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Regional Hoffnung auf dreifaches Olympia-Quartier 2012
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17:03 01.07.2011
Begrüßung der australischen Fußball-Nationalspielerinnen: Olaf Feuerstein (r.), Geschäftsführer des Hotels Freizeit In.
Begrüßung der australischen Fußball-Nationalspielerinnen: Olaf Feuerstein (r.), Geschäftsführer des Hotels Freizeit In. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Die Fest-Geschäftsführer Lutz Renneberg und Holger Jortzik können sich sogar ein Göttinger Trainingslager mit drei Nationalteams vorstellen – darunter eine Männermannschaft.

Auf der Liste der möglichen Kandidaten nehmen nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen und Monate Australien und Mexiko die obersten Plätze ein. Aber auch für andere Nationalmannschaften stehe die Tür offen, macht Jortzik deutlich. „Es kommen alle Olympia-Teilnehmer in Frage, die in Europa eine längere Akklimatisierung durchlaufen“, sagt er. Man sei interessiert, zwei Teams oder mehr zu beherbergen, zumal die Doppelbelegung des Göttinger WM-Quartiers durch zwei Frauenmannschaften reibungslos geklappt habe. „Wir haben uns das schwieriger vorgestellt“, sagt Jortzik. „Beide Mannschaften haben allerdings auch dazu beigetragen“, ergänzt Renneberg.

Die Fest-Geschäftsführer rechnen sich durchaus gute Chancen auf eine Quartier-Wiederholung aus, der Ansatz ist folgender: Weil die mögliche Vorbereitungszeit auf die Olympischen Spiele in London (Eröffnung: 27. Juli nächsten Jahres) in die Schulferien falle, seien die Göttinger Fußballfelder nicht belegt. Zweitens könnte die Budgetfrage für Göttingen sprechen, weil zu erwarten sei, dass die Preise für englische Trainingslager kurz vor Olympia sehr hoch sind. Außerdem sei zu diesem Zeitpunkt die Phase der Tagungen und Meetings im Hotel Freizeit In abgeschlossen. Drittens müsse nach England lediglich ein 45-minütiger Flug in Kauf genommen werden, „Deutschland liegt im Zentrum Europas“ (Renneberg). Und viertens hätten die Göttinger Verantwortlichen nachgewiesen, „dass wir es sehr gut machen können“, sagt Renneberg nicht ohne Stolz.

Voraussetzung für das Projekt Olympia sei allerdings, dass sich die Teams, die in Frage kommen, auch qualifizieren – ein recht schwieriges Unterfangen: In Sechsergruppen müssen etwa die australischen und mexikanischen Frauen fünf Spiele in zehn Tagen absolvieren und in ihrer Gruppe mindestens den zweiten Platz belegen, um dabei zu sein. Dazu käme, so die Weiterführung des Gedankenexperiments, ein drittes (Männer-)Team, bei den Olympischen Spielen in der Regel U-23-Mannschaften. Beispielsweise könnten Australien oder Mexiko mit zwei Auswahlen, einer männliche und einer weiblichen, anreisen.

Zwar verdeutlichen die Fest-Geschäftsführer, dass ihr Kerngeschäft nach wie vor das A-Juniorenturnier in der Lokhalle sei, doch kann sich Renneberg im kommenden Jahr noch eine weitere Steigerung vorstellen: ein EM-Quartier in der Vorbereitungsphase auf die Fußball-Europameisterschaft der Männer, die am 8. Juni beginnt. Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor den Fest-Geschäftsführern, vor allem Überzeugungsarbeit.

„Kontakte sind wichtig, eine Vertrauensbasis muss aufgebaut werden“, verdeutlicht Jortzik. Renneberg verfügt bereits über einige Facebook-Freundschaften mit australischen Spielerinnen. „Wenn sich Australien qualifiziert, würde ich für ein Testspiel im Jahnstadion im kommenden Jahr sofort den DFB einladen“, sagt er. Sollten sie an Olympia teilnehmen, haben die Australierinnen das Göttinger Quartier so gut wie sicher gebucht, so scheint es. „Vor den Olympischen Spielen sind wir hoffentlich wieder hier“, verabschiedete sich Trainer Tom Sermanni kurz vor der Abfahrt.

Von Eduard Warda