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Regional Göttinger Rugby-Damen gewinnen Deutsche Hochschulmeisterschaften
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00:17 03.07.2013
Von Michael Geisendorf
Auf dem Weg zur Deutschen Hochschulmeisterschaft: Janneke Moeller (r.) im Spiel der Uni Göttingen gegen das Team aus Bremen.
Auf dem Weg zur Deutschen Hochschulmeisterschaft: Janneke Moeller (r.) im Spiel der Uni Göttingen gegen das Team aus Bremen. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Mit dem traditionellen Schlachtruf der Göttinger Rugby-Spieler und der obligatorischen Sektdusche feierten die Mannschaft und die zahlreichen Fans auf dem Uni-Sportgelände am Sprangerweg den Titelgewinn der Gastgeberinnen. Für die Herren lief es nicht ganz so gut, doch mit dem achten Platz unter 38 Teams sei seine Mannschaft durchaus zufrieden, versicherte Kapitän Arne Wenzel.

Er schwärmte vor allem vom 20:15-Achtelfinalsieg gegen die hoch favorisierte, mit Bundesliga-Akteuren gespickte Uni Hannover. „Das war mit Abstand das beste Spiel, das ich von unserer Mannschaft je gesehen habe.

Danach waren wir allerdings platt“, sagte er mit Hinblick auf die Viertelfinal-Niederlagen gegen Potsdam (5:25) und Münster I (10:15) und im Match um Rang sieben gegen Frankfurt I (17:22). Ihre Vorrundengruppe hatten die Göttinger, die im Vorjahr Sechster waren, souverän dominiert. 20:0 wurde Kassel geschlagen, 25:20 Ilmenau, 30:5 Frankfurt II und 40:0 die Uni Leipzig.

Als Gruppenerster ins Viertelfinale

Einen fulmimanten Durchmarsch legten die Göttinger Damen hin. Nach 40:10 gegen Bremen, 45:0 gegen Dresden und 35:0 gegen Erlangen-Nürnberg zogen sie als Gruppenerster ins Viertelfinale ein, in dem das Team Kaiserslautern-Darmstadt nicht den Hauch einer Chance hatte (45:0).

„Das Halbfinale gegen die favorisierten Mainzerinnen war hart umkämpft. Nachdem wir sie 17:12 geschlagen hatten, wussten wir, dass wir das Turnier gewinnen können“, berichtete Spielerin Iris Klawitter. Wie aufgedreht starteten die Göttingerinnen, die in der Regionalliga Nord für den SCW auflaufen (ebenso wie die Herren in der Verbandsliga), ins Endspiel gegen Tübingen.

Mit ihrer Schnelligkeit und Aggressivität schüchterte die Heimsieben die Schwaben ein, provozierten mit entschlossenen Tacklings Ballgewinne und sorgten mit fünf Trys (Ablagen in der gegnerischen Endzone), von denen jeder fünf Punkte zählt, für die 25:0-Pausenführung.

Mit dem Schlachtruf der Göttinger Rugby-Spieler und der obligatorischen Sektdusche feierten die Mannschaft und die zahlreichen Fans den Titelgewinn.

Zwar gelang Tübingen im zweiten Durchgang auch ein Try, doch dem standen weitere drei Ablagen und zwei erfolgreiche Erhöhungen (zwei Punkte zählende Schüsse nach einem Try über die Querstange des Tores) der Göttingerinnen gegenüber, die damit einen nie gefährdeten 44:5-Sieg bejubelten.

Ebenso einseitig verlief das Herren-Endspiel zwischen der FH Heidelberg – deutsche Rugby-Hochburg neben Hannover – und der Uni Potsdam. Die Brandenburger, die das dritte Mal in Folge im Finale standen, waren den Attacken der in allen Belangen überlegenen Heidelberger um den technisch versierten, wieselflinken Marvin Dieckmann hilflos ausgeliefert.

Potsdam bekam kein Bein auf die Erde und unterlag den Baden-Württembergern, in deren Reihen sechs Nationalspieler stehen, 0:59. Dritter wurde Mainz mit einem 19:15-Erfolg über die Uni Freiburg.

Ausziehen“-Rufe (fast) erhört

So rustikal, offenherzig und fair – trotz unzähliger Blutergüsse und sieben in die Klinik eingelieferter Verletzter – ging es auch neben dem Spielfeld zu. „Nehmt Rücksicht auf die Kunden und rennt nicht mit blankem Hintern durchs Fitness-Studio“, ermahnte der Platzsprecher die gut 700 Ruggby-Spieler.

Die stets ignorierten „Ausziehen“-Rufe von den Rängen an die weiblichen Akteure wurden immerhin nach dem Herren-Finale von zwei jungen Damen (fast) erhört. In Slip und BH umkreisten sie das Spielfeld, begeistert angefeuert von ihren männlichen Pendants.

Begeistert waren die Teilnehmer von dem zweitägigen Turnier, das die Göttinger um Organisations-ChefJonas Guzy erstmals ausrichteten. „Stimmung und Organisation waren super“, befand Niedersachsens Schiedsrichterobmann Ralf Tietge.

Er und seine zehn Kollegen mussten jeder 18 Partien leiten und waren danach ebenso groggy wie die Akteure der 57 Teams.