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Regional "Jogis Eleven" vor 450 Zuschauern in der Göttinger Stadthalle
Sportbuzzer Sportmix Regional "Jogis Eleven" vor 450 Zuschauern in der Göttinger Stadthalle
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12:48 16.01.2016
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Stimmenimitator Schiffer hat seinen ganz eigenen Kosmos der DFB-Elf entwickelt und den deutschen Fußball-Protagonisten alternative Charakteristika zugewiesen. Dem Jogi (Löw) etwa, der ohne den Hansi (Flick) nicht mehr sein kann. Oder dem Lukas Podolski und dem Kevin Großkreutz, deren ultimative Blödheit nicht steigerungsfähig ist: „Dat Gehirn ist zum Glück auch nur’n Muskel.“

„Weißt du noch, als ich dir zum Geburtstag das Buch geschenkt habe?“ – „Weiß ich noch. Du konntest ja nicht wissen, dass ich schon eins habe.“ Solche Podolski-Großkreutz-Kalauer muss das Publikum in den zweimal 45 Minuten mit 15 Minuten Pause genauso wegstecken können wie Jogis „Als Trainer kommt man sich manchmal vor wie ein Torwart: Überall, wo man hinguckt, nur Vollpfosten.“ Das greift „schon au“, wie Jogi sagen würde, das Nervenkostüm an.

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Wer jedoch die Mühsal der Ebene meistert, kann bei Schiffer, einem begnadeten Parodisten, durchaus Schätze des Komischen heben. Bonmots etwa: „Bei Vorher-Nachher-Bildern ist bei Rudi Völler grundsätzlich vorher“ oder „Mandy Capristo hat Mesut Özil die Augen verdreht“. Die Pflegemittel-Verkaufsshow von Jogi mit dem Duft „Eau de Tourette“, nach dessen Auftragen der Bundestrainer unmittelbar schnauzt: „Fick dich, Klinsmann!“ 

Schön sind in der zweiten Halbzeit der Show Schiffers Synchronisierungen von Interviews mit Matthäus oder Boateng – eine Idee, die bereits bei Loriot funktioniert hat. Am stärksten ist Schiffer allerdings, wenn sich bei seinen Figuren eine Art Klassenfahrtsatmosphäre einstellt und der Pep, der Calli und der Lukas beispielsweise eine spanische Kirche besichtigen. Dann kommen vor allem die Kinder, die offenbar zu den größten Schiffer-Fans gehören, auf ihre Kosten. Und dann heißt es für „Jogis Eleven“, eine Räuberleiter zu machen, damit der Philipp Lahm an das Glas Nutella ganz oben auf dem Regal rankommt.