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Regional Mesut Özil stärkster Spieler 2006
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13:15 05.01.2011
Top-Torjäger: 16 Tore erzielte Mesut Özil in der Lokhalle 2006. So viele wie kein anderer.
Top-Torjäger: 16 Tore erzielte Mesut Özil in der Lokhalle 2006. So viele wie kein anderer. Quelle: Pförtner
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Er war einer der besten Spieler des Turniers, schoss 16 Tore, brachte seine Gegenspieler zur Verzweiflung und die Zuschauer in der Lokhalle zum Staunen. Karl Rothmund, der Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes schwärmte: „Es ist unglaublich, wie der sich bewegt.“

„Mesut Özil war einer meiner stärksten Spieler“, sagt der U19-Trainer des FC Schalke 04, Norbert Elgert. Gestern bereitete er seine Mannschaft in Gelsenkirchen im ersten Training des Jahres auf den Sparkassen & VGH-Cup in Göttingen vor. An Özil erinnert er sich auch heute noch gut: „Mesut war immer zurückhaltend und ruhig, aber auf dem Feld selbstbewusst und hochbegabt.“

Vor fünf Jahren träumte der 18-jährige Deutsch-Türke in Göttingen noch von einem Platz im Profiteam der Schalker. Wenn am Sonntag in der Lokhalle am Ende des Turniers wieder ein talentierter Spieler die Torjägerkanone erhält, wartet Mesut Özil auf eine ganz andere Ehrung: Am Montag wird in Zürich der Weltfußballer des Jahres 2010 gekürt, und Özil ist nominiert.

Es ist der rasante Aufstieg des Mesut Özil. Gestern noch ein A-Jugend-Spieler in der Lokhalle, dann Schalker Profi, deutscher Nationalspieler, einer der WM-Helden 2010 in Südafrika und schließlich gefeierter Spieler bei einer der besten Fußballmannschaften der Welt, Real Madrid. „Der Deutsche Messi“, titelte der Focus während der WM, und in Spanien jubelten die Zeitungen: „Özil verzaubert Bernabeu“ und „zwei Spiele haben Mesut Özil gereicht, um das Herz der Madrilenen zu erobern – etwas, was Zidane, Beckham, Figo, Cristiano Ronaldo oder Kaká zu diesem Zeitpunkt nicht erreichten.“

Mesut Özil ist nicht der einzige junge Fußballer, der beim größten internationalen A-Junioren Turnier in der Lokhalle am Ball war und später in Bundesliga, Champions League oder bei Weltmeisterschaften für Furore sorgte. Spieler wie Clarence Seedorf, Patrik Kluivert, Gerald Asamoah, David Odonkor oder Mike Hanke kämpften hier ebenso um den Turniersieg wie Deutschlands aktuelle Nummer eins im Tor, Manuel Neuer.

Özil-Entdecker und Schalke-Coach Norbert Elgert trainierte einst auch Neuer, der in der Lokhalle 2003 und 2004 im Tor stand und mit einem selbst erzielten Treffer für Furore sorgte. Der für seine weiten Abwürfe bekannte Schlussmann warf in einem Spiel den Ball ins Tor des Gegners – bekam diesen Treffer aber nicht anerkannt. „Nach der Partie hat er sich beim Schiedsgericht beschwert, dass das Tor hätte zählen müssen“, erinnert sich Elgert. Die Unparteiischen sahen den Fehler ein und entschieden im Finale gegen den 1. FC Nürnberg anders: Nach einem Angriff der Nürnberger schnappte sich der S04-Torwart den Ball und warf ihn über den FCN-Keeper zum vorentscheidenden 2:0 ins Tor – dem wohl letzten Torwartabwurftor in der Lokhalle. Anschließend wurde die Regel geändert.

Am Freitag, 7. Januar, um 18 Uhr beginnt der Sparkassen & VGH-Cup 2011 für die Schalker. Der Torwart heißt nicht Neuer sondern Patrick Rakovsky, der Spielmacher nicht Özil sondern Julian Draxler. Aber wer weiß, wo diese beiden Talente in fünf Jahren spielen werden.
Karten für alle vier Turniertage sind noch an der Tageskasse in der Lokhalle erhältlich.

Von Manuel Becker