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Regional Mit Ende 60 das erste Sportabzeichen erworben
Sportbuzzer Sportmix Regional Mit Ende 60 das erste Sportabzeichen erworben
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18:02 26.11.2010
Von Vicki Schwarze
Beneidenswert fit: Paula Brodmann (links), hier während der Übungsstunde beim TV Jahn mit „Mitturnerin“ Regine Bosold.
Beneidenswert fit: Paula Brodmann (links), hier während der Übungsstunde beim TV Jahn mit „Mitturnerin“ Regine Bosold. Quelle: OT
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Ihr fortgeschrittenes Alter sieht man der rüstigen Dame nicht an. In ihrem Fall wirklich keine eben mal dahingesagte Floskel, sondern durch und durch ernstgemeint. Und Paula Brodmann genießt dieses Kompliment. „Ein bisschen schmeichelt es mir schon“, gibt sie verschmitzt lächelnd zu.
Wöchentliche Gymnastik und Yoga, tägliche Walkinggänge („Ohne Stöcke, meine Arme kann ich auch so kräftig mitschwingen“) über den Duderstädter Wall gehören für die in Recklinghausen geborene Paula Brodmann dazu wie Zähneputzen – und eiserne Disziplin. „Ich stehe jeden Morgen um sechs Uhr auf und mache Hui Chun Gong“, berichtet die siebenfache Mutter. „Das sind Verjüngungsübungen der chinesischen Kaiser“, erklärt sie. Man sagt diesen Übungen nach, dass sie zu Gesundheit und Jugendlichkeit verhelfen, bei Paula Brodmann scheinen sie hervorragend zu wirken.

Trainingsmüdigkeit oder gar Muskelkater kennt sie nicht, von ernsthaften Erkrankungen und Verletzungen ist sie bislang verschont geblieben. „Ich habe mit Ende 60 das erste Mal das Sportabzeichen gemacht. Aber dann bin ich drangeblieben“, erinnert sich die aktive Duderstädterin. „Als ich damals das erste Mal die 1000 Meter gelaufen bin, habe ich gedacht, ich müsste von der Welt“. lacht sie noch heute über ihren „Kraftakt“.
Wenn Paula Brodmann nicht in der Sporthalle steht oder über den Wall geht, dann liest sie sehr gern und lernt Gedichte auswendig. „Beispielsweise die Stufen von Hermann Hesse, das macht mir großen Spaß“, berichtet sie mit leuchtenden Augen. Eine eifrige Fernsehzuschauerin ist die Eichsfelderin hingegen nicht. Die Nachrichten sieht sie schon, auch einmal einen „kleinen Krimi“, wie sie sagt. Und natürlich Sport: „Aber keinen Fußball, gefreut habe ich mich, dass Vettel Weltmeister geworden ist“, nimmt sie regen Anteil am Geschehen.

Dazu gehört für die fast 88-Jährige auch das Pflegen sozialer Kontakte. „Ich treffe mich an einem Tag in der Woche regelmäßig mit Freunden zum Essen.“ Dann bleibt ihre eigene Küche einmal kalt. Ansonsten steht sie täglich am Herd und kocht etwas für sich und ihren mit im Haus lebenden Sohn. „Ich koche gern, es macht mir nichts aus.“ Und genügend Erfahrung hat sie ja auch bei vier Söhnen und drei Töchtern. Dagegen ist die Essenszubereitung heute ein Kinderspiel.
Am morgigen Sonntag nun steht eine große Feier mit der Familie an. „Dann kommt die ganze Meute“, freut sich Paula Brodmann, die froh ist, dass ihr Geburtstag auf ein Wochenende fällt, denn am Montag um 9.30 Uhr muss sie wieder in die Jahnhalle zur Gymnastik.