Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Göttinger tritt für Deutschland bei Unterwasserrugby-WM an
Sportbuzzer Sportmix Regional Göttinger tritt für Deutschland bei Unterwasserrugby-WM an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:11 25.07.2019
Unterwasserrugby ist ein körperlich sehr harter Sport, bei dem es nicht zimperlich zur Sache geht. Quelle: imago images
Anzeige
Göttingen

Für den 34-jährigen Arzt, der in der inneren Medizin des Göttinger Uni-Klinikums tätig ist, gibt es keinen schöneren Sport als Unterwasserrugby: „Am Anfang habe ich gedacht: Komisch, was die da machen! Aber jetzt weiß ich, dass es der coolste Sport der Welt ist.“

Treiber hatte als ganz normaler Rugbyspieler auf dem Feld angefangen, bis ein Plakat in der Mensa seine Aufmerksamkeit erregte: „Wage den Sprung in die dritte Dimension“, stand da drauf. Und in der Tat mache die Dreidimensionalität unter Wasser den besonderen Reiz aus. „Es ist die völlige Freiheit. Als kleiner Junge will man fliegen lernen, beim Unterwasserrugby ist man da ganz nah dran“, sagt der Mediziner.

Trainiert wird nach wie vor in Göttingen

Dem Göttinger Unterwasserrugbyteam ist der 34-Jährige treu geblieben. Er spielt zwar seit einiger Zeit für den mehrfachen Deutschen Meister aus Bamberg und hatte vorher bereits beim Berliner Unterwasserrugby Station gemacht. Aber trainiert wird nach wie vor in Göttingen.

Hannes Treiber Quelle: R

Auch wegen ehemaliger Größen der Sportart wie Sebastian Russo und Felix Benedikt sei Göttingen „immer mal wieder“ für ein hohes Niveau bekannt, unterstreicht Treiber, der den Absprung nach Berlin zu einem Zeitpunkt vollzog, als es mal wieder bergab ging – „ich bin der einzige, der weitergemacht hat, und wollte erfolgreich sein“, sagt der gebürtige Heidelberger.

Die Leinestadt ist heute wieder eine feste Größe im Rugby unter der Wasseroberfläche. „Es wächst und gedeiht prächtig. Göttingen hat sich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert, spielt aber nicht ganz oben mit“, unterstreicht der Internist.

Klassische Hochburg ist Mühlheim an der Ruhr

Die klassische Hochburg des Unterwasserrugby ist dagegen der Ruhrpott mit Mühlheim an der Ruhr, wo der Sport laut Treiber erfunden wurde. Dominanz übten national zuletzt Malsch (Karlsruhe) und Bamberg, das in den vergangenen Jahren zwölfmal Meister geworden ist, aus. Einmal durfte auch der Göttinger den Titel bejubeln, aktuell firmiert er mit seinem Klub als amtierender Vizemeister.

„Die Luft lange anhalten zu können, ist fast gar nicht wichtig“, sagt Treiber über seinen Lieblingssport. „Die Tauchzeiten in einem Spiel sind vergleichsweise kurz.“ Dafür sei Unterwasserrugby enorm anstrengend: „Sie müssen sich vorstellen, zwei schwere Einkaufstüten in den dritten Stock schleppen zu müssen und dabei die Luft anzuhalten. Das hält man keine Minute durch.“

Das ist Unterwasserrugby

Unterwasser-Rugby ist eine Mannschaftssportart, die dadurch einzigartig ist, dass sich sowohl der Ball als auch die Spieler in drei Dimensionen bewegen. Ziel des Spiels ist es, den salzwassergefüllten Ball in den gegnerischen, unter Wasser angebrachten Korb zu bringen. Dabei werden Flossen, Tauchmaske und Schnorchel als Ausrüstung eingesetzt. Ihren Ursprung hat die Sportart in deutschen Tauchvereinen. Seit den 1970er Jahren werden regelmäßig internationale Meisterschaften durch den Tauchsportverband CMAS ausgetragen.

