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KSB Göttingen-Osterode: Johanna Gerhardy übernimmt Sportjugend-Vorsitz

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17:00 17.05.2021
Johanna Gerhardy (2.v.l.) mit ihren Teamkameradinnen vom TC Gieboldehausen.
Johanna Gerhardy (2.v.l.) mit ihren Teamkameradinnen vom TC Gieboldehausen. Quelle: r/privat
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Göttingen

Für Johanna Gerhardy war es der Sprung ins kalte Wasser. Die 25-Jährige ist neue Vorsitzende der Sportjugend im Kreissportbund (KSB) Göttingen-Osterode. Das Ehrenamt ist der aus Gieboldehausen stammenden Studentin nicht fremd. Im Tennisclub ihres Heimatortes ist sie seit März 2019 als Schriftführerin im geschäftsführenden Vorstand aktiv und für die Protokolle und die Kommunikation mit den Mitgliedern zuständig. „Es macht Spaß, sich im Verein einzubringen und neue Idee zu entwickeln.“

Johanna Gerhardy Quelle: r/privat

Zu ihrem Amt beim KSB kam Gerhardy eher zufällig. Die Studentin, die gerade ihre Masterarbeit im Fach Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim schreibt, arbeitet bereits seit Juli 2020 im Kinder- und Jugendbüro der Gemeinde Gleichen. Der Sattenhäuser Bernd Gellert, KSB-Vorstandsmitglied für die Förderung des Ehrenamtes, hat die inzwischen in Göttingen lebende Gerhardy bei ihrer ersten Teilnahme am Gleichener Ausschuss für Jugend, Demografie und Soziales angesprochen, ob sie sich eine Mitarbeit in der Sportjugend vorstellen könne. „Ich war erst skeptisch. ,So ein Amt?’ habe ich mich gefragt“, erzählt die Tennisspielerin, die diesen Sport seit ihrem achten Lebensjahr betreibt und auch in einer Mannschaft spielt. „Ich war mir nicht sicher, ob ich solch eine Verpflichtung eingehen sollte.“

Anfängliche Bedenken zerstreut

Zunächst übernahm sie die Aufgabe als Vorsitzende kommisarisch, das Amt war vakant. Während der ersten KSB-Vorstandssitzung gelang es den anderen Mitgliedern dieses Gremiums ihre Bedenken zu zerstreuen. „Alles kann, nichts muss“, hat Gerhardy mit auf den Weg bekommen. Sie solle die Interessen der Jugendlichen vertreten. „Das kriege ich hin“, war ihr erster Gedanke.

Auch für die Gemeinde Gleichen organisiert sie Aktivitäten für Kinder- und Jugendliche. Dabei geht es nicht nur um Ferienprogramme. „Die Arbeit ist gerade durch Corona sehr eingeschränkt, aber wir haben auch schon digital gekocht und gebacken“, erzählt Gerhardy. Erste Erfahrungen hat sie nach dem Abitur während eines Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Krippe gesammelt. Mehrere Jahre hat sie mit einer Freundin im Heimatverein TV Germania Gieboldehausen eine Tanzgruppe für Mädchen geleitet. „Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass ich lieber mit Jugendlichen arbeiten möchte. Die Themen gefallen mir einfach besser“, erzählt die 25-Jährige.

Keine starren Ämter

In der Jugendorganisation des KSB arbeitet Gerhardy an verschiedenen Projekten, gerade ist sie dabei, ein Team um sich herum aufzubauen. „Nicht mit so starren Ämtern. Ich bin einfach auf der Suche nach engagierten Leuten.“ Ein Großteil der Sportjugend-Arbeit machen die Freizeiten auf der Stolle aus. Das Ferienlager des KSB hat sie im vergangenen Jahr erstmals kennengelernt. „Das ist so schön da. Eigentlich schade, dass ich als Kind nie dort war.“ Die Jugendbildung (Jugendleiter-Card) und das Minisportabzeichen, dass in allen Kindertagesstätten des Landkreises angeboten werden soll, stehen auch auf ihrer Agenda.

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Zunächst einmal geht es aber für sie darum, sich mit den KSB-Vereinen und auch anderen Sportjugend-Vertretern aus der Sportregion Südniedersachsen zu vernetzen. In Sarah Gräßler vom KSB Northeim-Einbeck hat Gerhardy eine Ansprechpartnerin, mit der sie in ständigem Austausch ist.

Das „Dazwischen“ fehlt

Die Jugend-Vollversammlung, die sie offiziell im Amt der Vorsitzenden bestätigt hat, gab es als Online-Format. „Mir fehlt das Dazwischen. Zum Einarbeiten ist diese Situation okay“, sagt Gerhardy. Zunächst seien – coronabedingt – keine größeren Veranstaltungen vorgesehen. „Wir planen für die Zeit danach.“ Sie habe festgestellt, dass viele Vereine während der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen kreativ geworden seien. „Das Abwarten ist längst vorbei. Ich habe den Eindruck, dass alle nach kreativen Lösungsansätzen suchen, um Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen.“

Außerdem möchte Gerhardy junge Menschen motivieren, sich in ihren Vereinen zu engagieren. „Vereine leben nicht nur vom Sport, sondern auch von ihren Mitgliedern. Ich möchte Lust aufs Ehrenamt machen und dazu motivieren, zusammen etwas zu organisieren. Das ist doch manchmal für junge Menschen viel einfacher. Die Hürden sind nicht so hoch.“

Von Kathrin Lienig