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Regional Ist der SV Eintracht Gieboldehausen gerettet?
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15:54 08.08.2019
In Gieboldehausen geht es weiter: Der SV Eintracht ist wieder handlungsfähig. Quelle: KAL
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Gieboldehausen

Die Kuh ist vom Eis – zumindest vorerst. Im dritten Anlauf hat der SV Eintracht Gieboldehausen einen Vorstand gewählt. Ein vierköpfiges Team arbeitet zunächst einmal bis Anfang kommenden Jahres zusammen und hat die Möglichkeit, den Verein auf eine solide Basis zu stellen. Dann wird wieder turnusgemäß gewählt.

Großes Interesse

Zweimal waren die Besucher der Versammlungen im Januar und im Mai ohne Ergebnis auseinander gegangen. Ein dritter – ultimativer – Versuch, den gut 200 Mitglieder zählenden Fußballverein zu retten, war dann am Mittwochabend schließlich von Erfolg gekrönt. Das Sporthaus am Hahlestadion war voll besetzt, auch viele jüngere Mitglieder hatten die Weg dorthin gefunden.

„Vielen war klar, dass es eigentlich schon eine Minute nach Zwölf war. Sie hatten sich Gedanken gemacht, wie man die Uhr noch einmal zurückdrehen könne“, berichtet André Metenyszyn, der im alten Vorstand Geschäftsführer gewesen war und immer signalisiert hatte, weiter mitzuarbeiten, wenn sich Mitstreiter finden würden. Er war es auch, der in den vergangenen Monaten an die Öffentlichkeit gegangen war und auf die Probleme des Vereins hingewiesen hatte.

Einige spontane Entscheidungen

Nach zweieinhalb Stunden Versammlung stand die neue Zusammensetzung des Vorstands fest: Neben Metenyszyn gehören Martin Schum, Tilo Henniges und Eduard Bezilia dazu. „Natürlich haben wir vorher schon über eine mögliche Besetzung gesprochen, aber einige Lösungen haben sich tatsächlich auch erst aus der Versammlung heraus ergeben“, erzählt Metenyszyn. Es habe immer wieder kurze Besprechungspausen gegeben, in denen Absprachen getroffen wurden. „Ich fand es gut, dass unsere Bürgermeisterin mit dabei war. Sie hat auch ihren Teil zu dieser Lösung beigetragen.“

André Metenyszyn Quelle: R

Die vier – laut Satzung – notwendigen Vorstandsämter sind besetzt, allerdings ohne eine feste Zuordnung und Hierarchie. „Wir arbeiten als Team zusammen. René Gerhardy bleibt Schriftführer. Und wer sagt denn, dass zukünftig nicht noch weitere Leute auf dieser Grundlage mitarbeiten möchten?“, stellt Metenyszyn die Frage in den Raum. Mit Jan Wiegandt und Antonio Wüstefeld wurden auch zwei Kassenprüfer gewählt, sodass der Verein wieder handlungsfähig ist. „Wir sind ein junges, dynamisches Team mit Perspektive. Das ist ein Ansporn“, freut sich Metenyszyn auf die Zusammenarbeit. Es habe niemand ausdrücklich gesagt, dass er sich nur zeitlich begrenzt engagieren werde.

Für die nächsten Wochen ist zunächst einmal geplant, eine To-do-Liste zu erstellen. Es sollen die dringendsten Aufgaben angegangen werden, die in den letzten Monaten aufgrund der ungeklärten Vorstandspersonalien liegen geblieben waren.

Bürgermeisterin atmet auf

Aufgeatmet hat auch Bürgermeisterin Maria Bock (CDU), die die Versammlung im Sporthaus verfolgt hat. „Ich freue mich, dass es weiter geht. Es waren alle Generationen vertreten, und es wurde kontrovers diskutiert.“ Sie finde es wunderbar, dass der Verein eine Zukunft habe. „Das ist auch ein Zeichen für die vielen jungen Familien im Ort. Es ist wichtig, dass die Kinder weiterhin die Chance haben, hier vor Ort Fußball zu spielen.“ In dem jetzt gewählten Vorstand sieht die Bürgermeisterin Potenzial, dass dieser „verbindend“ arbeiten und unterschiedliche Strömungen innerhalb des Vereins zusammenführen könne.

