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Kanupolo-Nationalmannschaft trainiert auf dem Göttinger Kiessee

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16:30 12.04.2021
Lagebesprechung am Kiessee: Die Kanupolo-Nationalmannschaft der Herren absolvierte in Göttingen ein Trainingslager.
Lagebesprechung am Kiessee: Die Kanupolo-Nationalmannschaft der Herren absolvierte in Göttingen ein Trainingslager. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Für die Kanupolo-Nationalmannschaften war und ist der Göttinger Kiessee in diesen Wochen die erste Anlaufstation. Nach den U21-Herren Ende März waren am vergangenen Sonnabend die Herren für ein Trainingslager nach Südniedersachsen gekommen. Am kommenden Wochenende trifft sich das deutsche Damenteam dann noch in Göttingen.

Carolin Sinsel, leitende Kanupolo-Nationaltrainerin, nennt drei Gründe für den Standort Kiessee. „Göttingen liegt zentral in der Mitte Deutschlands und ist für alle gut erreichbar, der See bietet eine optimale Trainingsumgebung und der Göttinger Paddler Club unterstützt uns sehr gut.“ Auch wenn die äußeren Umstände – einmal abgesehen vom unbeständigen Wetter – optimal waren, so sind Trainingslager dieser Art während der Corona-Pandemie nur unter erschwerten Bedingungen möglich.

Enge Abstimmung mit Ordnungsamt

Sinsel hatte ein Hygienekonzept erarbeitet und dieses mit dem Ordnungsamt abgestimmt. „Im Vorfeld habe ich natürlich die Entwicklung der Zahlen genau beobachtet und immer wieder nachgefragt, ob das Trainingslager wie geplant stattfinden könne“, berichtet die Hamburgerin. Sie bekleidet seit 2019 das Amt hauptamtlich als leitende Nationaltrainerin in diesem Segment des nationalen Kanuverbandes (DKV) und koordiniert die Arbeit der Teamtrainer, kümmert sich um die Organisation und die sportliche Weiterentwicklung sowie neue Strategien. Das war keine leichte Aufgabe seit ihrem Amtsantritt, schließlich lief auch im Kanupolo sportlich nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht viel.

Das Trainingsrevier ist optimal, die äußeren Umstände waren es nicht immer. Davon ließ sich die Herren-Nationalmannschaft am Göttinger Kiessee aber nicht abhalten.

Im vergangenen Jahr gab es keine Bundesliga-Runde, die Weltmeisterschaften in Rom wurden um ein Jahr auf Oktober 2021 verschoben. Lediglich ein Turnier wurde im Spätsommer gespielt, es gab in dieser Zeit auch nur einen Nationalmannschafts-Lehrgang. „Ich habe großen Respekt für die Spieler, sie sind alle fit. Für viele hat sich der Trainingsalltag stark verändert, es konnte nicht mit Kontakt trainiert werden“, ist Sinsel mit dem Allgemeinzustand der Akteure sehr zufrieden.

Landestrainer wählen Talente aus

Weil 2020 auch keine Sichtungen möglich waren, wurden alle Landestrainer aufgefordert, Talente für die U21-Herren zu nennen. „Deshalb war es auch Ende März mit 25 Spielern eine größere Gruppe, die in Göttingen zusammengekommen ist“, sagt Sinsel. Beim Tageslehrgang der A-Herren am vergangenen Sonnabend waren 19 Spieler dabei. Mehr als 20 werden bei den Damen am kommenden Wochenende erwartet. „Da habe ich aber auch schon Absagen vorliegen, einige Spielerinnen schreiben Abitur und wollen kein Risiko eingehen, sich mit Corona zu infizieren“, berichtet die Koordinatorin.

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Für die Lehrgangsteilnehmer war in Göttingen vieles anders. Das begann schon bei der Anfahrt in nicht voll besetzten Autos. Die Beifahrer mussten Masken tragen, auf dem gesamten GPC-Gelände am Kiessee bestand Maskenpflicht – mit Ausnahme in den Booten auf dem Wasser. Das gemeinsame Kochen fiel aus, es wurde Essen bestellt, sodass jeder seine eigene Portion erhielt. Die U21-Spieler übernachteten allein in einem Zelt, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war das Ende März schon die erste Herausforderung. Da auch die Umkleiden und Duschen im GPC-Vereinshaus nicht benutzt werden durften, mussten alle mit der Körperhygiene bis zur Ankunft zu Hause warten. „Ich glaube es waren alle froh, unter die eigene warme Dusche steigen zu können. Aber ich weiß auch, dass alle diese Umstände gern in Kauf genommen haben, um endlich einmal wieder gemeinsam trainieren zu können“, sagt Sinsel.

Von Kathrin Lienig