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Regional „Katha“ Loest spielt in der Handball-Bundesliga
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18:12 13.07.2011
Von Vicki Schwarze
Ehrgeizig und durchsetzungsstark: Anna-Katharina „Katha“ Loest (Zweite von links).
Ehrgeizig und durchsetzungsstark: Anna-Katharina „Katha“ Loest (Zweite von links). Quelle: Müller
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Celle/Duderstadt

Die gebürtige Duderstädterin ist das beste Beispiel dafür, dass Träume manchmal wahr werden. Bereits in der dritten Saison spielt die inzwischen 22-Jährige jetzt beim SV Garßen-Celle. Als sie verpflichtet wurde, spielte Celle noch in der zweiten Liga, schaffte dann aber in letzter Sekunde den Aufstieg in die Eliteklasse. „Da war der Sprung ganz schön krass“, erinnert sich Anna-Katharina, die von allen nur „Katha“ gerufen wird. Sie ist zurzeit die einzige Erstliga-Spielerin aus der Region Göttingen, stieg mit Celle nach einer Serie wieder ab, dann aber auch sofort wieder auf.

Zu den Heidestädtern kam sie vom Thüringer HC aus der dritten Liga, wo sie die Sportschule in Erfurt besucht hatte. Ihre ersten handballerischen Schritte hatte Loest beim TV Jahn Duderstadt unternommen, ehe sie zum MTV Grone, der jetzigen HG Rosdorf-Grone, wechselte.Doch die Linkshänderin, die viele Dinge auch mit rechts kann, nur eben nicht Handball spielen („Ich habe meinem Bruder immer alles nachgemacht, und nun spiele ich eben mit links“) biss sich auch in Celle durch, erarbeitete sich mehr und mehr Spielanteile. „Als das Angebot aus Celle kam, war ich erst einmal positiv überrascht. Aber, ich hatte ja in der Sportschule fünf Jahre lang leistungsorientiert trainiert, wollte dies natürlich auch weiterhin umsetzen.“

Dazu hat sie jetzt im dritten Jahr reichlich Gelegenheit. Fünf Tage die Woche müssen Katha und ihre Teamkameradinnen in der Halle schwitzen. Bis auf Mittwoch, da heißt es für die Garßener Frauen an sich selbst arbeiten – im Fitnessstudio. „Es wird kontrolliert, ob wir dagewesen sind“, erzählt die einzige Linkshänderin im SVG-Team.Zwar sei der Druck auf die Spielerinnen groß, doch Loest hat gelernt, damit umzugehen. Auch der Spaß ist ihr nicht abhanden gekommen. Viel eher fehlt ihr die Zeit, hin und wieder ihre neue sportliche Heimat Celle zu erkunden. Denn die 22-Jährige hat nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) bei den Johannitern ein Mathematik- und Sportstudium in Hannover begonnen („Mathe ist hammerhart“), befindet sich im zweiten Semester und mitten im Prüfungsstress.

Ab dem heutigen Donnerstag geht es in die Vorbereitung auf die neue Saison. Als Aufsteiger heißt das Ziel von Trainer Martin Kahle erst einmal Klassenverbleib. In die neue Saison gehen Loest und Co. allerdings mit viel Euphorie, denn in den Play-Off-Spielen holten sie sich Selbstbewusstsein und Nervenstärke. „In Nellingen haben wir mit vier Toren Unterschied gewonnen, und in Celle mit vier Toren Unterschied verloren, so dass wir nur aufgrund der auswärts mehr geworfenen Tore aufgestiegen sind“, erinnert sich Loest an das spannende Finale.
Wohlfühlen im Team, mit dem Team – das spielt für Loest die entscheidende Rolle. „Es ist nicht wichtig, wie viele Tore ich werfe, wichtig ist, dass die Mannschaft gewinnt“, verdeutlicht die 1,80 Meter große Duderstädterin ihre Einstellung. Daher ist es auch keineswegs verwunderlich, dass sie vor den Heimspielen immer mit einer Gruppe zum Kaffeetrinken geht, sich gemeinsam auf die Aufgabe vorbereitet.

Auch anders geartete Aufgaben innerhalb des Vereins stellt sich Anna-Katharina Loest gern. Beispielsweise war sie jetzt schon zum zweiten Mal an einem Schulprojekt beteiligt. „Da gehen wir in Grundschulen und machen mit den Schülern ein Handballtraining, um sie für diesen Sport zu begeistern“, erzählt sie. Für die Studentin schon einmal eine ganz schöne Übung, denn schließlich will sie später selbst einmal als Pädagogin arbeiten. Alles in allem, die Linkshänderin ist angekommen in Celle, hat erst kürzlich ihren Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert und freut sich schon auf den heutigen Trainingsbeginn.

Sportliche Vorbilder habe sie „eigentlich nicht“, mag aber Spielertypen wie Oliver Roggisch, den kompromisslosen Abwehrspezialisten der Rhein-Neckar-Löwen. Diese Mentalität entspreche ihrer eigenen. „Ich spiele viel lieber Abwehr als Angriff, haue lieber selber zu, anstatt zu kassieren“, lacht die sympathische Handballerin. Kontakte in die Heimat pflegt sie eifrig, wenn sie auch wenig Zeit hat, ins Eichsfeld zu reisen. Dafür bekommt sie häufig Besuch von ihrer Familie. Nur mit ihren Duderstädter Freundinnen klappen diese Stippvisiten noch nicht so nach Plan. „Wir haben es uns immer mal vorgenommen, aber vielleicht klappt es ja diese Saison, dass sie mich mal besuchen“, hofft Katha Loest.