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Regional Göttingerin eilt 2013 bei S-Dressuren von Sieg zu Sieg
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18:37 18.07.2014
Im heimischen Stall beim RV Bovenden: Inka Rossek mit ihren selbst ausgebildeten Pferden. Quelle: Hinzmann
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Bovenden

2013 war das Erfolgsjahr der Reiterin mit Leib und Seele: Elf S-Siege erreichte sie auf Dadiva de Luna. Weitere seien in diesem Jahr hinzugekommen.

„Ich bin überglücklich, dass ich das als ,Nichtprofi‘ mit selbst ausgebildeten Pferden geschafft habe“, sagt die gebürtige Göttingerin, die nun mit ihrer Familie in Lütgenrode wohnt.

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Der Pferde-Virus packte Inka Rossek, als sie zwölf Jahre alt war. Dafür hängte sie die Leichtathletik an den Nagel. Doch ein eigenes Pferd bekam sie nicht. Heimlich sei sie oft geritten, auf Pferden von der Weide ohne Sattel und Zaumzeug.

Ohne Sattel

Ein älterer Herr, dem sie zur Hand ging, stellte ihr ein Pferd zur Verfügung. Auch diese Stute, Hella-Sabana, ritt das Mädchen oft ohne Sattel. Mit ihr hat sie den ersten Sieg errungen. Als der Mann sich das Pferd nicht mehr leisten konnte, gab er es an Rossek ab. Sie jobbte.

An Reitunterricht war nicht auch noch zu denken, die Hufe ihres Pferdes machte sie selbst. Als Zuschauer habe sie versucht, sich ein wenig von den „Großen“ abzusehen. Als sie Christoph von Daehne zum ersten Mal auf dem Pferd sah, war ihr klar: Das war „ihr Lehrer“. Mit einer Freundin teilte sie sich Reitstunden bei ihm.

Irgendwann war die Freundin mit dem Studium fertig und zog weg aus der Leinestadt. Inka Rossek sagte von Daehne, dass sie nun nicht mehr so oft kommen könne. Doch sie musste  nur noch jedes zweite Mal bezahlen. Als sie schließlich auf L-Niveau fast alles gewann, sowohl in der Dressur als auch im Springen, empfahl ihr von Daehne, umzusatteln.

Schweren Herzens verkaufte Rossek Hella-Sabana. Für ein anderes Pferd reichte es nicht: Ein Autounfall machte das Geld fast zunichte. Wieder half von Daehne. Er stellte der Reiterin ein Pferd zur Verfügung.

Zahn verloren

Als Rossek schließlich einen guten Job gefunden hatte, wählte sie beim Landgestüt Celle Abu Simbel. Mit ihm entschied sie sich für die Dressur und bildete ihn mit von Daehne aus. Ein „Youngster“, den sie außerdem ritt, brachte sie mit einem Tritt um einen Zahn.

So lernte sie ihren Mann kennen, er war für sie der Zahntechnikermeister. Gemeinsam begannen sie, zu züchten. Das Resultat: Dadiva de Luna. Den erfolgreichen Wallach White Wings kauften sie dazu, nachdem die junge Mutter ihren zweiten Sohn bekommen hatte. Dadiva de Luna bekam ein Fohlen, Hija de la Luna. Viele M-Siege sind Rossek auf ihr schon gelungen. Weil es zu viel wurde, drei Pferde zu reiten, trennte sich Rossek schweren Herzens von White Wings.

Doch noch immer sind Rosseks Tage streng „getaktet“. Mindestens zwei Stunden verbringt sie fast täglich mit den Pferden, für Bewegung und Pflege. Jedes Pferd reitet sie viermal pro Woche, und das alles neben ihrer Teilzeitstelle an der Uni. Nun steht wieder ein Dritter in der „Schlange“.

Noch genießt der dreijährige Neuling die Weide. Auch ihre Stuten dürfen dort grasen. Häufig geht sie mit ihnen auch ins Gelände. Nicht jedes Wochenende reitet sie Turnier. Die Familie ist der Frau voller Begeisterung wichtig. Ihr Mann und die zwei Söhne (14 und 16) reiten nicht.

Mal nichts tun, das gibt es bei Rossek nicht, und das wohl vor allem wegen der Pferde. Kein Wunder, dass sie in Bettenrode förmlich strahlte, als sie die Auszeichnung bekam – aus den Händen ihres Lehrers von Daehne.