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18:28 21.07.2009
Expertenrunde mit Ex-Profi Dieter Schatzschneider.
Expertenrunde mit Ex-Profi Dieter Schatzschneider. Quelle: CR
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Dieter Schatzschneider, früher für Hannover 96 und den Hamburger SV aktiv, kennt sich mit hohen Ablösesummen aus. „Ich war der erste Spieler, der eine Million Mark gekostet hat“, berichtet der 61-jährige ehemalige SVG-Trainer, heute Talent-Scout für seine 96er. Er sieht das Problem weniger darin, dass für einen einzelnen Spieler wie Cristiano Ronaldo Unsummen bezahlt würden, vielmehr störe ihn, dass selbst mittelmäßige Spieler heute enorm teuer seien.

Etwas kritischer stehen Spiegel-Redakteur Christoph Ruf und Fußball-Historiker Hardy Grüne dem Thema gegenüber. „Es ist gruselig, aber es gibt zwei Lösungen. Entweder ich akzeptiere die daraus resultierenden Preiserhöhungen, oder ich gehe zum RSV 05 ins Stadion“, betont Ruf. Auch Grüne spricht von einer „nicht mehr attraktiven Fußballwelt“, sieht aber auch Chancen: „Solche Ablösesummen machen natürlich Schlagzeilen und können sich nach unten hin auf den Bekanntheitsgrad des Fußballs auswirken.“

Lob für Werder Bremen

Auch auf die aktuelle Lage der Bundesliga wird ein Blick geworfen. Einig sind sich die drei Experten, dass der FC Bayern München wie in jedem Jahr ein Wörtchen um den Titel mitreden wird. Ein Fan des des aktuellen Meisters aus Wolfsburg ist keiner von ihnen, jedoch, da ist man sich einig, gehöre der Fußball aus der Autostadt derzeit zum Attraktivsten, was die Bundesliga zu bieten habe. Alle drei glauben, dass der VfL auch in der Saison 2009/10 oben mitmischen wird. Das Konzept des SV Werder Bremen, auf eine langfristige Zusammenarbeit mit Trainer Thomas Schaaf zu setzen, findet Anklang.

Zum Schluss der Diskussionsrunde werden Traditionsvereine und „Kunstprodukte“ wie die TSG Hoffenheim und RB Leipzig gegenübergestellt. „Die TSG wird ein maßgeblicher Verein werden. Sicherlich wird sie nie die Tradition von Waldhof Mannheim haben. Aber unsere Kinder werden in 30 Jahren wahrscheinlich über die TSG sprechen und fragen, wer Waldhof Mannheim ist“, sagt Ruf.

Bei diesem Thema melden sich nun auch die Zuhörer zu Wort und lenken die Diskussion auf Schwierigkeiten, mit denen Amateurvereine zu kämpfen haben. „Das Problem ist, dass das Geld vom Verband nicht dort eingesetzt wird, wo es gebraucht wird“, erklärt Schatzschneider. Die Allmacht des Verbands wird genauso diskutiert wie die chronische Unterfinanzierung der vierten Liga. „Wenn ein Verein den sportlichen Aufstieg schafft, ist es noch lange nicht gesagt, dass dieser wirtschaftlich zu bewerkstelligen ist“, unterstreicht ein Anhänger des RSV 05.

Von Kristin Kunze

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