jahr keine Möglichkeit zur Sichtung gab, hat der neue U21-Bundestrainer Jonathan Thomas die Landes- und Vereinstrainer angerufen und nach Talenten gefragt. „Ich bin gespannt wie die jungen Spieler sich auf dem Wasser so machen. Nach so einer langen Zwangspause müssen wir alle erst mal wieder reinkommen. Ich hoffe, dass das Trainingslager bei allen eine große Motivation für die nächsten Wochen und Monate entfacht“, sagt Thomas.

Am 10. und 11. April trifft sich das Herrenteam als amtierender Weltmeister und am darauffolgendem Wochenende (17. und 18. April) sind die Damen, ebenfalls amtierende Weltmeisterinnen, in Göttingen. „Geplant war eigentlich, dass sich alle Kader zu einem gemeinsamen Trainingslager treffen. Das war in diesem Jahr wegen der Pandemiebeschränkungen aber nicht möglich, sodass wir die Personenzahl reduzieren mussten, damit haben wir uns auf drei Wochenenden aufgeteilt“, berichtet Bundestrainerin Caroline Sinsel. Zum Saisonauftakt gehe es vor allem um die Auswahl und Talentsichtung, um ein Team von acht Athleten für die Weltmeisterschaften im Oktober in Rom zu formen und so seien mehr Spielerinnen und Spieler eingeladen, als letztlich bei den Meisterschaften antreten werden.

„Wir haben durch die vielen Beschränkungen in der vergangenen Saison nicht unser übliches Trainingspensum absolvieren können. Für die Nationalmannschaft war bisher nur ein gemeinsames Online-Training im Januar möglich und so ist es seit langem das erste Aufeinandertreffen des gesamten Kaders. Wir werden in Göttingen daran arbeiten, den Trainingsrückstand aufzuholen und unsere Konkurrenzfähigkeit wieder herzustellen“, so die Bundestrainerin. Göttingen erweise sich dabei als geeigneter Standort und das nicht nur wegen der zentralen Lage und der damit für alle gute Erreichbarkeit.

Der GPC ist gerne Gastgeber und „wir freuen uns natürlich, dass wir dem Spitzensport die Trainingsmöglichkeiten bieten können und dass wieder sportliches Leben auf den Kiessee kommt, auch wenn wir im Vereinssport momentan noch kein Teamtraining anbieten dürfen. Schade ist auch, dass das Zuschauen von unserem Vereinsgelände aus nicht gestattet ist, aber bei einem Spaziergang um den See kann man ja auch ganz gut den spritzigen Wassersport beobachten“, so der Vereinsvorsitzende, Gunnar Zieseniß.

Neben den sportlichen Zielen steht die Gesundheit der Sportler und Sportlerinnen im Vordergrund. Und so gelten neben der Testung strikte Hygieneregeln. Das gilt von der Anfahrt bis hin zum Aufenthalt in Göttingen. So dürfen die Mannschaften nur unter sich bleiben und sich auch nur auf dem Gelände aufhalten. Dort werden sie auch übernachten: jeweils in Einzelzelten. Das Göttinger Gesundheitsamt hat die Trainingslager unter den strengen Hygieneregeln genehmigt.

Von Kathrin Lienig