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Handballer trauern um Karl Kayser

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08:23 10.12.2020
Karl Kayser Quelle: Foto:
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Duderstadt

Karl Kayser und der Handballsport beim TV Jahn Duderstadt waren untrennbar miteinander verbunden. Als Spieler, Trainer oder Berater im Hintergrund engagierte er sich über Jahrzehnte hinweg für „seinen“ Sport. Dass es im Eichsfeld Zweitliga-Handball gab, war zu großen Teilen sein Verdienst. Am 2. Dezember ist Karl Kayser nach vielen gesundheitlichen Rückschlägen im Alter von 75 Jahren gestorben.

Als aktiver Handballer bildete er zusammen mit Spielern, wie zum Beispiel Alfons Merten, ein erfolgreiches Duderstädter Team in den 1970er Jahren. Später übernahm er die Leitung der Handballabteilung des TV Jahn und die Erfolgsgeschichte in Richtung 2. Bundesliga begann.

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„Tempo, Tempo, Tempo.“ So hat er seine Spieler in der B-Jugend immer wieder angetrieben und sie bis zur Vize-Niedersachsenmeisterschaft geführt. Post, Heublein, Kalkbrenner, Kühle, Bermes und Eckermann hießen die jungen Spieler des Jahrgangs 1966, für die Karl Kayser zu einer Identifikationsfigur geworden ist, die ihn als Coach respektiert haben, mit denen er aber genauso gut feiern konnte. Ihnen „ersparte“ er die A-Jugend, zog sie gleich hoch in die Herrenmannschaft des TV Jahn, die sich Mitte der 1980er Jahre eigentlich auf dem absteigenden Ast befand. Eine mutige Entscheidung. Die Mannschaft mit den jungen Spielern schaffte einen Aufstieg nach dem anderen, ein Teil dieses Teams bildete dann auch das Gerüst des späteren Zweitligisten. Karl Kayser prägte den Handballsport in diesen Jahren. Als er das Ruder anderen überließ, war er trotzdem immer in der Halle, hatte quasi nur die Seiten gewechselt, besaß seinen Stammplatz in der untersten Reihe der Mitteltribüne in der oft ausverkauften Halle „Auf der Klappe“.

Auch schwierige Charaktere nahm der Polizist immer wieder sportlich in die Verantwortung. Er sorgte dafür, dass sie im Mannschaftssport Handball Halt fanden, damit sie – wie er einmal sagte – „nicht im Dienst bei mir auf dem Schreibtisch landen“.

Gemeinsam mit seiner Frau Marlies organisierte er auf dem Sportplatz Talwiese in den 1980er Jahren viele Pfingstturniere unter freiem Himmel. Meist kamen mehr als 1000 Handballer aus ganz Deutschland, die dort in Zelten übernachteten und auf dem Rasen spielten.

Als Funktionär im Verband war er ebenfalls tätig, über lange Jahre zeichnete er verantwortlich für die Ausbildung der Schiedsrichter als Lehrwart des damaligen Bezirks Braunschweig. Für sein Engagement erhielt er viele Auszeichnungen der Verbände. Karl Kayser hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

Von Kathrin Lienig