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Regional Großfeldhandball zum 90. Geburtstag des MTV Geismar
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18:17 07.06.2018
Szene aus einem Großfeldhandball-Vergleich 1996 zwischen dem MTV Geismar und der SG Groß Schneen/N. Quelle: Heller
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Geismar

Großfeldhandball – da schlagen die Herzen von Ernst Schacke (81) und Walter Schoppe (80) höher. „Das waren noch Zeiten“, schwelgen die beiden MTV-Urgesteine und erinnern sich genauso an staubige oder mit Pfützen und Schlamm übersäte Aschenplätze wie an arg in Mitleidenschaft gezogene Sportbekleidung, Verletzungen und Hautabschürfungen. Der Freude am Sport tat das aber nie einen Abbruch.

„Unsere Großfeld-Mannschaft war über einen langen Zeitraum ein eingeschworener Haufen“, berichtet Schoppe, und Schacke ergänzt: „Wir haben uns nicht nur auf dem Feld, sondern auch privat gut verstanden. Dadurch sind Freundschaften entstanden, die auch nach dem Ende der aktiven Zeit zum Teil bis heute noch Bestand haben.“

Kaum jemand besaß damals einen Pkw

Typisch war auch für die Zeit, dass es noch keinen ausgeprägten öffentlichen Nahverkehr gab und kaum jemand einen Pkw besaß. „Da sind wir von Geismar zu den Auswärtsspielen zum Beispiel nach Reyershausen oder Eddigehausen mit dem Fahrrad gefahren“, erzählen die beiden eingeschworenen MTV-Handballer. Mit Wehmut denken sie aber auch daran zurück, dass die Sportanlage auf dem eigenen Vereinsgelände am Königsplatz immer weniger genutzt wurde und daher einer Tennisanlage weichen musste. In einem Abschiedsspiel trafen dort am 7. Juli 1979 „Alt gegen Uralt“ noch einmal aufeinander. Rund 50 Sportfreunde waren dem Aufruf gefolgt. Es gewannen die „Alten“, aber knapp.

Regelwerk des Großfeldhandballs

Großfeldhandball wird auf einem Sportplatz gespielt, dessen Größe einem Fußballfeld entspricht (Länge 90 bis 100 Meter, Breite 55 bis 65 Meter). Eine Mannschaft auf dem Feld besteht aus zehn Feldspielern sowie einem Torwart. Gespielt wird 2 x 30 Minuten.

Das Tor entspricht einem Fußballtor (7,32 m x 2,44 m). Die Freiwurflinie befindet sich mit sechs Metern Abstand parallel zum Wurfkreis in 19 Metern Abstand zum Tor.

Die Zeitstrafen betragen fünf oder zehn Minuten. Verwarnungen und Disqualifikationen werden nicht mittels Karten ausgesprochen. Sie werden dem schuldigen Spieler oder Trainer direkt mitgeteilt. Bei einer Verwarnung hat der Schiedsrichter zusätzlich mit geballter Faust den Arm zu heben, damit auch deutliche Kenntnis von der Verwarnung zu nehmen ist.

Der wohl wichtigste Unterschied zum Hallenhandball betrifft die Prellregelung beim Ballführen: Im Gegensatz zur Regel in der Halle darf der Ball zwischen dem Prellen gefangen werden und anschließend wieder weiter geprellt werden. nd

Mitte des 20. Jahrhunderts, als Handball draußen auf dem Großfeld gespielt wurde und die Hallenvariante lediglich eine Randerscheinung darstellte, herrschte bei solchen Freilichtveranstaltungen eine ganz besondere Stimmung – auch auf der ganz großen Bühne. Ein Länderspiel zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der damaligen DDR lockte 1959 rund 93 000 Zuschauer ins Leipziger Zentralstadion. 1936 kamen sogar 100 000 Menschen, als Deutschland in Berlin mit 10:6 gegen Österreich die Goldmedaille gewann. Es war übrigens das einzige Mal, dass Feldhandball olympisch war. Von 1967 bis 1973 gab es sogar eine Feldhandball-Bundesliga.

Auch danach wurde auf regionaler Ebene noch lange weitergespielt, wie sich Jörg Schischkoff (64), einst einflussreicher Geismaraner Vereinsfunktionär und ehemaliger Trainer, noch gern erinnert. Als „Ballschlepper“ hatte er nicht nur in der Niedersachsenauswahl auf der einem Fußballplatz entsprechend großen Spielfläche alle Hände voll zu tun.

Der Lederball wurde schwer, wenn er nass wurde

„Gespielt wurde manchmal schon ab April, durchaus auch bei Hagelschauer und Schnee, mit einem Lederball, der, wenn er nass wurde, schon schwer war“, so Schiffkoff. Die Dusche durfte man bei solchem Wetter erst benutzen, wenn man sich vor der Tür in dem Trog, in dem die Fußballer sonst ihre Schuhe abgespült haben, einmal abgebraust hatte: mit kaltem Wasser, versteht sich“, so der mit allen Wassern gewaschene Handballer, der von 1975 an noch bis zum Ende der Feldhandball-Ära bei Göttingen 05 auf Torejagd ging.

Später gab es noch gelegentliche Spaß- und Trainingsspiele, unter anderem gegen Plesse in Rauschenwasser, in Rosdorf am Bahngelände oder in Spanbeck auf dem Berg. Auch in Katlenburg trat Schischkoff noch Anfang der 80er-Jahre gegen den damals 17-jährigen Michael „Pumpe“ Krieter, den späteren Nationaltorwart, an: „Ich kann mich aber nicht erinnern, gegen den jemals getroffen zu haben“, so Schischkoff.

Göttinger Handballikone Karl-Heinz Abel organisiert Turnier

Es schloss sich noch mehrere Jahre lang ein von der Göttinger Handballikone Karl-Heinz „Kalle“ Abel organisiertes Turnier an, ehe Großfeldhandball auch in Südniedersachsen endgültig der Vergangenheit angehörte.

Die Handballabteilung des MTV Geismar nimmt in der Spielzeit 2018/2019 mit zehn Senioren- und acht Jugendmannschaften am Spielbetrieb teil, dazu können sich bei den Minis auch die Kleinsten mit dem Handballsport anfreunden. Das Geburtstagsprogramm gibt es unter mtvgeismar.de.

Von Ferdinand Jacksch

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