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Regional Manuel Kopp verabschiedet sich vom RV Stahlross Obernfeld
Sportbuzzer Sportmix Regional Manuel Kopp verabschiedet sich vom RV Stahlross Obernfeld
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17:00 13.12.2018
Manuel Kopp (l./hier mit Jens Krichbaum) war es in der Vergangenheit gewohnt, vor vollen Rängen in Obernfeld zu spielen. Quelle: Schneemann
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Obernfeld

Der deutsche Radball-Meister von 2017 – diesen Titel hat er gemeinsam mit André Kopp geholt – wechselt zum SV Kassel-Nordshausen

Nach 24 Spielzeiten für Stahlross spielt Kopp ab der Saison 2019 beim hessischen Radball-Zweitligisten. „Es sind hauptsächlich familiäre und örtliche Gründe. Meine Frau und ich wohnen seit mehr als einem Jahr in Staufenberg-Landwehrhagen ganz in der Nähe von Kassel, wo ich seit Jahren meinem Beruf als Zeitungsredakteur nachgehe. Unser Sohn, der dieses Jahr geboren wurde, hat bei uns neue Prioritäten im Tagesablauf gesetzt. Daher werde ich in Zukunft weniger trainieren“, sagt der 33-Jährige. Seitdem er nicht mehr mit seinem Cousin André zusammenspielt, hat er ohnehin schon das gesamte zurückliegende Jahr beim SV Nordshausen trainiert.

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Beim RV Stahlross Obernfeld ausgebildet

Acht Jahre lang spielte Kopp im Nachwuchsbereich für den RV Stahlross. Hier belegte er bei Deutschen Schülermeisterschaften mit seinem ersten Partner Jan Heinrichs die Ränge vier und fünf, sowie bei der Deutschen Juniorenmannschaft 2002 mit André Kopp den zweiten Platz. Diese Vizemeisterschaft war gleichzeitig mit der Qualifikation zur 2. Radball-Bundesliga verbunden. Nach vier Jahren im deutschen Unterhaus klappte dann der Aufstieg in die Elite-Liga. In die Zweitliga-Zeit fällt auch Kopps größter Erfolg mit dem Gewinn des U23-Europapokales 2004. Ein Jahr später gewannen „die Kopps“ auch den U23-Deutschlandpokal.

Gewinn des Deutschlandpokals

In elf Jahren 1. Bundesliga entschied das Duo Kopp/Kopp einmal die Punktrunde für sich, dreimal reichte es zum zweiten Platz. Bei den nationalen Meisterschaften krönten die Kopps nach dreimal Silber und dreimal Bronze mit dem DM-Titel 2017 ihre erfolgreiche gemeinsame Karriere. Viermal standen die Obernfelder im Endspiel des Deutschlandpokales, den sie 2015 gewannen.

Vier Weltcup-Turniersiege und etliche Podestplätze stehen dazu in Manuel Kopps internationaler Erfolgsbilanz. Dabei sticht der dritte Rang beim Weltcupfinale 2017 heraus. Viele erfolgreiche Einsätze bei Länderspielen in der Nationalmannschaft hat Kopp absolviert. Gleich sechsmal vertraten die Kopps Deutschland als Ersatzmannschaft bei Weltmeisterschaften.

Auch für Bund Deutscher Radfahrer aktiv

Aber auch auf Funktionärsebene machte sich Manuel Kopp einen Namen. Viele Jahre als Athletensprecher für Radball und Radpolo in der Hallenradsportkommission des Bund Deutscher Radfahrer half der Obernfelder bei der Umsetzung von nationalen Regelungen mit. Zwei Jahre saß er als einziger Deutscher in der vierzehnköpfigen Athleten-Kommission des Weltverbandes UCI und vertrat dort die Belange aller Radballer auf dem Globus.

„Nach den Personalveränderungen in Obernfeld vor der vergangenen Saison wollte ich mich aber nicht gleich vom Erstligaspielbetrieb zurückziehen. Ich war froh, dass ich mit Jens Krichbaum vom SV Eberstadt noch eine Saison in der Bundesliga spielen konnte„, berichtet Manuel Kopp. Da wir aufgrund der Distanz unserer Wohnorte Staufenberg und Darmstadt nicht häufig zusammen trainieren konnten, waren der dritte Platz in der Bundesliga und der vierte Platz bei der Deutschen Meisterschaft noch einmal schöne Erfolge. Durch mein regelmäßiges Training in Kassel war aber der Wechsel über kurz oder lang absehbar“, sagt Manuel Kopp, der mit seinem Partner André auch zweimal für das Ranking „Radsportler des Monats“ nominiert worden war. Das betrachtete der im Eichsfeld groß gewordene Sportredakteur als „große Ehre“, standen die beiden Radballer bei den Abstimmungen doch in direkter Konkurrenz mit Deutschlands erfolgreichen Bahn- und Straßenrennfahrern.

 

Von Kathrin Lienig