Außendarstellung verbessern

Angesichts des zuletzt sehr desolaten Zustandes der Anlage in unmittelbarer Nähe zur Hahle gibt die Bürgermeisterin zu bedenken, dass nicht die Gemeinde allein für die Pflege der Plätze und des gesamten Erscheinungsbildes verantwortlich ist. „Wir sind da schon auf die Unterstützung des Vereins angewiesen. Aber da haben sich während der Versammlung auch Lösungen ergeben“, freut sich Bock. Das bestätigte Metenyszyn: „Uns ist viel daran gelegen, dass das Vereinsgelände ein besseres Bild vermittelt als zuletzt.“ An dessen Zustand habe man ablesen können, wie es um den Verein bestellt gewesen sei.

In der Saison 2014/15 sicherte der SV Eintracht Hahle als Team der 1. Kreisklasse den Kreispokalsieg. Quelle: Alciro Theodoro Da Silva

„Wir würden vielleicht wanken, aber nicht fallen“

„Ich hätte mir noch mehr Klarheit gewünscht“, sagt Michael Holzapfel, Vorsitzender der Fußball-Spielgemeinschaft SV Eintracht Hahle, nach der Wahl des neuen Vorstandsteams. Die Gieboldehäuser sind seit 2014 einer der drei Stammvereine des Zusammenschlusses, der binnen fünf Jahren mit zwei Kreispokalsiegen und den drei Meisterschaften der drei Herrenteams eine erstaunliche Erfolgsbilanz aufzuweisen hat.

Eigentlich wäre Gieboldehausen in der am Wochenende beginnenden Kreisliga-Spielzeit Austragungsort für die Heimbegegnungen gewesen. Aufgrund der lange Zeit ungeklärten Verhältnisse finden die Heimspiele in der ersten Halbserie jetzt erst einmal in Obernfeld statt. „Es war ja gar nicht klar, ob Gieboldehausen alle Aufgaben, die der Gastgeberverein zu erfüllen hat, hätte übernehmen können. Das reicht von der Platzpflege, über das Reinigen des Sporthauses bis hin zum Stellen der Kassierer“, beschreibt Holzapfel.

„Noch ein Schwebezustand“

Weil der Vorstand erst einmal nur bis Anfang kommenden Jahres im Amt ist, weiß Holzapfel noch nicht, wie er für die Rückserie planen kann. Wenn Gieboldehausen dann die Gastgeberrolle für das Kreisligateam übernehmen kann, würde diese sich automatisch um eine weitere Halbserie verlängern. „Insgesamt ist es aber noch ein Schwebezustand. Ich hoffe, dass es auch Anfang kommenden Jahres positiv Bekloppte gibt, die sich das antun und weiter im Vorstand arbeiten.“ Ganz klar sagt der Obernfelder: „Egal, was im Gieboldehäuser Stammverein passiert, mit unserer Fußballspielgemeinschaft hat das nichts zu tun. Die bleibt bestehen. Rollshausen und Obernfeld verbindet schon eine Jahrzehnte lange Zusammenarbeit.“

Um zukünftig auch finanziell gut aufgestellt zu sein, falls ein Verein als Geldgeber wegfallen sollte, haben die Verantwortlichen des SV Eintracht Hahle schon neue Wege eingeschlagen. „Wenn ein Verein aussteigt, würden wir vielleicht wanken, aber nicht fallen. Wir versuchen Lücken im Etat durch Sponsoren und zusätzliche Veranstaltungen, die Geld in die Kasse bringen, aufzufangen“, sagt Holzapfel.

War beim ersten Kreispokalsieg Trainer des SV Eintracht Hahle: Andre Metenyszyn (r.) Quelle: Alciro Theodoro Da Silva

Von Kathrin Lienig

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