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Regional Kreissportbund Göttingen liegt mit Steigerung im Trend
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17:57 27.07.2009
Auf die Plätze, fertig, los: Schüler der Bovender Grundschule wollen beim Sportabzeichentag Höchstleitungen bringen.
Auf die Plätze, fertig, los: Schüler der Bovender Grundschule wollen beim Sportabzeichentag Höchstleitungen bringen. Quelle: Pförtner
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Als „grandiosen Erfolg für Sport, Gesundheit und Lebensfreude in Deutschland“ feiert DOSB-Präsident Thomas Bach das Rekordergebnis. Dem SSB Göttingen fällt es allerdings schwer mitzufeiern. „Wir liegen in Niedersachsen fast immer am unteren Ende der Skala“, bedauert Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Gudrun Strauß. Hatte auf der SSB-Hauptausschusssitzung im März 2007 der damalige Vorsitzende Jürgen Schröder für das Jahr 2006 noch eine grandiose Steigerung bei Schülern und Jugendlichen von fast 140 Prozent festgestellt (von 705 auf 1681), womit Göttingen die rote Laterne im Landessportbund (LSB) abgegeben habe, so ging es in den beiden Folgejahren wieder steil bergab.

Bei den Jugendlichen etwa sank die Zahl von 758 (2006) über 640 (2007) auf 525 im vergangenen Jahr. „Es ist schwierig, die Jugendlichen dazu zu bringen, die Prüfung regelmäßig zu wiederholen“, hat Strauß als ein wesentliches Problem ausgemacht. Ein anderes sei, dass Aktionen, mit denen der SSB in den Boomjahren für die Ablegung der Prüfung geworben hatte, weitgehend eingeschlafen seien. So hänge der Erfolg im wesentlichen von der Initiative Einzelner ab.

Training im Sportunterricht

Ein positives Beispiel liefert Hans-Werner Schmidt. Der Oberstudienrat am Hainberg-Gymnasium (HG) integriert das Training für das Sportabzeichen konsequent in den Sportunterricht und lässt die Prüfungen im Rahmen des HG-Sportfestes abnehmen, das die Hainberger institutionalisiert haben, seit es die Bundesjugendspiele nicht mehr gibt. „Wir kümmern uns kontinuierlich darum, dass die Schüler am Ball bleiben. Darüber hinaus kommen auch regelmäßig ehemalige Schüler vorbei, die das Sportabzeichen ablegen wollen, weil sie es zum Beispiel für die Aufnahme ihres Sportstudiums brauchen“, erzählt Schmidt.

Seine Bemühungen zahlen sich aus. Seit Jahren behauptet das HG die Spitzenposition bei den Göttinger Schulen. 2008 haben 109 Schüler das Sportabzeichen erworben. Das Otto-Hahn-Gymnasium folgt mit 57 erfolgreichen Abnahmen, das Max-Planck-Gymnasium kommt mit 49 auf Rang drei. Konstant – allerdings auf niedrigem Niveau – sind die Zahlen in der Stadt Göttingen bei den Erwachsenen. Nach 195 bestandenen Prüfungen im Jahr 2006 sank die Zahl im Folgejahr auf 187, steigerte sich aber 2008 auf 211.

Astrid Reinhardt vom TV Roringen, beim diesjährigen Stadtsporttag neu in den SSB-Vorstand gewählt, will das Image des Sportabzeichens aufpolieren und durch gezielte Aktionen vor allem Schüler und Jugendliche vermehrt zur Teilnahme motivieren. Für 2010 plant Reinhardt eine Sportabzeichen-Tour, auf der die Werbetrommel gerührt und eindringlich auf die Wichtigkeit der persönlichen Fitness hingewiesen werden soll.

