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Regional MSC-Sportleiter Jörg Vollbrecht ist begeistert von Vettels Qualifying
Sportbuzzer Sportmix Regional MSC-Sportleiter Jörg Vollbrecht ist begeistert von Vettels Qualifying
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19:37 15.11.2010
Formel-1-Weltmeister: Sebastian Vettel in Abu Dhabi.
Formel-1-Weltmeister: Sebastian Vettel in Abu Dhabi. Quelle: AP
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Während sein Widersacher Fernando Alonso vorgestern beim letzten Rennen der Saison über die falsche Strategie gestolpert sei, habe Vettel vor allem im Qualifying am Sonnabend „immensen Willen“ unter Beweis gestellt, urteilt Vollbrecht. „Drei Runden draußen zu bleiben und sich kontinuierlich zu verbessern, dazu gehört schon was.“ Darüber hinaus sei Red Bull über die Saison gesehen etwas besser als Ferrari gewesen.

„Natürlich war im letzten Akt das Quäntchen Glück dabei“, schränkt Vollbrecht ein. Nach dem Motorschaden beim Großen Preis von Korea, dem drittletzten Lauf, habe keiner mehr an den WM-Titel geglaubt. „Gehofft hatte ich schon darauf. Im Endeffekt hat mich überrascht, dass Ferrari den Titel auf diese Art und Weise noch aus der Hand gibt. Von so einem erfahrenen Team hätte ich mehr Cleverness erwartet“, sagt Vollbrecht.

90 bis 95 Prozent des Erfolgs gingen in der Formel 1 auf das Konto des Fahrers, erläutert der MSC-Sportleiter. Neben seinen fahrerischen Qualitäten seien die Rückmeldungen des Piloten wesentlich: „Das Team stellt das Auto, für die Mechaniker kommt es aber auf die Informationen an, die an sie weitergegeben werden.“ Michael Schumacher habe das „perfekt beherrscht“.

Tritt Vettel in „Schumis“ Fußstapfen? „Das Folgejahr ist immer schwer, und Vettel ist ein Heißsporn. Bekommt er das in den Griff, könnte er einen Lauf schaffen“, sagt Vollbrecht – vor allem auch, weil Vettel nun bessere Chancen auf einen Vertrag bei einem finanzstarken Team besäße. Dass Schumacher noch mal der große Wurf gelingt, glaubt Vollbrecht indes nicht. „Ab einem gewissen Alter macht es Klick im Gehirn, man fängt an nachzudenken. Man muss das Gehirn als Formel-1-Pilot aber auf Standby schalten.“

Einen Kartsport-Boom wie einst bei Schumacher hält Vollbrecht für unwahrscheinlich. „Es wäre schön für unseren Klub, aber ich glaube, dass Schumacher eher mit dem Kartsport in Verbindung gebracht wurde.“ Gleichwohl hat er den Vettel-Erfolg mit Freunden gefeiert. „Einen Autokorso haben wir nicht gemacht, aber uns eine Kiste Krombacher gegönnt.“

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