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Regional Jahn-Handballer legen furiosen Endspurt hin
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21:19 21.11.2010
Fehlwurf: In dieser Szene scheitert Duderstadts Carlos Swoboda an TVG-Keeper Julian Lahme. Später erzielt er aber noch sechs Tore.
Fehlwurf: In dieser Szene scheitert Duderstadts Carlos Swoboda an TVG-Keeper Julian Lahme. Später erzielt er aber noch sechs Tore. Quelle: Walliser
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Als Matchwinner zeichnete sich Torhüter Christian Wedemeyer aus, der 20 schwere Würfe meisterte und dabei auch vier Siebenmeter parierte. Bei aller Freude über die Gala-Vorstellung in den letzten 18 Minuten darf man die schwache Leistung des TV Jahn in der ersten Halbzeit nicht verschweigen. In der Anfangsphase war in der Defensive allein auf den Schlussmann Verlass, und im Angriff zeigten die Gastgeber neben einer gehörigen Portion Bewegungsarmut einmal mehr deutliche Abschlussschwächen. So erzielte Christian Brand mit seinen ersten beiden Versuchen zwar gleich zwei Tore, machte danach aber wieder (ähnlich wie Matthias Heim) den Fehler, unvorbereitet, überhastet und erfolglos zu werfen. Unter diesen Vorzeichen musste sich niemand wundern, dass die Hausherren kein vernünftiges Überzahlspiel aufziehen und selbst ein Plus von sechs gegen vier Feldspieler zwischen der 18. und 20. Minute nur zu einem Siebenmetertor nutzen konnten.

Wie man Tore wirft, das demonstrierte im ersten Durchgang eindrucksvoll Gelnhausens Mittelmann Anders Indset. Er lenkte nicht nur das Spiel seiner Mannschaft, sondern traf auch persönlich siebenmal ins Netz. Erst durch eine Manndeckung (diese Aufgabe übernahm Frederik Brandes) wurde der TVG-Spielmacher in seinem Wirkungskreis entscheidend eingeengt.

Diese taktische Maßnahme war aber nur ein Schlüssel zum Erfolg. Vielmehr steigerten sich alle Duderstädter nach der Pause unübersehbar, und sogar Wedemeyer legte noch eine Schippe drauf und ließ im gesamten zweiten Spielabschnitt ganze neun Gegentore zu. Auf der Gegenseite bot Wedemeyers Kollege Julian Lahme ebenfalls eine starke Vorstellung, wurde von seinen Vorderleuten allerdings von Minute zu Minute immer öfter allein gelassen. Gegen den Endspurt der Jahn-Handballer war Lahme chancenlos, denn im Endspurt hebelten diese die TVG-Abwehr ein ums andere Mal nicht nur mit energischen Einzelaktionen, sondern auch mit sehenswerten Spielzügen aus – und das, obwohl Regisseur Mark Tetzlaff das Parkett eine knappe Viertelstunde vor dem Ende verletzt verlassen musste.

Über den Kampf fanden die Eichsfelder in der entscheidenden Phase in die Erfolgsspur. Eine doppelte Unterzahl zum Ende der ersten und zu Beginn der zweiten Hälfte überstanden sie mit Einsatzwillen nahezu unbeschadet. Als Kreisläufer Nerijus Kesilis in der 42. und 43. Minute mit seinen ersten beiden Treffern der Doppelschlag zum 18:18-Ausgleich gelang, war dies das Signal zum Finish. Von Rechtsaußen brachte Linksaußen Brandes seine Crew mit einem „Kunstwurf“ mit 20:19 in Front (45.), und in Unterzahl erhöhten Dennis Knudsen und Carlos Swoboda auf 22:19 (48.). Als Brand 60 Sekunden später den Ball aus zwölf Metern zum 23:19 in den Winkel zimmerte, tobte die Halle „Auf der Klappe“. Dank weiterer Glanztaten von Wedemeyer und dank ihres temporeichen Angriffsspiels zogen die Einheimischen nun davon und verdienten sich einen kräftigen Schlussapplaus ihrer Anhänger, die in der Halbzeitpause (verständlicher Weise) noch an ihnen gezweifelt hatten.

TV Jahn: Wedemeyer, Krüger (bei einem Siebenmeter eingesetzt), Schmidt (n. e.) – Brand (5), Kesilis (3), Tetzlaff (1), Gelley (1), Brandes (6/4), Knudsen (8/4), Heim, Nass, Swoboda (6).
Beste Werfer TVG: Indset (8), Trinczek (4), Hubbert (4/2).
Stationen: 0:2 (3.), 5:5 (12.), 7:6 (15.), 9:11 (25.), 13:14 (30.); 15:15 (36.), 16:18 (42.), 18:19 (44.), 23:19 (49.), 27:21 (57.), 28:23 (59.), 30:23 (60.).

Von Michael Bohl