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Regional Stephan Ferneding steppt bei der WM
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00:17 25.11.2016
Sie können es als Duo aber auch solo: Dagmar Härter (l.) und Stephan Ferneding.
Sie können es als Duo aber auch solo: Dagmar Härter (l.) und Stephan Ferneding. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen

25 Jahre lang hat Ferneding Judo trainiert, nahm an Bezirks- und Landesmeisterschaften teil. Nach der vierten Knieoperation gab er auf. „Sieben Jahre ist das her“, erinnert er sich. Kurz darauf entdeckte er das Steppen. „Ich war geschäftlich in London“, berichtet der Sportler. Abends wollte er noch etwas unternehmen und landete im Musical „Billy Elliot“. In dem Stück entdeckt ein Bergarbeiterjunge seine Liebe zum Tanzen.

Das Steppen, wo mit Metallplatten an beiden Enden der Schuhe rhythmische Klänge erzeugt werden, faszinierte Ferneding. „Es verbindet das Künstlerische mit dem Sportlichen“, sagt er. Zurück in Göttingen besuchte der Unternehmer Steppkurse bei Gerhard Krebs. Als Krebs seine Tanzschule abgab, pausierte Ferneding eine Zeit lang. Dann fing er beim ASC bei Trainerin Dagmar Härter, ebenfalls eine Krebs-Schülerin, wieder an. „Beim Steppen kann ich gut abschalten. Der Sport hält fit, macht Spaß und zufrieden“, fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Im vergangenen Jahr waren der Tänzer und seine Trainerin bei der Weltmeisterschaft in Riesa. Fasziniert beschlossen sie abends bei einem Glas Rotwein, 2016 bei der Deutschen Meisterschaft als Duo anzutreten.

Ferneding bereitete sich außerdem auf eine Teilnahme als Solotänzer vor. Er wählte ein fröhliches, heiteres Stück der niederländischen Sängerin Caro Emerald aus, „Dr. Wanna Do“. Über Wochen erarbeitete er sich eine eigene Choreographie mit Elementen wie Pull Backs (Sprüngen nach hinten), Wings (Sprünge mit zur Seite geworfenen Beinen) und Toe-Tanz (Tanz auf den Zehenspitzen).

Täglich übte er zwei, drei Stunden in der Kulturfabrik Musa. In Weinheim traten dann 650 Sportler in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an: Solotänzer, Duos, Trios, Gruppen und Formationen von zehn bis 50 Leuten. Das Duo Härter/Ferneding belegte unter neun Paaren den achten Platz. Ferneding selbst erreichte unter sechs Teilnehmern Platz vier. Damit hat er sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Nun wird er auch in den kommenden Tagen auf abendliches Fernsehen verzichten, um sein tägliches Training fortzusetzen.

Sportler und Künstler

Der Stepptanz ist in den 1830er-Jahre in New York entstanden, wo verschiedene Einwanderergruppen bei Wettbewerben gegeneinander antraten. Afrikanischer Shuffle verschmolz mit irischen, schottischen und englischen Tanzstilen. Das Steppen erlebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts seine Blüte. Es war damals fester Bestandteil von Broadway-Shows und Big-Band-Auftritten. „In Deutschland steppen heute einige tausend Menschen, in Göttingen sind es 30 Personen“, schätzt Stephan Ferneding. Die Stepper trainieren in Sportvereinen, Kultureinrichtungen und Tanzschulen. Neben einigen Leistungs- und vielen Breitensportlern gibt es künstlerisch interessierte Tänzer, die nichts von Wettkämpfen wissen wollen.