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Regional Missgeschick bringt TV Jahn um Überraschung
Sportbuzzer Sportmix Regional Missgeschick bringt TV Jahn um Überraschung
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21:03 20.11.2011
Von Michael Bohl
Meistens erfolgreich am Abschluss gehindert: Duderstadts Janis Grisanovs kommt nur auf drei Tore. Quelle: Kunze
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Duderstadt

Über weite Strecken spielten die Hausherren mit der von einer Coburger Versicherung gesponserten Profi-Truppe aus dem Fränkischen auf Augenhöhe. Sie gingen zwar nicht einmal in Führung, lagen – von der Schlussphase abgesehen – aber auch nie mehr als drei Tore zurück und erzwangen immer wieder den Ausgleich.

In der Defensive wirkten die Gastgeber konzentriert und entschlossen, erarbeiteten sich des Öfteren Ballgewinne und Konterchancen, deren Verwertung allerdings zu wünschen übrig ließ. So verpasste Grazvydas Sereicikas in der 29. Minute den möglichen Anschlusstreffer, als er aus vollem Lauf freistehend Gästekeeper Martinsen anwarf. Auch darüber hinaus mangelte es dem Halbrechten an Treffsicherheit – sogar am Mut zum Abschluss, den auch sein Pendant auf halblinks, Janis Grisanovs, vermissen ließ. Dass der Jahn-Sieben die Würfe und Tore aus dem Rückraum fehlten, lag allerdings auch an der offensiven Coburger Deckung. „Wir haben beobachtet, dass die Duderstädter Halben bei ihren Versuchen ein paar Schritte Anlauf brauchen,“ erklärte HSC-Coach Hrvoje Horvat, „und wenn man ihnen den Raum für diese Schritte nimmt, bekommt man sie in den Griff.“

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Ein gravierendes Handicap für die Einheimischen, die überdies ein wenig mit den Schiedsrichtern haderten, war vor allem der Umstand, dass sie erneut – bis auf den aus der Reserve aufgerückten Tobias Thormann – ohne echten Mittelmann auskommen mussten. Die beiden etatmäßigen Spielmacher Mark Tetzlaff und Chris Meiser, befürchtet Loest, werden in diesem Jahr kein Spiel mehr bestreiten. „Eine Neuverpflichtung wird es aber nicht geben“, erklärte Loest in seiner Funktion als Manager des Teams.

Dennoch brachten seine Akteure den Favoriten im Verlauf der zweiten Halbzeit in Gefahr. Mit erhöhter Laufbereitschaft stießen die Jahner nun in die Lücken in Coburgs Deckungsverband und schafften nach einem 15:18-Rückstand (46.) in der 49. Minute durch Sereicikas erstmals nach der Pause den Gleichstand (18:18). Neuerliche Gegentore egalisierten Matthias Heim (19:19) und erneut Sereicikas (20:20) – die Wende schien möglich. Es folgte der Fußfehler von Nass (52.), und in der 53. Minute bereiteten Carlos Swoboda mit einem „blinden“ Fehlpass an den Kreis und Heim mit einem Pfostentreffer binnen weniger Sekunden die Konter vor, die die Gäste zur 22:20-Führung nutzten. Im Finish zogen die clevereren Coburger dann noch weiter davon und gewannen am Ende zwar nicht unverdient, aber zu hoch.

TV Jahn: Wedemeyer, Krüger – Krist (1), Heim (1), Thormann, Sereicikas (5), Kesilis (3), Müller, Grisanovs (3), Brandes (8/3), Nass (1), Heublein.

Beste HSC-Torschützen: Cehajic (6), Dobardzijev (5).

Stationen: 4:4 (10.), 5:7 (17.), 8:11 (25.), 9:12 (30.); 11:14 (34.), 14:17 (44.), 18:18 (49.), 20:20 (51.), 20:26 (59.), 21:26 (60.).

Trainerstimmen

Ekkehard Loest (TV Jahn): An der kämpferischen Einstellung hat es nicht gelegen – wir haben alles gegeben. Die Deckung war ganz ordentlich, aber im Angriff haben wir unsere Möglichkeiten nicht ganz genutzt und ein paar Tempogegenstöße frei verworfen. Schade, wir hätten was machen können – es war mehr drin.

Hrvoje Horvat (HSC Coburg): Unsere Abwehr hat sehr gut gestanden – sie war der Garant für den Sieg. Die Deckung war gut auf das Spiel vorbereitet, hat sehr aktiv und aggressiv agiert und den Duderstädter Rückraum dadurch gut von unserem Tor ferngehalten.