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Regional Mit 290 Stundenkilometern über das Spielfeld
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18:21 15.11.2011
Fluoreszierend unter Schwarzlicht: Blackminton ist die spektakulärste Variante des Speedminton. Quelle: dpa
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Göttingen

Piff – paff – piff – paff. In Sekundenschnelle saust der knallgelbe Federball zwischen den Schlägern hin und her. Versucht man das Match vom Spielfeldrand aus zu verfolgen, können die Augen kaum so schnell gucken, wie der Ball die Richtung wechselt. Was auf den ersten Blick so aussieht wie eine Art Badminton mit Tennisschlägern ohne Netz, ist eine junge Trendsportart: Speedminton.

Wie der Name schon sagt, wird Speedminton mit hoher Geschwindigkeit gespielt. „Es ist die schnellste Schlägersportart der Welt“, erklärt Florian Goldmann. Der 28-Jährige versucht seit zwei Jahren die Trendsportart in Göttingen bekannter zu machen. „Mit dem richtigen Schläger und der entsprechenden Schlagkraft kann der Ball minutenlang bei einer Geschwindigkeit von 290 Kilometern pro Stunde gehalten werden“, so Goldmann.

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Die Regeln des Spiels entsprechen zum größten Teil denen des Badminton: Der sogenannte Speeder, der etwas kleiner und wesentlich robuster ist als ein Federball, wird von unten aufgeschlagen. Die Spielfelder von 5,5 Metern Länge im Quadrat sind knapp 13 Meter voneinander entfernt. Bekommt der Gegenspieler den Speeder gegen den Körper, schlägt er ihn ins Aus oder nicht zurück, erhält man einen Punkt. Nach drei Aufschlägen wechselt der Aufschlag. Gespielt wird mit einer Art zu kurz geratenem Tennisschläger. Die sogenannten Rackets (englisch: Schläger) sind 58 Zentimeter lang und wiegen etwa 175 Gramm. „Durch diese Eigenschaften lässt sich der Racket wesentlich schneller in alle Richtungen bewegen“, erklärt Goldmann. „Die kürzeren Ausholwege und die starke Bespannung erlauben dann ein unglaublich schnelles Spiel.“

Kennengelernt hat Goldmann Speedminton nicht auf einem Turnier, sondern im Internet. Auf der Suche nach neuen Ideen fand er in einem Online-Shop ein Speedminton-Set. „Ich habe kurz die Regeln gegoogelt und war sofort begeistert“, erinnert sich Goldmann. „Eine schnelle Sportart, die man überall und jederzeit spielen kann – das war genau das, was ich gesucht hatte.“

Mittlerweile hat der 28-Jährige einige Spielorte und -zeiten ausprobiert. „Natürlich habe ich schon in der Halle und auf dem Tennisplatz gespeedet, aber auch auf der Wiese und am Strand“, erzählt Goldmann. Da der Speeder bis zu einer Windstärke von zwei Beaufort stabil spielbar ist, kann Speedminton im Gegensatz zu Federball bei fast jedem Wetter draußen gespielt werden. Ein weiterer Clou: Die Spielfelder werden mit neongrünen Kunststoffbahnen, die per Metallringen verbunden sind, abgesteckt. „Man muss die Bahnen also nur auslegen, eventuell mit Steinen oder Klebeband fixieren, und schon kann man loslegen“, so Goldmann.

Auch Licht spielt für Speedminton nur eine untergeordnete Rolle: Der sogenannte Night Speeder ist mit einem Knicklicht ausgestattet und leuchtet im Dunkeln. Das hat Goldmann besonders gereizt: „Eine Sportart, die man am Strand unterm Sternenhimmel spielen kann – das ist doch einfach nur klasse.“

Speedminton kann in Göttingen an drei Tagen und zwei Orten gespielt werden: Der Tuspo 1861 bietet zwei Trainingszeiten an: Montags von 20.30 bis 22 Uhr in der Heinrich-Heine-Schule (Alte Turnhalle), Backhausstraße 14, für Erwachsene und dienstags von 15.30 bis 17 Uhr in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (Halle C), Kurt-Huber-Weg 1-5, für Kinder und Jugendliche. Außerdem gibt es jeden Sonnabend von 14 bis 16 Uhr die Möglichkeit zum freien Spiel im Hochschulsport, Sprangerweg 2. Jedes Training wird von Florian Goldmann geleitet.

Von Marina Engler