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Regional Kampfrichter mit einem Blick für Kleinigkeiten
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17:28 10.07.2011
Von Kathrin Lienig
Am Start zur 400-Meter-Runde: Hendrik Reinecke im Jahnstadion.
Am Start zur 400-Meter-Runde: Hendrik Reinecke im Jahnstadion. Quelle: Pförtner
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Überrascht sei er gewesen, als die Einladung zum Stadtsporttag ins Haus geflattert ist. „Ich wusste nicht, dass ich vorgeschlagen wurde“, sagt Hendrik Reinecke von der LG Göttingen (LGG). Aber nicht sein Verein, sondern der Kreisfachverband (NLV-Kreis Göttingen) hat den 19-jährigen Leichtathleten ins Rennen um die Auszeichnung geschickt.

Wenn der 400-Meter-Läufer und Weitspringer nicht selbst bei Wettkämpfen und Meisterschaften startet, steht er am Rand, misst, stoppt und protokolliert als Kampfrichter. Durch Zusatzausbildungen zum Starter und Obmann hat er weitere Einsatzmöglichkeiten, übernimmt inzwischen auch verantwortungsvollere Tätigkeiten bei den Wettkämpfen, hat sich hochgearbeitet. Zweimal war Reinecke schon bei nationalen Titelkämpfen als Kampfrichter dabei, mehrere Male auch bei Landesmeisterschaften. Aber auch für Vereinsveranstaltungen und Kreismeisterschaften steht er – wann immer er es einrichten kann – zur Verfügung. „Wettkämpfe haben aber Vorrang“, berichtet der Abiturient, der gerade seine Schulzeit am Otto-Hahn-Gymnasium beendet hat, jetzt erst einmal Ferien macht und im Herbst Mathe und Physik auf Lehramt studieren möchte.

Aber nicht nur seine Kampfrichtertätigkeit wurde honoriert, auch die Verbesserungsvorschläge beim Umbau des Jahnstadions fanden Anerkennung. So war eine Markierung für die Hürden bei der Stadionrunde nicht korrekt aufgezeichnet. „Das sieht man mit bloßem Auge nicht, aber als wir die Hürden aufgebaut haben, ist es sofort aufgefallen, dass der Abstand nicht gestimmt hat.“ Außerdem hat Reinecke das Fehlen der Startlinie für den 1500-Meter-Hindernislauf bemerkt. „Die Markierung wird zwar höchst selten benötigt, aber bei größeren Jugendmeisterschaften schon. Und wenn man es erst dann merkt, ist es zu spät.“ Inzwischen gibt es die Linie im Jahnstadion, weitere Korrekturen sind gemacht. Die nächsten Meisterschaften können kommen.

Aus Athletensicht war die Teilnahme an den Deutschen Jugendmeisterschaften 2008 im Berliner Olympiastadion der Höhepunkt seiner sportlichen Karriere. Auch wenn im Vorlauf Endstation gewesen ist, war „allein die Tatsache, dort zu laufen“ es schon wert, in die Bundeshauptstadt zu reisen. Viermal trainiert Reinecke pro Woche, trifft sich nebenbei noch mit seinen Freunden von der Leichtathletik. Da bleibt für andere Hobbies keine Zeit. An Judo und Fußball hat sich Reinecke, der mit sieben Jahren erstmals zur Leichtathletik gegangen ist, zwischendrin auch mal versucht. Beim Sport-Abitur gehörte seine Lieblingssportart natürlich zur Prüfung. Hinzu kamen noch Volleyball und Badminton. „Die Sportarten habe ich in der Schule erst kennengelernt, sie haben mir aber viel Spaß gemacht.“

Weil Reinecke zum Studium in Göttingen bleiben möchte, steht dem NLV-Kreisfachverband auch weiterhin als Kampfrichter zur Verfügung. Und die LGG kann sich freuen, bei Übungsleiter-Engpässen immer mal einen jungen Sportler in ihren Reihen zu haben, der gern eine Trainingseinheit der Nachwuchsgruppen übernimmt.

In der nächsten Folge stellen wir Jana-Elena Kelm von der Waspo 08 vor.