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Regional „Kann mir nicht vorstellen, nichts zu machen“
Sportbuzzer Sportmix Regional „Kann mir nicht vorstellen, nichts zu machen“
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18:05 13.07.2011
Trockenübungen einer Schwimmtrainerin: Jana-Elena Kelm von der Waspo 08.
Trockenübungen einer Schwimmtrainerin: Jana-Elena Kelm von der Waspo 08. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Angefangen und dabei geblieben: Jana-Elena Kelm ist quasi eine Vorzeigesportlerin, der Wunschtraum aller Vereinsverantwortlichen, die immer wieder die große Fluktuation gerade im Jugendalter beklagen. Nach dem Seepferdchen-Kurs blieb die Göttingerin dem Schwimmsport treu, war erst in Nachwuchsgruppen aktiv, schwamm dann Wettkämpfe für die Waspo 08 und wechselte schließlich vom Wasser an den Beckenrand, von wo aus sie seit sieben Jahren verschiedene Traineraufgaben wahrnimmt.

Im Alter von 14 Jahren ist sie zunächst „mit anderen Trainern mitgegangen“, hat assistiert und gelernt. Selbst springt sie nicht mehr regelmäßig ins Wasser, konzentriert sich weitestgehend auf ihre Übungsleitertätigkeit. „Manchmal schaffe ich es zweimal pro Woche, manchmal auch drei Monate gar nicht“, erzählt Kelm von ihren eigenen Aktivitäten.
Erst waren es Nachwuchsgruppen, die sie betreut hat, inzwischen hat die 21-Jährige die Verantwortung für die zweite Wettkampfmannschaft der Waspo 08 übernommen. Jugendliche zwischen elf und dreizehn Jahren betreut die C-Lizenz-Inhaberin dreimal pro Woche. Vier von ihnen haben den Sprung in den Landeskader geschafft. Als sie selbst noch eine aktive Wettkampfschwimmerin war, sei das Niveau nicht so hoch gewesen. „Da bin ich in der ersten Mannschaft geschwommen. Heute käme ich da mit diesen Zeiten nicht mehr rein“, gibt sie zu.

Ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am Universitäts-Klinikum lässt ihr nicht immer die erforderlich Zeit. Wenn Spätdienst ansteht, übernimmt Co-Trainerin Sarah Berliner die Gruppe, die nach ausgearbeiteten Plänen trainiert, in die auch „Statikübungen“ und Laufeinheiten an Land eingearbeitet sind. „Das klappt ganz gut. Am Anfang des Monats setzen Sarah und ich uns zusammen und besprechen alles. Oft habe ich ja auch Schule, dann ist nachmittags Schluss und es gibt keine Einschränkungen“, sagt Kelm. Spontan zu sein, falle ihr – angesichts des Schichtdienstes – eher schwer. „Ich muss mich einfach immer gut organisieren.“

Aber nicht nur im Training ist sie für ihre Schützlinge da, auch bei Wettkämpfen betreut sie die Gruppe. Dann kann es allerdings passieren, dass sie als Kampfrichterin für die Dauer ihres Einsatzes zu Neutralität verpflichtet ist. „Das fällt mir aber nicht schwer“, sagt Kelm. Auch neben den Schwimmeinheiten trifft sich die Gruppe immer wieder. So werden gemeinsam Weihnachtskekse gebacken oder auch mal Singstar gespielt. Als ihr „größtes Hobby“ bezeichnet die angehende Krankenschwester – absolut glaubhaft – ihren Trainerjob. „Ich kann mir nicht vorstellen, nichts zu machen.“ Zwei Jahre steht sie der Waspo in jedem Fall noch zur Verfügung. Nach der Ausbildung möchte sie Pflegepädagogik studieren, muss dafür aber Göttingen verlassen. Für Kontinuität sorgt allerdings ihr jüngerer Bruder. Als Übungsleiter der Waspo-Kanuten ist Jan-Thorbjörn Kelm ebenfalls ehrenamtlich engagiert.
In der nächsten Folge stellen wir Hendrik Hofmann von der DLRG vor.