Ein Unterwasser-Rugby-Spiel wird in zwei Spielhälften zu je 15 Minuten effektiver Spielzeit ausgetragen, dabei wird bei jeder Spielunterbrechung die Zeit angehalten. Jede Mannschaft kann pro Hälfte eine Auszeit von einer Minute verlangen. Falls im Turniermodus eine Spielentscheidung herbeigeführt werden muss, erfolgt nach einer Pause eine Spielzeitverlängerung von fünf Minuten im Sudden Death, bei weiterer Ergebnislosigkeit kommt es zu einer Entscheidung durch Strafwurfwerfen.

Der Spielraum befindet sich unter Wasser und ist auf drei Seiten durch Beckenwände begrenzt. In der Regel erfüllen Sprungbecken die Anforderungen, sodass im Sprungbecken im tiefen Bereich über die Längsseite gespielt wird.

Die korbförmigen Tore aus Metall mit einem Durchmesser von 39 bis 40 Zentimetern stehen in der Mitte jeder Breitseite des Spielraums auf dem Beckenboden an der Wand.

Als körperbetonter Kontaktsport sind die Regeln von Unterwasser-Rugby auf Verletzungs-Prävention und Fairness ausgelegt. Es ist nicht erlaubt, jemanden anzugreifen oder zu bewegen, der nicht im Ballbesitz ist, es sei denn, der Ball wird selbst geführt. Außerdem dürfen sich Spieler nicht an den Körben festhalten, und der Ball muss grundsätzlich unter der Wasseroberfläche im Spielraum gehalten werden.

Er als 34-Jähriger sei keineswegs ein Unterwasserrugby-Methusalem – im Gegenteil: „Das ist das beste Alter, weil man sich mit der Zeit eine gewisse körperliche Robustheit angeeignet hat“, sagt Treiber. Es gebe einige jüngere Spieler und auch einige ältere. Aber ein Akteur, der Anfang 30 ist, liege im Durchschnitt.

Stichwort Robustheit: Das Spiel, hat Treiber beobachtet, werde immer körperlicher. Das erfuhr der Mediziner erst neulich im Champions Cup, der Champions League des Unterwasserrugbys, als er für Bamberg ins Becken gestiegen war.

Mehrmals stand Treiber im erweiterten WM-Kader der Nationalmannschaft, diesmal hat es geklappt – er hat es unter die ersten 15 Spieler geschafft und darf nun Weltmeisterschaftsluft schnuppern. Die Aussichten auf eine Medaille könnten schlechter sein: Vor vier Jahren bei der bis dato letzten WM holte Deutschland Silber, verlor dabei im Endspiel gegen Norwegen.

Auch bei den am Freitag beginnenden Titelkämpfen ist Norwegen Topfavorit. „Sie sind sehr stark und körperlich echte Brocken“, berichtet Treiber. Hoffnung macht den Konkurrenten, dass der amtierende Weltmeister „ein bisschen schwächelt“.

Die Kolumbianer kommen stark auf

Eine große Konkurrenz stellt neuerdings ein Team aus Südamerika dar: „Jetzt kommen die Kolumbianer“, prognostiziert der Göttinger. „Sie sind traditionell schwimmstark und haben nun auch an Muskeln zugelegt.“ Kolumbien habe erst kürzlich Deutschland geschlagen.

„Super stark“ sei auch Dänemark, und damit hat Treiber seine Top 4-Favoriten beisammen. „Wenn ich wetten müsste“, sagt er und zögert, „würde ich natürlich auf Deutschland wetten“, beendet er lachend den Satz.

Von Eduard Warda

Spielmacher Michael Stockton verlässt den Basketball-Bundesligisten BG Göttingen, und die Veilchen tragen Trauer: Wir haben Stimmen von Verantwortlichen und Experten gesammelt.

25.07.2019

Der TV Jahn Duderstadt, Aufsteiger in die Handball-Oberliga, empfängt in seinem ersten Testspiel für die neue Saison am Sonntag um 17 Uhr in der Sporthalle „Auf der Klappe“ einen Drittligisten. Zu Gast ist die Hildesheimer Eintracht, die vor einigen Wochen in der Aufstiegsrelegation zur 2. Liga gescheitert ist.

25.07.2019

Ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Spieler Marlon Krebs feiert im Duell zweier Handball-Drittligisten der Northeimer HC gegen den HSV Hannover. Anpfiff ist am Sonnabend um 16 Uhr in der Schuhwallhalle.

25.07.2019