Fast zehn Prozent Steigerung

Insgesamt entspannter ist die Situation im Kreissportbund. Dort hält Sportabzeichen-Obmann Reinhard Jung die Fäden in der Hand – und das mit Erfolg. „Gegenüber 2007 hatten wir im vergangenen Jahr eine Zunahme von 9,2 Prozent: 18,5 Prozent bei Erwachsenen auf 353 Sportabzeichen und 7,2 Prozent bei Schülern und Jugendlichen auf 1593“, berichtet er. Als einen Grund für die Steigerung sieht Jung die Integration eines Sportabzeichen-Blocks in die Übungsleiter-Ausbildung des KSB. „Wir können natürlich nur Anregungen geben und hoffen, dass die Übungsleiter die Idee aufgreifen und die Leute animieren“, stellt der Bovender klar.

Hervorragend geklappt hat die Motivationshilfe an einigen Grundschulen im Altkreis Göttingen, die mit bemerkenswerten Zahlen aufwarten können. Vorzeige-Objekte sind seit längerem die Plesseschule Reyershausen und die Heinrich-Grupe-Schule in Rosdorf. Die Reyershäuser kommen in der Kategorie bis 100 Schüler auf eine Erfüllungsquote von 86,67 Prozent und verweisen damit die Grundschule Diemarden (60 Prozent), vom Landessportbund als sportfreundliche Schule ausgezeichnet, auf Rang zwei.

Die Rosdorfer sind mit einer Quote von 77,30 Prozent wie bereits in den Vorjahren einsame Spitze bei den Grundschulen mit mehr als 100 Schülern. Hier zahle sich, so Jung, die jahrelange Kooperation mit dem MTV Rosdorf mit Birgit Brohr an der Schnittstelle deutlich aus. In Reyershausen sind Schulleiterin Ulrike Gregor und Sportlehrer Merker Aktivkräfte bei der Mobilisierung ihrer Schüler. Alle drei Schulen erhielten neben Urkunden Geldpreise von Sponsor Sparkasse Göttingen.

Im Erwachsenenbereich spielt die Vorbildfunktion Einzelner eine nicht zu unterschätzende Rolle. Als leuchtendes Beispiel darf hier Jo-Hans Albers gelten, dem Jung kürzlich das Sportabzeichen in Gold mit der Zahl 50 überreicht hat. Der 70-jährige Leichtathlet vom TSV Ebergötzen mit Neigung zu den Wurfdisziplinen legt seit dem 19. Lebensjahr das Sportabzeichen ab und musste lediglich in einem Jahr aus persönlichen Gründen passen. Er fühle sich nach wie vor fit und peile nun das Sportabzeichen 55 an, verkündete Albers bei der Verleihung.

Noch mehr ins Zeug legen

Die positive Entwicklung ist für Jung und den KSB Ansporn, sich künftig noch mehr ins Zeug zu legen – insbesondere im Jugendbereich. „Wir wollen verstärkt Schulen ansprechen und sie davon überzeugen, Sportabzeichen-Training und Abnahme in den Schulsport einzubeziehen“, erzählt der Obmann. Der Anfang wurde mit zwei Sportabzeichentagen in Bovenden bereits gemacht. Unterstützt von jeweils zehn Prüfern des Kreissportbundes, haben sich 250 Erst- bis Viertklässler der Grundschule Bovenden sowie 350 Schüler der Haupt- und Realschule aus den Jahrgängen fünf bis zehn daran beteiligt.

Abnahmetermine des SSB: Leichtathletik (jeweils Donnerstag, 17 bis 19 Uhr, Jahnstadion): 6. und 27. August, 10. und 24. September, 8. und 22. Oktiober. Schwimmen: nach Absprache mit den Schwimmmeistern in den Göttinger Freibädern, Freibad Rosdorf und dem Badeparadies Eiswiese. Radfahren (jeweils Sonntag, 10 bis 12 Uhr, Gotthelf-Leimbach-Straße, Industriegebiet Grone): 23. August und 20. September.

Von Michael Geisendorf

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