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Regional „Ich bin nicht ganz fit“
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18:19 30.03.2012
Mit Vorsprung auf der Zielgeraden: Knut Höhler siegt beim vergangenen Frühjahrsvolkslauf.
Mit Vorsprung auf der Zielgeraden: Knut Höhler siegt beim vergangenen Frühjahrsvolkslauf. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Höhlers früherer Kommilitone, Freund und Dauerkonkurrent Florian Reichert sei besser in Form – aber dessen Teilnahme ist noch nicht sicher. Die Teilnehmerzahl bei den Läufen über zwei, fünf und zehn Kilometer lag im vergangenen Jahr bei 2804.

2011 siegte Höhler mit 31 Sekunden Vorsprung vor Reichert auf der Zehn-Kilometer-Strecke. „Ich glaube, dass war mein erster Sieg gegen ihn“, erinnert sich Höhler. Reichert sei auf ebener Strecke stärker. „Wenn Gräben und Stacheldraht Teil des Parcours wären, wie beim Tough Guy Race, hätte ich Vorteile“, sagt Höhler lachend. Aber die Laufstrecke ist nahezu flach. Zudem sei Höhler nicht fit. „Ich hatte drei Wochen Urlaub und muss meine Beine jetzt erstmal wieder aufwecken.“ Dafür läuft er fünf bis sechsmal in der Woche. „Ich mache Dauerläufe und renne im Wald bergauf und bergab.“ Wichtig seien Intervall-Läufe, um in Form zu kommen. „Dafür laufe ich 1000 Meter schnell, trabe 400 Meter und laufe 1000 Meter wieder schnell.“

Zu wenig Zeit zum trainieren

Auch wenn er sich nicht als Topfavorit sehe, solle schon ein Platz unter den ersten Drei rausspringen. „Ich werde eher defensiv laufen, mich also an den stärksten Konkurrenten dranhängen und dann einfach mal schauen, wie sich das Rennen entwickelt.“ Wenn er in Topform wäre, würde er versuchen, seinen Gegnern sein Tempo aufzudrücken. „Ich bin aber nicht ganz fit. Dafür habe ich im Moment zu wenig Zeit, um zu trainieren“, sagt der 29-Jährige. Er arbeite im Krankenhaus und bereite sich auf die Examensprüfung im Herbst vor. Dann wolle er sein Medizinstudium erfolgreich beenden. „Die Tendenz geht dahin, dass ich in der Unfallchirurgie arbeiten möchte, aber das ist noch nicht sicher.“ Neben Arbeit und Studium verbringt Höhler möglichst viel Zeit mit seinem achtjährigen Sohn. „Da fällt die ein oder andere Trainingseinheit aus.“

Höhler trainiert nicht nur auf der Laufbahn und im Wald sondern fährt auch mit dem Rad durch Göttingen. Er nimmt eine Woche nach dem Frühjahrsvolkslauf auch an der Tour d’Energie teil. „Ich mag den Charakter dieser Volksveranstaltungen. Je mehr Menschen teilnehmen, desto mehr Fans stehen an der Strecke und jubeln. Das motiviert.“ Außerdem kenne er viele der Zuschauer. „Ich bin Göttinger und laufe hier besonders gerne.“

Der Wettkampf steht im Vordergrund

Höhler geht es beim Frühjahrslauf um die Platzierung, weniger um die Zeit. „Der Wettkampf mit der Konkurrenz steht für mich im Vordergrund.“ Neben Reichert schätzt er den letztjährigen Drittplatzierten Christian Kalinowski und den Gewinner des Eichsfelder Silvesterlaufs, Andreas Gerrits, stark ein. „Die können gute Zeiten laufen.“ Das Wetter spielt für Höhler keine Rolle. „Ich komme mit 30 Grad und Sonnenschein genauso gut zurecht wie mit Wind und Regen“, meint er.

Um seinen Titel zu verteidigen, müsse er „einen sehr guten und Florian Reichert einen schlechten Tag“ erwischen – so wie im vergangenen Jahr. Vor dem diesjährigen „Tough Guy Race“ zeigte sich Höhler jedoch ähnlich verhalten. Auch da rechnete er sich keine Siegchancen aus, da er nicht genug Zeit gehabt habe, um sich in eine gute Form zu bringen. Doch bekanntlich dominierte er dort die Konkurrenz und verteidigte seinen Titel.

Von Michael Kerzel