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Regional Meister Sparta ist eine verschworene Clique
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18:14 06.07.2011
Am letzten Spieltag an Breitenberg vorbeigezogen: der Bezirksliga-Meister Sparta.
Am letzten Spieltag an Breitenberg vorbeigezogen: der Bezirksliga-Meister Sparta. Quelle: Heller
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Göttingen

Die Rot-Weißen mussten beim Aufsteiger Denkershausen/Lagershausen gewinnen und gleichzeitig auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters Breitenberg beim Dritten TSV Bremke/Ischenrode hoffen. Während Sparta zur Pause bereits 3:0 führte, stand es in Bremke 1:0 für Breitenberg. „Bei mir ging gar nichts mehr, ich habe mein Handy an Esmir weitergegeben“, sagt Heiko Bause, der zusammen mit Esmir Muratovic das rot-weiße Trainerduo bildete.

Die wohlverdiente Ernte einer überragenden Hinrunde der Greitweg-Elf und einer zweijährigen Amtszeit des Trainergespanns stand auf dem Spiel. „Wir hatten die Hinserie gut gespielt, den McClean-Cup und den Greitweg-Cup gewonnen. Wahrscheinlich waren sich die Jungs ziemlich sicher, dass der Titel von allein kommt“, sagt Muratovic über die Schwankungen in der Rückrunde, die Breitenberg zurück ins Titelrennen brachten. „Erfolg macht bequem“, ergänzt Bause.

Bause und Muratovic trugen bei ihrer ersten wichtigen Trainerstation die Verantwortung für eine junge Mannschaft. „Wir waren wie Vater und Mutter für die Spieler“, unterstricht der 41-jährige Spielertrainer Muratovic, der sich zusammen mit dem 43-jährigen Bause bis spät in die Nacht mit dem Team beschäftigte. „Ich kann mich erinnern, dass wir nachts stundenlang vor dem Bahnhof gesessen und Probleme analysiert haben“, sagt der ehemalige 05-Akteur.

Muratovic wechselt nun als Trainer zur SV Groß Ellershausen/Hetjershausen in die Kreisliga – als Landesliga-
coach hätte er nicht mehr so viel Zeit für seine vierjährige Tochter, in der Kreisliga könne er in dieser Beziehung etwas „auf die Bremse treten“. Als A-Juniorentrainer bleibt er aber Sparta erhalten und trainiert Bauses Sohn Stefano. Dessen Vater Heiko lässt Muratovic ungern ziehen, sagt aber auch: „Man möchte auch mal allein arbeiten.“

Auf der anderen Seite habe zwischen den beiden Trainern totales Einvernehmen geherrscht, da sind sich beide einig. „Wir haben zu 80, 90 Prozent die gleichen Gedanken gehabt, das gibt es bei mir sonst nur mit einem Bruder“, sagt etwa Muratovic. Und auch sonst – der Vorstand, Finanzier Lothar Herbig, überhaupt das Umfeld: „Bei privaten Problemen war Sparta für mich wie ein Medikament.“

Neben Muratovic verlassen Leistungsträger wie Preis, Pochopien oder Buermann den Greitweg, Bause muss Taubert, Schwarze (beide Holtensen), Witschewatsch (Grone), Klein (RSV 05) und Kazmierczak (eigene Jugend) ins Team einbauen. Die „Achse“ mit Torhüter Feddern und Libero Preis sowie Huck auf der rechten Verteidigerposition hebt der Trainer im Rückblick auf die Meistersaison besonders heraus. Außerdem habe Pochopien das Team mit seinem Willen „gepusht“. Wenigstens bleibt ihm sein „magisches Dreieck“ im Sturm mit Stehl, Zackenfels und Weska erhalten, die es auf 116 Tore in 30 Spielen brachten. „Ich bin zuversichtlich“, sagt Bause.

1:1, 2:1, 3:1 – so lauteten am letzten Spieltag die Kurzmitteilungen aus Bremke auf Bauses Handy, das dieser in der Zwischenzeit wieder an sich genommen hatte. Dann war Schluss, Sparta in die Landesliga aufgestiegen. Im Bus des neuen Teammanagers Hansi Kulle wurde gefeiert, am Gänseliesel in Meister-T-Shirts, die Bause hatte heimlich drucken lassen, im Vereinsheim. „Es war so schön, unvergesslich“, sagt Muratovic. „Es war Stimmung hoch drei, unglaublich“, sagt Bause. „Danke an Bremke.“

Von Eduard Warda